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Der Berliner Senat betreibt unter (030)-9028-2828 zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten infiziert sein. Alternativ können Sie auch die Nummer des Patientenservice anrufen 116117. Bei beiden Nummern ist mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Fernsehturm spiegelt sich in Werbetafel. Foto: Markus Wächter
Schutz gegen Corona- und andere Viren

Hände waschen: Eine wichtige Maßnahme, um Virusinfektionen zu vermeiden, ist es, die Hände regelmäßig und gründlich mit Seife zu waschen. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden. In öffentlichen Toiletten ist es ratsam, den Wasserhahn mit einem Einweghandtuch oder dem Ellenbogen zu schließen.

Hygiene: Mit ungewaschenen Händen sollte man sich nicht an Mund, Augen oder Nase fassen. Wer krank ist, sollte Abstand zu anderen halten, sich zu Hause auskurieren und enge Körperkontakte zu seinen Mitmenschen vermeiden. Geschlossene Räume sollten mehrmals täglich für einige Minuten gelüftet werden.

Husten und Niesen: Dabei wird geraten, Abstand von anderen zu halten und sich wegzudrehen. Am besten ist es, ein Taschentuch zu benutzen oder sich die Armbeuge vor Mund und Nase halten. All diese Hygieneregeln sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zurzeit in Anbetracht der Grippewelle ohnehin angeraten.

+++ 29. März +++

833 Corona-Diagnosen in Brandenburg bestätigt - 98 neue Fälle

In Brandenburg haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang nachweislich 833 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Bis Sonntagnachmittag (16.00 Uhr) seien innerhalb von 24 Stunden 98 neue Fälle hinzugekommen, teilte das Ministerium in Potsdam mit. 65 Covid-19-Patienten liegen im Krankenhaus, 16 von ihnen werden künstlich beatmet. Vier Todesfälle sind in Brandenburg im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet.

In Potsdam war in der Nacht zu Samstag ein weiterer Patient nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. Der Mann sei 78 Jahre alt und vorerkrankt gewesen, teilte die Stadtverwaltung mit. Den ersten Toten in Brandenburg hatte der Landkreis Oberhavel am Freitag der vergangenen Woche (20.3.) gemeldet: Dort starb ein 81 Jahre alter Mann nach einer Infektion mit dem neuartigen Virus. Zwei weitere Todesfälle folgten in Potsdam, wo am Donnerstag ein 88 Jahre alter Mann und am Freitag ein 80-Jähriger starben. (dpa)

Deutschland registriert rund 4000 neue Infektionen an einem Tag

Innerhalb eines Tages ist die Zahl der registrierten Corona-Infizierten in Deutschland um mindestens 4000 Fälle gestiegen. Das geht aus den Daten hervor, die das Robert Koch-Institut am Sonntagvormittag veröffentlichte (Stand Sonntag 00.00 Uhr). Demnach zählte es bislang insgesamt 52.547 Fälle - 63 pro 100.000 Einwohner. Das waren 3965 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt seien bislang 389 Infizierte gestorben. Die Zahlen lassen sich nicht einfach von Tag zu Tag vergleichen. So hat das RKI nach eigenen Angaben am Samstag von drei Bundesländern keine Zahlen übermittelt bekommen. In Spanien und Italien gibt es einen leichten Lichtblick, die Zahlen steigen etwas langsamer.

Weltweit sind nach Auskunft der Johns-Hopkins-Universität (USA) bis Sonntagmittag mehr als 31.700 mit dem Virus infizierte Menschen gestorben. Den Angaben zufolge haben sich rund 680.000 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. 145.000 infizierte Menschen seien inzwischen genesen. Experten gehen weltweit von einer hohen Dunkelziffer aus. Es gebe in kaum einem Land genügend Tests, um die Menschen flächendeckend zu untersuchen. (dpa)

Norwegen will sich mit Zufallstests besseres Corona-Bild verschaffen

Um ein besseres Bild von der Zahl der Coronavirus-Infektionen im Land zu erhalten, will Norwegen bald auch Menschen ohne Symptome testen. Die norwegischen Gesundheitsbehörden bereiteten sich darauf vor, solche zufälligen Tests in die Wege zu leiten, berichtete der norwegische Rundfunksender NRK am Sonntag. Derzeit werde abgeklärt, wie dies durchgeführt und finanziert werden solle, sagte ein Vertreter des nationalen Gesundheitsinstituts dem Sender. Ziel solcher Zufallstests soll sein, die tatsächliche Ausbreitung des Coronavirus besser einschätzen zu können.

Vorbild soll dabei Island sein, das in Rekordzeit die an der Einwohnerzahl gemessen meisten Tests weltweit auf die Beine gestellt hatte. Bis Mitte der Woche sind auf der Nordatlantik-Insel nach Angaben der isländischen Regierung 12 000 der rund 360 000 Einwohner getestet worden, darunter Tausende, die symptomfrei gewesen sind. Ziel soll es letztlich sein, die gesamte Bevölkerung zu testen.

Bis Sonntag wurden in Norwegen nach Behördenangaben 4102 Infektionen nachgewiesen. 22 Menschen sind bislang nach einer Coronavirus-Infektion gestorben, ihr Durchschnittsalter lag bei 84 Jahren. Rund 85 000 Menschen wurden bis dato auf Sars-CoV-2 getestet, was bedeutet, dass die Tests bei etwa vier Prozent positiv ausgefallen sind. (dpa)

Sechs französische Corona-Patienten werden in Berlin behandelt

Berlin hat aus Solidarität sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich aufgenommen. Sie werden jetzt in der Berliner Charité intensivmedizinisch behandelt, wie die Klinik und die Senatskanzlei am Sonntag mitteilten.

Demnach kommen die Patienten aus dem besonders stark von der Corona-Epidemie betroffenen Elsass. Sie wurden am Samstag mit zwei Privatflugzeugen aus Straßburg ausgeflogen, die die französische Botschaft organisiert hatte. Kurz vor Mitternacht kam der letzte Patient in Berlin an. Der Zustand der Menschen, die an drei Charité-Standorten behandelt werden, sei einigermaßen stabil, hieß es.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Hilfsaktion am Samstagmorgen angekündigt. «Solidarität hört nicht an der Stadtgrenze auf», erklärte er. «Wir haben die Kapazitäten und können und wollen in Einzelfällen auch helfen und Unterstützung anbieten.» In dieser akuten Krisensituation sei das selbstverständlich.

Spanien meldet mit 838 neuen Höchststand an Corona-Todesfällen an einem Tag 

Mit 838 Todesopfern durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden hat Spanien einen neuen traurigen Rekord gemeldet. Die Gesamtzahl der Corona-Opfer in dem Land stieg damit auf 6528, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Sonntag mitteilte.

Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg innerhalb eines Tages um 9,1 Prozent auf 78.797 Fälle. Mit Ausnahme von Donnerstag war die Zahl der neu hinzugekommenen Corona-Opfer in Spanien in den vergangenen Tagen stetig gestiegen.

Gleichzeitig stieg die Zahl der bereits wieder genesenen Patienten seit Samstag um 19,7 Prozent auf 14.709, wie das Ministerium weiter mitteilte. (AFP)

RKI-Chef: Müssen damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht reichen

Der Leiter des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler.  Foto: Annegret Hilse/Reuters-Pool/dpa

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, kann nicht ausschließen, dass sich die Versorgungssituation in der Corona-Krise auch in Deutschland zuspitzen könnte. Das machte er mit Blick auf die dramatische Situation in Ländern wie Italien deutlich. „Wir können nicht ausschließen, dass wir hierzulande ebenfalls mehr Patienten als Beatmungsplätze haben. Ob es so kommt, ist Spekulation“, sagte Wieler im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Wir müssen jedenfalls damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, ganz klar.“ In Italien war die Zahl der Toten im Zuge der Corona-Pandemie am Samstag auf mehr als 10.000 gestiegen. (dpa)

Schutzmasken dringend gesucht: Regierung will schnelleren Nachschub

Um den Mangel an Schutzmasken und -kitteln in der Corona-Krise einzudämmen, versucht die Bundesregierung den Ankauf zu beschleunigen. Dafür hat sie ein besonderes Verfahren gestartet, in dem Lieferverträge ohne weitere Verhandlungen über den Kaufpreis zustande kommen. Zuerst hatte die «Welt am Sonntag» darüber berichtet. Das sogenannte Open-House-Verfahren sieht vor, dass Anbieter mindestens 25.000 OP-Masken, Schutzkittel oder FFP2-Mundschutze anbieten können und der Bund diese zu einem von ihm selbst festgelegten Preis kauft - das ist einfacher und schneller als das sonst geltende Vergaberecht mit Ausschreibungen. (dpa)

Deutsche Passagiere eines Kreuzfahrtschiffs werden aus Australien ausgeflogen

Nach der Irrfahrt eines Kreuzfahrtschiffs mit Corona-Fällen an Bord sollen die überwiegend deutschen Passagiere am Sonntagabend von Australien nach Deutschland ausgeflogen werden. Die rund 800 Passagiere würden mit vier Maschinen aus der Hauptstadt Perth über das thailändische Phuket nach Frankfurt gebracht, sagte eine Sprecherin der deutschen Fluggesellschaft Condor der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben des deutschen Reiseveranstalters "Phoenix Reisen" werden die Reisenden am Montagmorgen in Frankfurt landen.

Die "Artania" war eines von drei Kreuzfahrtschiffen, denen die australischen Behörden aus Furcht vor einem weiteren Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Land das Anlegen zunächst verweigert hatte. Am Freitag durfte das Schiff schließlich im Hafen von Fremantle anlegen. Nach Angaben des australischen Gesundheitsministeriums wurden zwölf Passagiere der "Artania" positiv auf das Virus getestet. Mindestens neun wurden zur Behandlung in Krankenhäuser in Perth gebracht.

Nach Angaben der australischen Behörden befinden sich überwiegend Deutsche an Bord, aber auch einige Franzosen und Schweizer. Auch Letztere sollen nach Angaben des Reiseveranstalters nach Frankfurt geflogen werden, sofern ihre Weiterreise in ihre Heimat gewährleistet ist. (AFP)

+++ 28. März +++

2337 Corona-Infizierte in Berlin: Fast 200 neue Fälle

In Berlin gibt es derzeit 2337 bestätigte Coronavirus-Fälle. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Samstagabend mit. Die Zahl der Infizierten in der Hauptstadt ist somit um 185 gestiegen. 300 der infizierten Personen werden im Krankenhaus isoliert und behandelt, 64 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen befinden sich in häuslicher Isolation. Neun Personen seien bislang an dem neuartigen Coronavirus verstorben, heißt es weiter. (BK)

Spanien schließt "nicht lebenswichtige Unternehmen"

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat im Kampf gegen das Coronavirus eine weitere Verschärfung der bereits seit zwei Wochen geltenden Ausgangsbeschränkungen angekündigt. Ab Montag sollen aller Arbeitnehmer, die keine unbedingt notwendigen Arbeiten verrichten, zwei Wochen lang zu Hause bleiben, erklärte der Regierungschef am Samstagabend in einer Fernsehansprache. Welche Sektoren genau gemeint sind, sagte er nicht. Das Gehalt werde den Betroffenen in dieser Zeit weiter gezahlt, die nicht geleisteten Arbeitsstunden könnten sie später schrittweise nachholen.

Seit dem Inkrafttreten des Alarmzustandes am 15. März durften Angestellte und Selbstständige trotz Ausgangsbeschränkungen weiter in ihre Büros gehen. Jedoch war die Bevölkerung aufgefordert, so viel wie möglich von Zuhause aus zu arbeiten. Jetzt schickt Sánchez die meisten Arbeitnehmer komplett in eine Art «Zwangsurlaub». Die Bevölkerung darf bereits seit zwei Wochen nur noch in Ausnahmefällen aus dem Haus, so etwa zum Einkaufen und nur alleine. Spazieren gehen oder Sport im Freien sind in Spanien derzeit nicht erlaubt.

«In Spanien stehen wir vor den schwersten Stunden, das Virus trifft uns mit erbarmungsloser Gewalt», betonte Sánchez. Erst am Mittag war bekannt geworden, dass allein seit Freitag 832 Covid-19-Patienten gestorben waren - das war der bisher höchste Anstieg überhaupt. Insgesamt sind knapp 5700 Menschen an dem Virus gestorben. Die Zahl der Infizierten kletterte auf rund 72 000. Der Anstieg nimmt prozentual gesehen aber seit Tagen ab. Die Regierung hatte zuletzt beschlossen, das ursprünglich für 15 Tage geplante Ausgehverbot bis zum 11. April zu verlängern. (dpa)

Pedro Sanchez, Ministerpräsident von Spanien. Foto: dpa/AP/Mariscal/POOL EFE

Mehr als 10.000 Corona-Tote in Italien

In Italien sind seit Beginn der Pandemie mehr als 10 000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Der Zivilschutz meldete am Samstag 889 neue Todesfälle. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten auf 10.023. (dpa)

Investitionsbank: Eine Million Euro Hilfe sind schon angekommen

Die Hilfen für Berliner Unternehmen sind nach Angaben der Investitionsbank Berlin (IBB) bereits in großem Umfang angelaufen. Die IBB vergibt im Auftrag des Landes Zuschüsse für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer. In einer Kombination von Bundes- und Landesmitteln gibt es Zuschüsse bis 14 000 Euro für Unternehmen bis fünf und 15.000 Euro für Unternehmen mit sechs bis zehn Beschäftigten. Bereits am Freitag haben 110 Personen Mittel in Höhe von rund einer Million Euro auf ihren Konten gehabt, wie die IBB am Samstag mitteilte. Das entspreche durchschnittlich 9000 Euro pro Antrag. Am Montag sollen weitere Gelder in Höhe von über 40 Millionen Euro an mehrere Tausend Personen angewiesen werden.

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Die Nachfrage nach den Darlehen im Rahmen des «Soforthilfe Pakets I» ist nach Angaben der IBB deutlich größer als erwartet. «Wir haben bisher 836 vollständig eingereichte Anträge mit einem beantragten Volumen von 152 Millionen Euro erhalten», so Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der IBB. «Damit erreichen wir innerhalb einer Woche das Kreditvolumen, das wir sonst innerhalb eines halben Jahres erzielen.» Das Land hat der IBB zufolge einen Kreditrahmen für bisher gesunde Unternehmen in Höhe von 100 Millionen Euro beschlossen und eine Erhöhung auf 200 Millionen in Aussicht gestellt.

Wenn alle Anträge, die momentan in Bearbeitung seien, bewilligt würden, beliefe sich das Volumen der IBB zufolge auf mehr als 300 Millionen Euro. Deshalb setzt die Investitionsbank nach eigenen Angaben die Annahme weiterer Anträge aus, um mit den Senatsverwaltungen für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie Finanzen das weitere Vorgehen zu beraten. Alle eingegangenen Anträge würden jedoch bearbeitet. (dpa)

Weltweit mehr als 600.000 nachgewiesene Coronavirus-Infektionen

Mehr als 600.000 Menschen haben sich weltweit nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert. Kurz nach Samstagmittag bezifferte die renommierte Johns-Hopkins-Universität die Zahl der nachweislich Infizierten mit 614 884. Demnach starben mehr als 28.600 in Folge oder an der Lungenkrankheit Covid-19, die das Virus auslösen kann. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Es gebe in kaum einem Land genügend Tests, um die Menschen flächendeckend zu untersuchen. Allein in den USA sind mehr als 104 830 Infektionen nachgewiesen worden, in Italien mehr als 86.490 und in China mehr als 81.990.

Trump: Erwägen, New York «unter Quarantäne zu stellen» 

Die US-Regierung erwägt nach Aussage von Präsident Donald Trump in der Coronavirus-Krise, New York und andere besonders betroffene Landesteile abzuschotten. «Einige Leute würden New York gerne unter Quarantäne gestellt sehen, weil es ein Hotspot ist», sagte Trump am Samstag außerhalb des Weißen Hauses zu Reportern. Er spezifizierte, dass es bei den Überlegungen um Reisebeschränkungen für Bewohner von Regionen gehe, in denen sich besonders viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Neben New York werde auch über New Jersey und gewisse Teile von Conneticut nachgedacht, sagte Trump. Viele New Yorker würden derzeit nach Florida reisen. «Das wollen wir nicht», sagte Trump. Mit Blick auf mögliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sagte Trump: «Ich würde es lieber nicht tun, aber vielleicht brauchen wir es.» (dpa)

Amtsarzt: Berlins Corona-Infektionszahlen sind unterschätzt

Der Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid hält die aktuellen Infektionszahlen in der Coronavirus-Pandemie für die Hauptstadt für unterschätzt. „Der Fallzahlanstieg kann ja nur so groß sein wie die Testkapazität ist“, sagte er am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist der Knackpunkt. Die Tests in Berlin sind weiter auf 2000 am Tag limitiert. Der Bedarf geht aber darüber hinaus.“ Für eine Abschätzung, ob Schutzmaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen wirkten, ist es nach Larscheids Meinung allein wegen dieser unsicheren Datenlage noch viel zu früh.

In Berlin waren mit Stand vom Freitagabend offiziell 2152 bestätigte Coronavirus-Infektionen registriert - darunter acht Todesfälle. 261 Covid-19-Patienten wurden im Krankenhaus behandelt, davon 53 Menschen auf einer Intensivstation. 645 Erkrankte seien wieder genesen. (dpa)

Russland schließt seine Grenzen wegen Coronavirus vollständig

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schließt Russland seine Grenzen vollständig. Ab Mitternacht in der Nacht zum Montag werde der Verkehr an allen Grenzübergängen auf Straßen, Bahnverbindungen, Häfen und Fußgängerübergängen "vorübergehend beschränkt", hieß es in einem am Samstag veröffentlichten Dekret. Ausgenommen sind nur russische Diplomaten und Lastwagenfahrer.

Mit der Grenzschließung solle verhindert werden, dass "neue Infektionsfälle ins Land kommen". Betroffen ist demnach auch die Grenze zu Weißrussland, an der es normalerweise keinerlei Kontrollen gibt.

Russland hatte seine Grenzen vor einer Woche bereits für Ausländer geschlossen und internationale Flüge am Donnerstag eingestellt. Nach offiziellen Zahlen wurden in Russland bisher 1264 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus diagnostiziert, vier Menschen starben. (AFP)

Katze steckt sich bei einem Menschen mit Coronavirus an

Eine Katze hat sich in Belgien bei einem Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Von dem Fall berichtet die belgische Behörde für Lebensmittelsicherheit AFSCA auf ihrer Webseite. Bisher gebe es aber keine Hinweise, dass sich das Virus von Haustieren auf Menschen oder auf andere Tiere übertrage.

Die Katze in Belgien und zwei Hunde in Hongkong seien die einzige bekannten Fälle, bei denen sich Haustiere bei infizierten Menschen angesteckt hätten. Die Hunde hätten keine Symptome gezeigt, die Katze aber habe vorübergehend Atem- und Verdauungsbeschwerden gehabt. Am Freitag hatten die Gesundheitsbehörden unter Berufung auf die veterinärmedizinische Fakultät der Universität Lüttich über den Fall informiert.

Die AFSCA betonte: «Das Risiko einer Übertragung des Virus von Haustieren auf den Menschen ist im Vergleich zum Übertragsrisiko durch direkten Kontakt von Menschen untereinander zu vernachlässigen.» Trotzdem werde dringend empfohlen, die üblichen Hygieneregeln zu befolgen. Dazu gehöre, allzu engen Kontakt zum Tier zu vermeiden, vor allem, wenn man selbst krank sei. Nach jedem Streicheln sollte man sich die Hände waschen und sich nicht vom Haustier im Gesicht lecken lassen, schreibt die AFSCA. (dpa)

Covid-19-Patient stirbt in Potsdam - Vierter Todesfall in Brandenburg

In Potsdam ist in der Nacht zu Samstag ein weiterer Patient nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. Der Mann sei 78 Jahre alt und vorerkrankt gewesen, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle erhöhte sich damit in Brandenburg auf vier. (dpa)

Mehr als 800 Corona-Tote in 24 Stunden in Spanien

Im besonders schwer vom Coronavirus betroffenen Spanien sind innerhalb von 24 Stunden 832 neue Todesopfer verzeichnet worden. Das ist der höchste Anstieg, der in dem Land bislang registriert wurde, wie die Gesundheitsbehörden in ihrer täglichen Bilanz mitteilten. Insgesamt kletterte die Zahl der Opfer seit Freitag auf knapp 5700. Auch die Zahl der Infizierten stieg weiter an und lag am Samstagmittag bei rund 72.000, etwa 8000 mehr als am Vortag. Jedoch hält sich damit der prozentuale Anstieg seit Tagen relativ niedrig. Mehr als 12.000 Menschen sind bereits wieder gesund. Die am heftigsten betroffene Region bleibt Madrid, wo fast die Hälfte aller Todesfälle verzeichnet wurde. Nach Italien ist Spanien weiterhin das Land in Europa, das vom neuen Virus Sars-CoV-2 am stärksten in Mitleidenschaft gezogen wird. (dpa)

Spanien: Soldaten in Schutzanzügen gehen mit Abstand in Richtung eines Seniorenheims, wo sie Desinfektionsmaßnahmen durchführen sollen. Foto: dpa/David Zorrakino/Europa Press

Fast 50.000 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 316 Tote

In Deutschland sind bis Samstagvormittag mehr als 48.800 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 12.000 nachgewiesenen Fällen und 88 Toten sowie Bayern mit mindestens 10.180 Fällen und 60 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 9729 Fällen und 101 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 95,5 die meisten Infektionen.

Mehr als 316 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten. (dpa)

Kanzleramtschef: Corona-Maßnahmen in Deutschland bleiben bis 20. April bestehen

Die wegen der Corona-Pandemie in Deutschland geltenden Einschränkungen bleiben laut Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mindestens bis zum 20. April bestehen. "Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen", sagte Braun dem "Tagesspiegel". "Bis dahin bleiben alle Maßnahmen bestehen", betonte Braun. "Läden, Restaurants, Schulen und die Universitäten sind geschlossen."

Unmittelbar nach Ostern werde feststehen, wie es nach dem 20. April weitergehe, sagte der Kanzleramtschef. Entscheidend sei hierbei die Entwicklung der Infektionsgeschwindigkeit. "Wenn wir es schaffen, die Infektionsgeschwindigkeit so zu verlangsamen, dass wir zehn, zwölf oder noch mehr Tage haben bis zu einer Verdopplung, dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Braun.

Helge Braun (CDU), Chef des Bundeskanzleramtes. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Als Vorbild im Kampf gegen die Corona-Pandemie nannte Braun Südkorea. "Die haben zum einen genau solche Kontaktbeschränkungen gemacht, wie wir das jetzt in Deutschland praktizieren. Sie haben darüber hinaus ein digitales Tracking verwendet, über das man quasi vollautomatisiert erfährt, falls man Kontakt zu Infizierten hatte."

Zudem habe das Land einen "sehr breiten Ansatz beim Testen" verfolgt, sagte Braun. Auch die Bundesregierung setze auf eine Ausweitung der Testkapazitäten. Es solle auch ein Test entwickelt werden, um zu sehen, wer schon infiziert war, ohne es zu merken und sich so bereits immunisiert hat. Die Nutzung spezieller Apps im Kampf gegen Corona müsse mit dem Datenschutz in Deutschland vereinbar sein, betonte Braun.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitag haben sich in Deutschland fast 42.300 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 253 Patienten starben. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete mehr als 50.0000 Infizierte und 342 Tote in Deutschland. (afp)

Berlin nimmt sechs Corona-Patienten aus Frankreich auf

Berlin nimmt sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich auf. Sie sollen an diesem Samstag in die Charité kommen, teilte eine Sprecherin des Senats am Samstag mit. Die Infizierten werden den Angaben zufolge per Flugzeug von der Uniklinik Straßburg nach Berlin gebracht, um im Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt zu werden. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte sich am Mittwoch mit dem Chef der Charité, Professor Heyo K. Kroemer, darauf verständigt, Corona-Patienten aufzunehmen.

Auch aus Italien werde aktuell ein Transport vorbereitet. Die Charité hat angeboten, in ausgewählten Einzelfällen zu helfen und schwererkrankte Corona-Patienten aus anderen Ländern aufnehmen zu können. Müller sagte dazu: „Solidarität hört nicht an der Stadtgrenze auf. Wir haben die Kapazitäten und können und wollen in Einzelfällen auch helfen und Unterstützung anbieten.“ In dieser akuten Krisensituation sei das selbstverständlich.

Der Senat hatte am Mittwoch angekündigt, dem Beispiel anderer Bundesländer folgen und schwer kranke Corona-Patienten aufnehmen zu wollen. Zunächst war dabei von Erkrankten aus Italien die Rede gewesen. (dpa)

Coronavirus: Zwei Deutsche auf Zypern und auf Kreta gestorben

Ein 67-Jähriger Deutscher Tourist ist auf Zypern an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Dies habe das Krankenhaus im türkischen besetzten Nordteil der Insel mitgeteilt, berichtete das zyprische Staatsfernsehen (RIK) am Samstag. Vor zwei Tagen war auf der griechischen Insel Kreta ein 42 Jahre alter Deutscher Mathematikprofessor an einer Lungenembolie als Folge einer Infektion mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. (dpa)

Berlin: Polizei kontrolliert Aufenthaltsbeschränkung im Freien

Die Menschen in der Hauptstadt müssen sich an diesem Wochenende darauf einstellen, dass die Polizei angesichts des Sonnenscheins verstärkt die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise kontrolliert. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) kündigte an, Polizisten seien weiterhin unterwegs, um die Menschen an die Regeln zu erinnern. Gegen hartnäckige Verweigerer werde man konsequent vorgehen.

Geisel forderte die Menschen auf, sich auch bei schönem Wetter an die Abstandsregeln zu halten und auf längere Aufenthalte draußen zu verzichten. Auch die Polizei hatte am Freitag gewittert, dass die Berliner bei ihren kurzen Spaziergängen oder sportlichen Aktivitäten bereits gefüllte Parks und Grünflächen meiden sollen. In Berlin war es unter anderem in Parks zu Verstößen gegen die Kontaktverbote gekommen. (dpa)

Isolation chinesischer Millionenmetropole Wuhan beendet

Nach zwei Monaten im Ausnahmezustand kehrt in der zentralchinesischen Metropole Wuhan allmählich wieder Alltag ein: Die Isolation der Millionenmetropole, die als Ausgangspunkt der Coronavirus-Pandemie gilt, ist am Samstag beendet worden. Die Einreise in die Hauptstadt der Provinz Hubei ist nun wieder erlaubt, das Ausreiseverbot gilt aber noch bis zum 8. April. Der U-Bahn- und Fernverkehr wurde wiederaufgenommen, Einkaufszentren dürfen kommende Woche ihre Pforten öffnen. (afp)

721 bestätigte Corona-Diagnosen in Brandenburg - 89 neue Fälle

Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen in Brandenburg hat sich am Samstag weiter erhöht: 721 Fälle waren am Morgen (Stand 08.00 Uhr) gemeldet, wie das Gesundheitsministerium in Potsdam mitteilte. Damit kamen innerhalb von 24 Stunden 89 Infektionen hinzu. 54 Covid-19-Patienten liegen im Krankenhaus, elf von ihnen werden künstlich beatmet. Weiterhin sind drei Todesfälle im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet. (dpa)

Handel: Supermarktkunden sollten Mundschutz tragen

In der Corona-Krise ruft der Einzelhandel in Berlin und Brandenburg die Kunden von Supermärkten dazu auf, beim Einkaufen einen Mundschutz zu tragen. «Je mehr Leute ihn freiwillig tragen, desto mehr schützen sie andere», sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen. «Wir freuen uns auch über ein Lächeln hinterm Mundschutz.»

Für immer mehr Verkäufer gebe es Plexiglas-Scheiben über den Kassen zum Schutz vor möglichen Infektionen, erklärte der Branchenvertreter. Zudem regelten Händler den Zugang zu ihren Geschäften, etwa über die Zahl der Einkaufswagen. Dann würden nur Kunden mit Wagen eingelassen. (dpa)

Luftwaffe beginnt mit Transport italienischer Corona-Patienten nach Deutschland

Die Luftwaffe hat mit dem Transport schwerkranker Corona-Patienten aus Italien nach Deutschland begonnen. Ein Airbus der Luftwaffe sei am Morgen in Bergamo gelandet und nehme sechs Patienten auf, teilte die Luftwaffe am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Mehrere Kliniken in Nordrhein-Westfalen hatten zuvor angekündigt, in den kommenden Tagen insgesamt zehn Corona-Patienten aus Italien und vier Patienten aus Frankreich aufzunehmen.

Die Staatskanzlei Düsseldorf hatte am Freitagabend mitgeteilt, dass sich mehrere Kliniken in Nordrhein-Westfalen zur Aufnahme von Corona-Intensiv-Patienten aus Italien und Frankreich bereiterklärt hätten. Die ersten sechs Patienten aus den besonders betroffenen Regionen Lombardei und Piemont sollen demnach zum Flughafen Köln/Bonn gebracht und anschließend auf mehrere Kliniken des Bundeslandes verteilt werden.

Je zwei Patienten sollen demnach in das Universitätsklinikum Köln, das Universitätsklinikum Bonn und das Katholische Klinikum Bochum gebracht werden. In den kommenden Tagen fliege die Luftwaffe dann vier weitere Patienten aus Italien nach Nordrhein-Westfalen: Zwei von ihnen werden den Angaben zufolge in das Universitätsklinikum Essen gebracht, die beiden anderen in das Herz- und Diabeteszentrum NRW der Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum in Bad Oeynhausen. (afp)

Städtebundpräsident für einheitliche Geldbußen bei Corona-Vorgaben

Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, Oliver Hermann, hofft bei Verstößen gegen Beschränkungen in der Corona-Krise auf bundesweite Bußgeld-Regeln. «Es wäre gut, wenn bald die angekündigte bundeseinheitliche Regelung in Kraft tritt», sagte der parteilose Bürgermeister der Stadt Wittenberge (Prignitz) der Deutschen Presse-Agentur. «Ich finde, dass die Bürger insgesamt ein sehr großes Verständnis für die Einschränkungen aufbringen und dass sehr diszipliniert und mit großer Rücksichtnahme agiert wird von den allermeisten. Sicherlich müssen wir an der einen oder anderen Stelle auch eingreifen.» Er wisse von anderen Städten und Landkreisen, dass sich die Frage eines Bußgeldkatalogs stelle. (dpa)

Coronavirus: 54 weitere «importierte» Fälle in China

In China ist die Zahl «importierter Fälle» mit dem Coronavirus erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Samstag mitteilte, wurden 54 weitere Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist waren. Insgesamt zählt China damit bereits mehr als 600 solcher Fälle. Darüber hinaus starben drei weitere Menschen an Covid-19. Bisher hat China insgesamt 81 394 Coronavirusinfektionen gemeldet, darunter 3295 Todesfälle und 74 971 geheilte Patienten.

Aus Angst vor einer zweiten Infektionswelle hatte die Volksrepublik am Donnerstag angekündigt, Ausländer zunächst nicht mehr einreisen zu lassen. Ebenfalls angekündigt wurde eine starke Reduzierung der Flugverbindungen. Ab Sonntag soll jede chinesische Fluggesellschaften nur noch eine Verbindung pro Woche in jedes Land anbieten dürfen. Das gleiche gilt für ausländische Airlines, die nach China fliegen. (dpa)

+++ 27. März +++

Über 200 neue Fälle: 2152 Corona-Infizierte in Berlin gemeldet

In Berlin gibt es derzeit 2152 bestätigte Coronavirus-Fälle. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Freitagabend mit. Die Zahl der Infizierten in der Hauptstadt ist somit um 215 gestiegen. 261 der infizierten Personen werden im Krankenhaus isoliert und behandelt, 53 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen befinden sich in häuslicher Isolation. (BK)

USA mit weltweit meisten Corona-Infektionen

Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land der Welt. Bis Freitagnachmittag (Ortszeit) gab es USA-weit mehr als 94.000 bekannte Infektionen, in Italien mehr als 86.000 und in China rund 82.000, wie aus einer Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Sowohl die USA als auch Italien haben das Ursprungsland der Pandemie, China, damit inzwischen überholt. Mittlerweile gibt es weltweit mehr als halbe Million gemeldete Coronavirus-Infektionen.

In den USA starben laut der US-Universität bislang mehr als 1400 Menschen an dem Virus, in Italien mehr als 9100 und in China rund 3300. Deutschland rangiert in der Auflistung auf Platz fünf mit rund 50 000 Infektionen und bislang mehr als 300 Corona-Toten. (dpa)

Trump aktiviert Kriegswirtschaftsgesetz für Produktion von Beatmungsgeräten

US-Präsident Donald Trump hat in der Coronavirus-Krise ein Kriegswirtschaftsgesetz aktiviert, um den Autobauer General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten zu zwingen. General Motors (GM) habe "Zeit verschwendet", erklärte Trump am Freitag. Er setze deswegen den sogenannten "Defence Production Act" ein. Das Gesundheitsministerium könne damit von General Motors verlangen, Regierungsaufträge für Beatmungsgeräte "anzunehmen, auszuführen und ihnen Vorrang einzuräumen".

Das Gesetz wurde 1950 während des Koreakriegs beschlossen. Mit ihm kann die US-Regierung in Krisenzeiten Unternehmen verpflichten, bestimmte Aufträge anzunehmen. Trump hatte das Gesetz bereits vor zehn Tagen ins Gespräch gebracht, war vor einer tatsächlichen Anwendung zunächst aber zurückgeschreckt. (AFP)

Italien meldet fast 1000 Corona-Tote an einem Tag

Italien hat an einem Tag fast 1000 Tote im Zuge der Corona-Pandemie gemeldet und damit so viele wie an keinem Tag zuvor. Die Zahl stieg um 969 auf 9134, wie der Zivilschutz am Freitag in Rom mitteilte. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg um fast 6000 auf 86 498. Damit liegt Italien weltweit etwa gleichauf mit den USA. Die Kurve der Neuinfektionen flachte sich aber nach Aussagen des obersten Gesundheitsinstituts etwas ab - sie hat allerdings noch nicht ihren Höhepunkt erreicht.(dpa)

Die Totenzahl ist auch deshalb noch höher ausgefallen, weil darin 50 am Vortag nicht berechnete Fälle aus der Region Piemont enthalten sind. «Wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt (der Kurve). Aber es gibt positive Anzeichen», sagte der Präsident des nationalen Gesundheitsinstitutes (ISS), Silvio Brusaferro, in Rom. Seit dem 19./20. März gebe es eine leichte Abflachung der Kurve der neuen Ansteckungen - die Kurve falle aber noch nicht ab, «wir sind in einer Verlangsamung der Steigung». (dpa)

Särge, die aus der Gegend von Bergamo eintreffen, werden von Arbeitern in Schutzanzügen aus einem Militärfahrzeug in ein Gebäude des Friedhofs von Cinisello Balsamo getragen.  Foto: Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa

Tui soll Milliarden-Hilfskredite wegen Corona-Einbrüchen bekommen

Der Reisekonzern Tui soll im Kampf gegen den Einbruch seines Geschäfts wegen der Corona-Pandemie staatliche Hilfskredite über 1,8 Milliarden Euro bekommen. Man habe nach der Beantragung nun eine entsprechende Zusage der Bundesregierung erhalten, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Das Darlehen laufe über die Förderbank KfW. Mit dem Geld soll eine weitere Kreditlinie des Konzerns im Wert von 1,75 Milliarden Euro aufgestockt werden. Weil hierzu auch bestehende Verträge geändert werden müssen, sei noch die Zustimmung weiterer Banken nötig, hieß es. (dpa)

696 Corona-Infizierte in Brandenburg - 117 neue Fälle

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Brandenburger wächst weiter. Mit Stand Freitag (16.00 Uhr) waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums 696 Infizierte in Brandenburg gemeldet. Das sei ein Zuwachs von 117 Fällen innerhalb der vergangenen 24 Stunden. 53 Menschen sind demnach in Behandlung in Krankenhäusern, davon werden elf künstlich beatmet.

Nachdem am Donnerstagabend und am Freitagmorgen zwei 88 und 80 Jahre alte Männer in Potsdam an Covid-19 gestorben sind, hat sich die Zahl der Toten in Brandenburg auf drei erhöht. Der erste Todesfall in Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus war in der vergangenen Woche im Landkreis Oberhavel bekanntgeworden. (dpa)

Steinmeier unterzeichnet Gesetzespaket mit Corona-Hilfen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Gesetzespaket mit den Milliardenhilfen für Unternehmen und Bürger in der Corona-Krise unterzeichnet. Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamts am Freitag in Berlin mit. Die Gesetze müssen jetzt nur noch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden. Nur wenige Stunden zuvor hatte der Bundesrat das Hilfspaket mit Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger einstimmig beschlossen. Die ersten Gelder sollen noch vor dem 1. April bei den Betroffenen ankommen. (dpa)

Sprecher: Britischer Premier Johnson positiv auf Coronavirus getestet

Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Der Regierungschef habe am Donnerstag "leichte Symptome" entwickelt und sich daraufhin testen lassen, sagte ein Sprecher am Freitag in London. "Das Ergebnis ist positiv." (afp)

Ukraine: Orthodoxe Himmelsgebete gegen das Coronavirus

Stoßgebete vom Himmel: Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie setzt eine der orthodoxen Kirchen der Ukraine auf ungewöhnliche Methoden. Priester des Moskauer Patriarchats in den südlichen Städten Saporischschja und Odessa flogen im Hubschrauber und im Flugzeug über ihre Gemeinden, wie örtliche Medien am Freitag berichteten. Hoch oben in der Luft beteten sie mit Heiligenbildern. In einem Video war zu sehen, wie ein Geistlicher ein Kreuz in der Hand hielt. Andere Geistliche fuhren auf den Ladeflächen von Kleintransportern oder Geländewagen durch Orte und segneten sie mit Weihwasser.

Die Geistlichen wollen somit die Bewohner vor dem sich ausbreitenden Coronavirus bewahren. In dem osteuropäischen Land sind nach offiziellen Angaben bisher 218 Menschen mit dem Virus infiziert. Fünf Patienten starben demnach an der Lungenkrankheit Covid-19. In dem konfessionell gespaltenen Land gibt es neben mindestens zwei orthodoxen Kirchen auch eine große katholische Glaubensgemeinschaft. (dpa)

Regierung will deutlich mehr Menschen auf das Coronavirus testen

Die Bundesregierung setzt im Kampf gegen das Coronavirus auf eine kräftige Ausweitung der Tests. Mehr Menschen zu testen mache "natürlich Sinn", um mit der exponentiellen Ausbreitung des Virus Schritt zu halten, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag. Mehrere Medien zitierten aus internen Dokumenten, wonach die Regierung eine größtmögliche Erhöhung anstrebt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) machte derweil klar, dass eine Debatte über die Lockerung der Corona-Restriktionen noch nicht anstehe.

Vorbild für die weiteren Maßnahmen der Bundesregierung könnte Südkorea sein: Den dortigen Behörden war es mit Massentests und der Isolierung von Erkrankten gelungen, die Ausbreitung des neuartigen Erregers stark zu verlangsamen, ohne das öffentliche Leben zum Stillstand zu bringen. (afp)

Große Nachfrage nach Corona-Soforthilfe für Unternehmen

Die Corona-Soforthilfen haben am Freitag einen Ansturm von Unternehmern ausgelöst. Nach Freischaltung der Online-Anträge steuerten mehrere Zehntausend Interessenten die Website der Investitionsbank Berlin an. Nutzer mussten mehr als eine Stunde warten, um die Formulare ausfüllen zu können. Am frühen Nachmittag waren mehr als 60.000 Nutzer in der Warteschlange.

«200 Anträge sind in der ersten halben Stunde erfolgreich eingegangen», teilte die landeseigene Förderbank zwischenzeitlich mit. «Wir werden die Kapazitäten noch weiter erhöhen, damit noch mehr Personen gleichzeitig ihren Antrag auf den Corona-Zuschuss stellen können.» Soloselbstständige, Freiberufler und Kleinstunternehmer mit höchstens fünf Mitarbeitern können 5000 Euro Soforthilfe vom Land bekommen, außerdem bis zu 9000 Euro vom Bund. Für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten gibt es aus Bundesmitteln bis zu 15.000 Euro. (dpa)

Mehr als 4800 Todesfälle durch Coronavirus in Spanien

In Spanien hat sich die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus auf mehr als 4800 erhöht. 769 weitere Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen ihrer Infektion gestorben, teilte die Regierung in Madrid am Freitag mit. Es handelt sich um die höchste Zahl an Todesfällen in Spanien an nur einem Tag seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Infektionsfälle stieg auf mehr als 64.000. Gemessen an den Todesfällen ist Spanien nach Italien das am stärksten von der Pandemie betroffene Land Europas. Täglich kommen rund 8000 Neu-Infektionen hinzu. Trotz des drastischen Anstiegs bei den Neu-Infektionen zeichnet sich in dem Land aber ein leichtes Abflachen der Ansteckungskurve ab. Am Freitag erhöhte sich die Zahl der Neuinfektionen um 14 Prozent, am Donnerstag waren es noch vier Prozentpunkte mehr.

Mehr als 43.700 Corona-Infizierte in Deutschland - mehr als 270 Tote

In Deutschland sind bislang mehr als 43.700 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 11.500 nachgewiesenen Fällen und 85 Toten sowie Bayern mit mehr als 8800 Fällen und Baden-Württemberg mit mehr als 8400 Fällen. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 87,7 die meisten Infektionen. Mehr als 270 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

Dritter Toter nach Coronavirus-Infektion in Brandenburg

Nach zwei Covid-19-Todesfällen in Potsdam hat sich die Zahl der Toten mit nachgewiesener Coronavirus-Infektion in Brandenburg auf drei erhöht. In der Landeshauptstadt sei am Freitagmorgen ein 80 Jahre alter Mann daran gestorben, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert auf einer Pressekonferenz. Am Vorabend war ebenfalls im Ernst-von-Bergmann-Klinikum der erste Todesfall in Potsdam gemeldet worden, dabei handelte es sich um einen 88-Jährigen. Der erste Brandenburger, der nachweislich nach einer Erkrankung an dem neuartigen Virus gestorben ist, war in der vergangen Woche aus dem Landkreis Oberhavel gemeldet worden. (dpa)

Zwei Drittel aller weltweiten Covid-19-Todesfälle in Europa

Etwa jede zweite bestätigte Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sowie zwei Drittel aller damit verbundenen Todesfälle gehen bislang auf Europa zurück. Wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Freitag auf Twitter mitteilte, wurden bis Donnerstagvormittag weltweit 467.710 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen, davon 232.470 in den Ländern der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums sowie in Großbritannien. Weltweit starben demnach bis zu dem Zeitpunkt 20.947 Menschen an der Covid-19-Erkrankung, darunter 13.692 in Europa. Deutschland hatte nach Angaben des ECDC hinter Italien (74.386) und Spanien (47.610) die europaweit drittmeisten Infektionen (36.508), im Vergleich zu den anderen Ländern aber deutlich weniger Todesfälle: Während in Italien mehr als 7500 und in Spanien über 3400 Menschen an Covid-19 gestorben seien, seien es in Deutschland bis Donnerstag nur 198 gewesen.

US-Schauspieler Mark Blum an Corona gestorben

Mark Blum Foto: dpa

Der New Yorker Film- und Theaterschauspieler Mark Blum ist mit 69 Jahren an den Folgen von Covid-19 gestorben. Seine Infektion mit dem neuen Coronavirus habe zu Komplikationen geführt, denen der Darsteller schließlich erlegen sei, teilte die Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild am Donnerstag (Ortszeit) mit. Blum wurde mit Filmen wie «Desperately Seeking Susan» und «Crocodile Dundee» bekannt. Er spielte regelmäßig in dem New Yorker Off-Broadway-Theater «Playwright Horizons», das auf Twitter der Trauer der Kollegen Ausdruck verlieh: «Danke für alles, was du für unser Theater gemacht hast, Mark», heißt es. «Wir werden dich vermissen.» Dazu veröffentlichte das New Yorker Haus einige Szenenbilder alter Bühnenstücke. (dpa)

1500 Schutzmasken aus Hamburger Klinik gestohlen

Unbekannte Täter haben rund 1500 Schutzmasken aus einem Krankenhaus in Hamburg gestohlen. Die Polizei schätzte den Schaden auf 15 000 Euro, wie sie am Freitag mitteilte. Es hätten nur befugte Personen Zugang zu dem Masken-Depot gehabt, dies grenze den Verdächtigenkreis ein. Die Masken wurden demnach im Zeitraum vom 20. bis 25. März in dem Krankenhaus im Hamburger Stadtteil Eilbek gestohlen. Das Landeskriminalamt hat den Fall übernommen. Zuvor hatte das «Hamburger Abendblatt» berichtet. (dpa)

Experte: Noch keine Trendwende in Corona-Krise in Italien

Trotz leicht sinkender Neu-Infektionen mit dem Coronavirus ist Norditalien nach Einschätzung eines Experten noch nicht über den Berg. Der Höhepunkt stehe noch bevor, sagte der Medizinische Direktor der Gesundheitsbehörde der Provinz Bergamo, Carlo Alberto Tersalvi, am Freitag im Deutschlandfunk. Es sei zu früh, von einer Trendwende zu sprechen. Es sei ein erstes «gutes Signal», dass sich das Tempo der bestätigten Neuinfektionen verlangsamt habe. Die Lage in den sechs Krankenhäusern der Provinz Bergamo sei weiter «sehr kritisch», sagte Tersalvi. Die Kliniken seien voll mit Intensivpatienten und «am Limit». Etwas Entlastung verschaffe die hausärztliche Versorgung. Viele weniger schwer Erkrankte würden zu Hause behandelt. «Das hilft», sagte Tersalvi, der die Zusammenarbeit aller Kliniken in der Provinz steuert.

Kleinunternehmer können jetzt Corona-Hilfen beantragen

Kleinunternehmer in Berlin können von heute (Freitag) an Bundes- und Landeshilfe gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie beantragen. Die Investitionsbank Berlin schaltet das Formular um 12.00 Uhr auf ihrer Website frei. Soloselbstständige, Freiberufler und Kleinstunternehmer mit höchstens fünf Mitarbeitern können 5000 Euro Soforthilfe vom Land bekommen, außerdem bis zu 9000 Euro vom Bund. Für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten gibt es aus Bundesmitteln bis zu 15.000 Euro. Die Bundesmittel können nur für laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten und Ähnliches beantragt werden, wie die Förderbank erklärte. Anträge, die schon vor Fristbeginn eingereicht wurden, werden nicht berücksichtigt.

Die IBB bietet außerdem zinslose Überbrückungskredite von bis zu 500.000 Euro mit einer Laufzeit von zwei Jahren, die Liquiditätshilfen Berlin. Die Nachfrage danach sei groß, hieß es bei der Bank. Unternehmer wurden gebeten, die Anträge auch früh morgens oder spät abends einzureichen, um das Kundenportal nicht zu überlasten. Unternehmer können auch von der Förderbank des Bundes, der KfW, Kredite erhalten. Diese werden über die Hausbanken beantragt. Über alle Programme informieren die IBB, die Fördergesellschaft Berlin Partner und die Berliner Tourismus- und Kongressgesellschaft (Visit Berlin) auch telefonisch. (dpa)

Umsatz des Handwerks geht wegen Corona-Krise um gut 50 Prozent zurück

Der Umsatz der Handwerksbetriebe in Deutschland ist wegen der Corona-Pandemie im Schnitt um gut 50 Prozent eingebrochen. In einer Umfrage des Zentralverbands ZDH unter 4900 Unternehmen diese Woche gaben 77 Prozent der Betriebe Umsatzrückgänge an, 55 Prozent berichteten von stornierten Aufträgen und 36 Prozent von fehlendem Personal, weil etwa Beschäftigte wegen eigener Quarantäne oder fehlender Kinderbetreuung nicht zur Arbeit erscheinen können. "Die Corona-Krise hat das Handwerk mit voller Wucht und in der ganzen Breite getroffen", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer dem "Handelsblatt" vom Freitag. Ohne staatliche Überbrückungshilfen stünden zahlreiche Betriebe vor dem Aus. In der Umfrage gaben laut Zeitung 16 Prozent der Befragten an, dass ihr Betrieb wegen behördlicher Vorgaben geschlossen wurde. Die Quote der stornierten Aufträge liege bei 45 Prozent. 58 Prozent der Betriebe planen den Angaben zufolge Kurzarbeit. Für elf Prozent ist die Kündigung von Mitarbeitern vorstellbar und für 18 Prozent die vorübergehende Schließung des eigenen Betriebs. (AFP)

Trump spricht mit Xi über Corona und lobt Zusammenarbeit mit China

US-Präsident Donald Trump hat mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping telefoniert und die gute Zusammenarbeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie hervorgehoben. «China ist schon weit vorangekommen und hat ein großes Verständnis des Virus entwickelt. Wir arbeiten eng zusammen. Großer Respekt!», schrieb Trump auf Twitter. In der zentralchinesischen Provinz Hubei war das neue Virus Sars-CoV-2 Ende vorigen Jahres zuerst aufgetreten. Inzwischen gibt es in China kaum noch Neuerkrankungen. In den USA hat deren Zahl zuletzt dagegen stark zugenommen. (dpa)

+++ 26. März +++

1937 bestätigte Coronavirus-Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 1937 bestätigte Coronavirus-Fälle. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstagabend mit. Die Zahl der Infizierten in der Hauptstadt ist somit um 292 gestiegen. 235 der infizierten Personen werden im Krankenhaus isoliert und behandelt, 46 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen befinden sich in häuslicher Isolation. Acht Personen seien bislang am neuartigen Coronavirus verstorben. (BK)

22 Polizisten infiziert, 446 in Quarantäne

Bei der Berliner Polizei sind inzwischen 468 Beamte wegen einer möglichen Coronavirus-Ansteckung betroffen und können nicht arbeiten. 22 Polizisten sind infiziert, 80 in einer vom Amtsarzt angeordneten Quarantäne und 366 in einer freiwilligen Quarantäne. Das sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Donnerstag. An den vergangenen Tagen seien aber auch jeweils zwischen 30 und 65 Kollegen aus der Quarantäne zurückgekehrt. Die Polizei hat inzwischen eine eigene Virus-Teststrecke eingerichtet. Bislang seien 60 Polizisten getestet worden, 3 davon seien infiziert. «Wir testen nur Kollegen mit Symptomen», sagte Slowik. Für bis zu 40 Kollegen soll das künftig pro Tag möglich sein. Menschen ohne Symptome zu testen sei nicht sinnvoll, weil es zu viele falsche Ergebnisse gebe. (dpa)

RKI-Präsident: Mindestens 5900 Corona-Patienten in Deutschland wieder genesen

In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bereits mehrere tausend Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus wieder gesund geworden. "Wir schätzen, dass mindestens 5900 Mitbürger inzwischen genesen sind", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Die Zahl der Infizierten gab das RKI am Donnerstag mit rund 36.500 an, das waren etwa 5000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle lag nach RKI-Zählung bei 198. (AFP) 

Berichte: Corona-Fall in der Papst-Residenz

Im Vatikan sorgen Berichte über einen Coronafall im Umfeld des Papstes für Aufregung. Mehrere italienische Medien schrieben am Donnerstag, in der Residenz von Papst Franziskus, in der Casa Santa Marta, sei ein Geistlicher positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden sei. Der Vatikan bestätigte die Berichte auf Anfrage zunächst nicht. Schon Anfang März hatte es die Pressestelle des Kirchenstaates abgelehnt, Berichte über einen angeblichen Virus-Test des 83-jährigen Kirchenoberhaupts genauer zu kommentieren. Wie mehrere Zeitungen schrieben, sei ein Mitarbeiter des Staatssekretariats positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sein Umfeld sei am Mittwoch informiert, Gesundheitsvorkehrungen seien getroffen worden. (dpa)

Frankreich bittet Bundeswehr wegen Corona-Krise um Hilfe

Wegen der Corona-Krise hat Frankreich in Deutschland nach einem Bericht des «Spiegel» um schnelle Hilfe der Bundeswehr ersucht. Die Regierung in Paris habe in den vergangenen Tagen über militärische und diplomatische Kanäle bei der Bundesregierung angefragt, ob die Bundeswehr wegen der Notlage im Nachbarland schnell aushelfen könne, berichtete das Nachrichtenmagazin am Donnerstag. Das Verteidigungsministerium in Berlin sagte dazu auf Anfrage, ein offizieller Antrag liege nicht vor.

Dringend benötigt würden laut dem französischen Ersuchen Helikopter zur Verlegung von Corona-Patienten aus besonders betroffenen Regionen in andere Landesteile, heißt es in dem Bericht. Zudem könnte die Bundeswehr bei der Versorgung von Covid-19-Patienten helfen, die derzeit das französische Gesundheitssystem an seine Kapazitätsgrenzen bringen - offenkundig sind also Plätze zur medizinischen Behandlung angefragt. Paris schwebe aber auch ein Einsatz von Einheiten der deutsch-französischen Brigade vor. (dpa)

Corona-Zahlen in Spanien steigen trotz strenger Regeln weiter

Zwölf Tage nach dem Beginn des Corona-Alarmzustandes in Spanien sind die Zahlen der bestätigten Fälle und der Toten innerhalb von 24 Stunden weiter drastisch gestiegen. Bis zum Donnerstagmittag kletterte die Zahl der Infizierten um 8500 auf mehr als 56.000, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Rund 4000 Menschen starben bisher insgesamt an Covid-19, allein seit Mittwoch wurden 650 Tote gemeldet. Viele Krankenhäuser sind völlig überfordert: Das spanische Fernsehen zeigte Bilder von überfüllten Intensivstationen, in denen die Patienten in den Gängen ausharren. Allein im spanischen Corona-Hotspot Madrid kletterte die Zahl der Fälle auf 17.000. Fast 2100 Menschen sind gestorben, am Vortag waren es noch 1800. Der Gesundheitsminister der Gemeinschaft Madrid, Enrique Ruiz Escudero, sieht aber Licht am Ende des Tunnels. Der Tag, an dem es weniger neue Fälle als am Vortag geben werde, sei nah, betonte er in einem Interview mit dem Sender «Antena 3». «Das könnte zwischen heute und morgen oder am Wochenende geschehen.» (dpa)

Bezirksbürgermeister Igel begibt sich in häusliche Quarantäne

Der Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, Oliver Igel (SPD), wurde am Mittwochnachmittag darüber informiert, dass es in seinem engsten Familienkreis ein positiv auf das Coronavirus getestetes Familienmitglied gibt. Unmittelbar nach dieser Information hat sich der Bezirksbürgermeister in häusliche Quarantäne begeben. Igel wird auf das Coronavirus getestet. Er zeigt keinerlei Symptome. Seinen Dienstgeschäften wird er weiterhin aus der häuslichen Quarantäne heraus nachgehen. (BK)

Vivantes-Kliniken: Dutzende Mediziner in Quarantäne

Bei den landeseigenen Berliner Vivantes-Kliniken müssen bereits am Anfang der Coronavirus-Pandemie mehrere Dutzend Ärztinnen und Ärzte in Quarantäne bleiben. An allen Standorten seien zusätzlich zu den Abklärungsstellen für Patienten Abstrichstellen für Mitarbeiter eingerichtet worden, berichtete Sprecherin Astrid Steuber. Bei den ersten Krankheitssymptomen erfolge dort ein Test zum Ausschluss von Covid-19 und je nach Ergebnis auch eine 14-tägige Quarantäne. Aktuell gelte, dass Mitarbeiter nach Kontakt mit einem infizierten Menschen weiter arbeiteten, solange sie ohne Symptome seien - allerdings mit entsprechender Schutzausrüstung und engem Monitoring der eigenen Gesundheit. (dpa)3,3 Millionen neue Arbeitslosenmeldungen in den USA GRUNDTEXT

USA: 3,28 Millionen neue Arbeitslose

Die Coronavirus-Krise sorgt für eine Explosion der Arbeitslosenzahlen in den USA. In der vergangenen Woche meldeten sich 3,28 Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Das ist der höchste Zahl an Meldungen seit Beginn dieser Messung. (AFP)

Umfrage: Jeder Dritte für härtere Corona-Einschränkungen

Im Kampf gegen das Coronavirus rechnen fast zwei Drittel der Deutschen mit weiteren Einschränkungen der persönlichen Freiheit. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur äußerten 64 Prozent die Erwartung, dass die beschlossenen Maßnahmen zur Vermeidung zwischenmenschlicher Kontakte noch einmal verschärft werden. Nur 20 Prozent glauben nicht daran, 16 Prozent machten keine Angaben. Die Akzeptanz der Maßnahmen ist der Umfrage zufolge riesig. 88 Prozent der Befragten der YouGov-Umfrage sind mit dem Maßnahmenkatalog einverstanden. Jeder Dritte (32 Prozent) wünscht sich sogar noch härtere Einschränkungen. Nur acht Prozent der Deutschen halten die Maßnahmen für überzogen. (dpa)

Bund gegen vorübergehende Tegel-Schließung 

(dpa) Im Bundesverkehrsministerium gibt es starke Vorbehalte gegen eine vorübergehende Schließung des Flughafens Tegel. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen erfuhr, drängt der Bund darauf, beide Berliner Flughäfen offen zu halten. Grund sei, grundsätzlich die Infrastruktur funktionsfähig zu halten - vor allem auch für Frachtflüge und Urlaubsrückkehrer. Der Bund hält Anteile an der Flughafengesellschaft und ist im Aufsichtsrat vertreten. Im Berliner Senat gibt es Überlegungen, den Flughafen Tegel vorübergehend zu schließen. Hintergrund sind die massiven Einbrüche bei den Passagierzahlen um mehr als 90 Prozent an den Berliner Flughäfen aufgrund von Sars-CoV-2. «Also ich werde hier nicht das Versprechen abgeben, dass zum Beispiel Tegel oder eine andere Betriebsstätte des Flughafens nicht temporär geschlossen wird», sagte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Mittwoch im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Das Land Berlin ist zu mehr als einem Drittel an den Hauptstadt-Flughäfen Schönefeld und Tegel beteiligt. Der Flughafen Tegel soll mit der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER Ende Oktober ohnehin komplett geschlossen werden. (dpa)

Rund 5000 neue Corona-Fälle in Deutschland, offiziell 198 Tote

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstag mit 36.508 angegeben - ein Plus von 4954 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 37.323 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 198 Todesfälle, die JHU 206 Tote. (AFP)

Scheeres: Abi-Prüfungen auch bei weiter geschlossenen Schulen machbar

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) geht davon aus, dass Abiturprüfungen auch dann organisiert werden können, wenn die Schulen wegen der Corona-Pandemie weiter geschlossen bleiben. Die Entscheidung der Kultusministerkonferenz, die Prüfungen nicht ausfallen zu lassen, «ist der richtige Weg, damit unsere Schülerinnen und Schüler Planungssicherheit haben», sagte die Politikerin am Donnerstag im rbb-Inforadio. Wegen der Anerkennung der Abschlüsse brauche es eine deutschlandweite Lösung. Angesichts der Coronavirus-Krise müssten aber besondere Vorkehrungen getroffen werden, um die Gesundheit von Schülern und Lehrern zu gewährleisten. Scheeres sprach sich im Inforadio auch dafür aus, die für kurz nach den Osterferien angesetzten Prüfungen nach hinten zu verschieben. (dpa)

Zwei Ortsteile in Sachsen-Anhalt wegen Coronavirus unter Quarantäne

Wegen der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten sind zwei Ortsteile der Stadt Jessen (Elster) in Sachsen-Anhalt von der Außenwelt abgeschirmt: Jessen und Schweinitz stehen unter Quarantäne. Seit diesem Donnerstagmorgen, 7.00 Uhr, kontrollieren Feuerwehrleute und Polizisten die Zufahrtsstraßen, wie der Sprecher des Landkreises Wittenberg bestätigte. Die Quarantäne ist bis zum 10. April angekündigt. Dem Sprecher zufolge sind rund 8000 Einwohner betroffen. Anlass für die Maßnahmen ist ein Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim. Von 16 Infizierten mussten bereits drei ins Krankenhaus gebracht werden. «Das Haus verlassen darf man, um sich auf kürzestem Wege etwas zu Essen zu holen oder in die Apotheke zu gehen», sagte der Sprecher. Der Zutritt oder die Zufahrt zu den gesperrten Ortsteilen ist laut einer Mitteilung des Landkreises nur Menschen gestattet, die dort ihren Haupt- oder Nebenwohnsitz haben und sich unverzüglich in die häusliche Quarantäne begeben. Ausnahmen sollen gelten für «Personen, die Maßnahmen der medizinisch indizierten Pflege wahrnehmen, Rettungsdienste, ärztliche Hausbesuche» sowie Mitarbeiter bestimmter lokaler Unternehmen. (dpa)

Regierung rechnet mit 2,1 Millionen Kurzarbeitern

Die Bundesregierung rechnet nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit etwa 2,1 Millionen Kurzarbeitern in der Corona-Krise. "Darauf bereiten wir uns erst einmal vor", sagte BA-Vorstand Christiane Schönefeld der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Donnerstag. "Aber wir nehmen auch in den Blick, dass die Zahlen deutlich höher sein könnten." Die BA wolle für jedes Szenario eine Antwort haben, sagte Schönefeld weiter. Die Behörde lasse sich "aber von den großen Zahlen bezüglich Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit nicht irritieren. Wir arbeiten stattdessen konsequent daran, immer mehr Mitarbeiter an den entscheidenden Stellen einzusetzen." Bei den Arbeitsagenturen sind demnach normalerweise 900 Beschäftigte im Bereich Kurzarbeit tätig. Inzwischen seien 2000 zusätzliche Kräfte für diese Aufgabe identifiziert worden, die nun sukzessive die bisherigen Teams verstärken sollen, sagte Schönefeld der Zeitung. (dpa)

Arzt: Mediziner sollten von Pendler-Quarantäne ausgenommen werden

Der ärztliche Direktor des Klinikums Uckermark, Rüdiger Heicappell, befürchtet durch die neue polnische Quarantäne-Regelung für Pendler nach Deutschland eine starke Beeinträchtigung für sein Krankenhaus. Etwa 50 Mitarbeiter seien davon betroffen, dass Polen ab Freitag Pendler, die in Deutschland arbeiten, nach ihrer Rückkehr wegen des Coronavirus in eine 14-tätige Quarantäne schicken will, sagte Heicappell im rbb-Inforadio. Dabei handele es sich überwiegend um Ärzte, aber auch Krankenschwestern und Hebammen. Bei insgesamt 140 Ärzten bedeute das Fehlen von rund 50 Mitarbeitern einen erheblichen Mehraufwand für die verbleibenden Kollegen. Heicappell begrüßte die Ankündigung der Brandenburger Landesregierung, Berufspendler beim Verbleib in Deutschland finanziell zu unterstützen, forderte im Inforadio aber auch: «Sie sollte sich dafür einsetzen, dass medizinisches Personal von der Quarantäne-Regel ausgenommen wird.» (dpa)

+++ 25. März +++

1645 bestätigte Coronavirus-Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 1645 bestätigte Coronavirus-Fälle. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwochabend mit. Die Zahl der Infizierten in der Hauptstadt ist somit um 220 gestiegen. 208 der infizierten Personen werden im Krankenhaus isoliert und behandelt, 38 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen befinden sich in häuslicher Isolation.

Am Mittwoch sei zudem ein vierter Corona-Patient in Berlin verstorben, heißt es weiter. Es handle sich hierbei um einen 83-jährigen Mann, der unter Vorerkrankungen litt. (BK)

Senat denkt über vorübergehende Tegel-Schließung nach

Für den Flughafen Tegel zeichnet sich eine vorübergehende Schließung aufgrund des neuartigen Coronavirus ab. „Also ich werde hier nicht das Versprechen abgeben, dass zum Beispiel Tegel oder eine andere Betriebsstätte des Flughafens nicht temporär geschlossen wird“, sagte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Mittwoch im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Zuvor hatte der rbb berichtet. Aus Fraktionskreisen hieß es, derzeit werde geprüft, wie schnell die Flughafengesellschaft von der sogenannten Betreiberpflicht entbunden werden könne. Das Land Berlin ist zu mehr als einem Drittel an den Hauptstadt-Flughäfen Schönefeld und Tegel beteiligt.

Der restliche Flugverkehr würde im Falle einer Schließung auf den zweiten Standort Schönefeld umgeleitet werden. Unklar war zunächst, ob sich der Bund als weiterer Gesellschafter von einem Betriebsstopp in Tegel überzeugen lässt. Schließlich starten von dort die Regierungsflieger. Hintergrund sind die massiven Einbrüche bei den Passagierzahlen um mehr als 90 Prozent an den Berliner Flughäfen aufgrund von Sars-CoV-2. Kollatz sprach von zweistelligen Millionenverlusten, die derzeit eingefahren würden. (dpa)

Coronavirus: Berlin erweitert auf zwei Straßen vorübergehend Radwege

Zwei viel befahrene Berliner Straßen haben für die Dauer der Corona-Krise vorübergehend erweiterte Radwege bekommen. Das Pilotprojekt in Kreuzberg solle bei Interesse auch auf andere Bezirke ausgeweitet werden, teilten die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr und das zuständige Bezirksamt am Mittwoch mit. „Mit dem Rad zu fahren, ist gerade in der Corona-Krise gut, um Ansteckungsrisiken zu vermeiden, zwingend nötige Wege zurückzulegen und sich an der frischen Luft sportlich zu betätigen“, hieß es. „Damit tragen die Maßnahmen auch dazu bei, den öffentlichen Personennahverkehr zu entlasten und in S- und U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen das Abstandsgebot leichter einzuhalten.“

Neu eingerichtet wurde zunächst ein Radfahrstreifen entlang des Halleschen Ufers vom Halleschen Tor bis zum Mendelssohn-Bartholdy-Park. Außerdem wurde an der Ecke Zossener Straße / Gitschiner Straße ein bestehender Streifen auf der Fahrbahn zu Lasten der Autospur verbreitert. (dpa)

Wegen Coronavirus: Polen führt Quarantäne auch für Pendler ein

 Wegen der Ausbreitung des Coronavirus will Polen künftig auch Berufspendler nach einer Rückkehr ins Land in eine 14-tägige Quarantäne schicken. Die seit Einführung der Grenzkontrollen gültige Ausnahme für diese Gruppe werde aufgehoben, heißt es in einer Verordnung des Gesundheitsministeriums in Warschau. „Nur noch bis Freitag können Menschen, die auf der anderen Seite der Grenze arbeiten, diese frei überqueren“, sagte Innenminister Mariusz Kaminski. Bis dahin hätten die Betroffenen Zeit, ihre berufliche Situation zu organisieren und sich beispielsweise mit Hilfe ihrer Arbeitgeber eine Unterkunft im Ausland zu suchen. Man könne nicht zulassen, dass Polen regelmäßig in ihre Heimat aus solchen Ländern zurückkehren, wo die Infektionsrate höher sei. Ab Freitag können sich Pendler bei den polnischen Gesundheitsämtern Bescheinigungen über die Quarantäne-Regelungen ausstellen lassen. (dpa)

Auch zweiter Coronavirus-Test der Kanzlerin negativ

Auch das Ergebnis des zweiten Coronavirus-Tests von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist negativ. Die Kanzlerin arbeite weiterhin aus der häuslichen Quarantäne und werde sich Anfang der kommenden Woche erneut testen lassen, teilte ein Regierungssprecher am Mittwoch mit. Merkel hatte am vergangenen Freitag Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt. (dpa)

505 bestätigte Corona-Diagnosen in Brandenburg - 62 neue Fälle

Die Zahl der in Brandenburg nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen hat sich bis Mittwochnachmittag auf 505 erhöht (Stand: 15.00 Uhr). Das teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Innerhalb der zurückliegenden 24 Stunden seien 62 neue Erkrankungen registriert worden. Derzeit liegen 40 Betroffene im Krankenhaus, drei davon werden künstlich beatmet. Weiterhin ist ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet. Die meisten Infektionen mit dem neuartigen Virus wurden aus dem Landkreis Märkisch-Oderland gemeldet. Dort sind 62 Menschen infiziert. (dpa)

Prinz Charles positiv auf Coronavirus getestet

Prinz Charles ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Foto: Mary Altaffer/AP/dpa

Der britische Thronfolger Prinz Charles ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das teilte der Palast am Mittwoch in London mit. Er habe nur milde Symptome und sei ansonsten bei guter Gesundheit, hieß es weiter. Mit seinen 71 Jahren gehört Prinz Charles jedoch bereits zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko durch die Lungenkrankheit Covid-19. Seine Frau, Herzogin Camilla (72), sei ebenfalls getestet worden, bei ihr wurde aber den Angaben zufolge keine Infektion festgestellt. Das Paar sei nun in häuslicher Isolation auf Schloss Balmoral in Schottland. Wo sich der Prince of Wales das Virus eingefangen haben könnte, war zunächst unklar. (dpa)

Polizei macht Bars dicht und löst Drogenparty auf

Bei Kontrollen gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind Berliner Polizisten in der Nacht zum Mittwoch wieder auf Zusammenkünfte im Freien gestoßen. Diese seien aufgelöst worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Stadtweit waren von 18.00 Uhr (Dienstag) bis 06.00 Uhr 230 Beamte in der ganzen Stadt unterwegs. Überprüft worden seien nicht nur Ansammlungen unter freiem Himmel, sondern auch 25 Objekte. Insgesamt seien 63 Verstöße gegen die Corona-Eindämmungs-Verordnung festgestellt worden. In einer Wohnung wurde eine Drogenparty aufgelöst. Auch noch geöffnete Bars mussten dichtmachen. 38 Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz seien geschrieben worden.

Am Dienstagabend hatte die Polizei im Kampf gegen Kontaktverstöße auch einen Hubschrauber eingesetzt. Beamte überflogen nach Hinweisen zu vollen Grünanlagen den Gleisdreieck-Park, die Hasenheide in Neukölln und den Volkspark Friedrichshain. Ob solche Übersichts-Flüge auch für die nächsten Tage vorgesehen sind, blieb zunächst offen. Auch tagsüber partroullieren Beamte durch die Stadt. Am Dienstag wurden in 21 Fällen Verstöße gegen die Regelungen festgestellt. Neun Geschäfte wurden demnach sofort geschlossen. Aufgelöst worden seien auch Gruppen, in denen sich mehr als zwei Personen ohne triftigen Grund im Freien aufhielten. 16 Straf- und fünf Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen wurden gefertigt. (dpa)

Mehr als 150 000 im Ausland gestrandete Deutsche zurück

Die Bundesregierung hat gemeinsam mit Reiseveranstaltern und der Lufthansa inzwischen mehr als 150 000 wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandete Deutsche zurückgeholt. 17 000 seien mit den vom Auswärtigen Amt gecharterten Maschinen ausgeflogen worden, sagte der stellvertretende Sprecher des Ministeriums, Rainer Breul, am Mittwoch in Berlin. Bei der Anfang vergangene Woche gestarteten Rückholaktion geht es insgesamt um rund 200 000 Reisende. «Wir haben da noch eine Wegstrecke vor uns», sagte Breul. (dpa)

Abiturienten müssen wegen Corona-Verdachts Prüfung unterbrechen

Sieben Abiturienten aus dem hessischen Hochtaunuskreis müssen ihre Prüfungen wegen eines Covid-19-Verdachtsfalls unterbrechen und in häusliche Isolation. Eine Schülerin, die mit einer inzwischen positiv getesteten Person Kontakt hatte, habe typische Symptome der Lungenkrankheit gezeigt und noch am Dienstagabend von Zuhause die Schule informiert, wie der Kreisausschuss Hochtaunuskreis am Mittwoch mitteilte.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hatte zuvor beschlossen, die Abiturprüfungen sollten ungeachtet der Corona-Krise wie geplant stattfinden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Absage von Prüfungen nicht notwendig, erklärte die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz der Minister. Die Schüler könnten in diesem Schuljahr ihre Abschlüsse erwerben. (dpa/BK)

Putin verschiebt wegen Coronavirus Verfassungsreferendum

Wegen der Corona-Pandemie hat Russlands Präsident Wladimir Putin das Referendum über eine geplante Verfassungsreform verschoben, die ihm den Weg zu weiteren Amtszeiten ebnen soll. Die Menschen sollten jetzt "besser zu Hause bleiben", sagte der Staatschef am Mittwoch in einer seltenen Fernsehansprache. Zugleich ordnete er an, dass die Russen in der kommenden Woche nicht zur Arbeit gehen sollen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. (afp)

Spanien verzeichnet mehr Corona-Todesopfer als China

Die Zahl der Corona-Todesopfer in Spanien hat die Opferzahlen Chinas überholt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid vom Mittwoch starben bislang 3434 Menschen in Spanien an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Binnen eines Tages seien weitere 738 Todesopfer hinzugekommen. Trotz der vor elf Tagen verhängten strikten Ausgangssperre stieg die Zahl der Infizierten auf 47.610 an. Spanien ist nach Italien das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. In China wurden bislang 3281 Todesfälle gemeldet. (afp)

Niederlande sehen Verbreitung des Virus gebremst

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Epidemie sehen die Niederlande erste positive Ergebnisse. Die Verbreitung des Virus scheine gebremst, sagte der Leiter des staatlichen Zentrums für Infektionsbekämpfung, Professor Jaap van Dissel, am Mittwoch vor einem Ausschuss des Parlaments in Den Haag. «Das ist vorläufig ein positiver Trend.» Die strengen Beschränkungen des öffentlichen Lebens hätten dazu geführt, dass ein Corona-Patient im Schnitt nur noch etwa eine andere Person anstecke und nicht wie bisher mehr als zwei, sagte van Dissel. Ein Ende der Krise sei aber nicht in Sicht, warnte er. Die Epidemie werde sicher noch «einige Monate» andauern. Bisher gibt es in dem EU-Partnerland 5560 registrierte Corona-Patienten. Mindestens 276 Menschen starben. (dpa)

Mehr als 33.200 Corona-Infizierte in Deutschland - mehr als 160 Tote

In Deutschland sind bislang mehr als 33.200 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 9400 sowie Bayern mit mehr als 6300 und Baden-Württemberg mit mehr als 6000 Fällen. Mehr als 160 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten. (dpa)

Thailand schließt wegen Corona-Pandemie die Grenzen

Thailand wird zur Eindämmung der Corona-Pandemie von diesem Donnerstag an bis Ende April seine Grenzen schließen. Ältere und gesundheitlich schwache Menschen sollten zu Hause bleiben, sagte Regierungschef Prayut Chan-o-cha in einer Fernsehansprache am Mittwoch. Zudem werde es Maßnahmen gegen Hamsterkäufe und die Verbreitung von Fake News geben. Thailand stünden schwere Zeiten bevor, sagte Prayut weiter. Die Regierung hatte bereits am Dienstag angekündigt, dass in dem südostasiatischen Land ab Donnerstag der Ausnahmezustand gelten wird.

Twitter-Account vom RKI gehackt

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat eine unberechtigte Verwendung seines Twitter-Accounts eingeräumt. «Wir haben sehr schnell auf den Fake-Tweet reagiert, ihn gelöscht und das Passwort geändert», sagte Sprecherin Susanne Glasmacher am Mittwoch. Am Morgen hatten sich mehrere Twitter-Nutzer darüber empört, dass das RKI einen Tweet zum Streit um die politische Einordnung des AfD-Politikers Björn Höcke weiterverbreitet hatte. Kurze Zeit später twitterte das RKI: «Leider hat sich heute morgen 25.3. jemand unberechtigt kurzfristig Zugang zum RKI-Twitter-Account verschafft. Der Retweet stammt nicht vom RKI und wurde umgehend gelöscht.» (dpa)

Corona-Ausgangssperre in Rumänien: Armee verstärkt Polizeikontrollen

 In Rumänien unterstützt seit Mittwoch die Armee die Polizei bei der Kontrolle der am Vortag verschärften Ausgangssperre aufgrund des sich ausbreitenden neuartigen Coronavirus. Auf den Straßen in Bukarest waren Soldaten in Geländefahrzeugen zu sehen. Derzeit darf man das Haus auch tagsüber nur noch für dringend notwendige Einkäufe, Arztbesuche oder den Weg zur Arbeit verlassen. An schärfere Bestimmungen müssen sich Menschen über 65 Jahre halten, da diese als besonders gefährdet gelten. Sie dürfen nur zwischen 11 und 13 Uhr Ortszeit ihre Wohnungen verlassen. In Rumänien stieg die Zahl der Menschen, die nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben sind, bis Mittwochmittag auf 13. Binnen 24 Stunden erhöhte sich die Zahl der Infizierten um 144 auf 906 seit Ausbruch der Pandemie. (dpa)

Zahl der Infizierten in Brandenburg steigt auf 468 - 39 neue Fälle

Die Zahl der in Brandenburg mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen hat sich bis Mittwoch auf 468 erhöht (Stand: 8.00 Uhr). Das teilte das Gesundheitsministerium am Vormittag mit. Innerhalb der zurückliegenden 24 Stunden seien 39 neue Erkrankungen registriert worden. Derzeit liegen 39 Betroffene im Krankenhaus, drei davon werden künstlich beatmet. Weiterhin ist ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet. (dpa)

Frankreich ruft Arbeitslose in Corona-Krise zur Feldarbeit

Frankreich hat Arbeitslose in der Corona-Krise zur Feldarbeit aufgerufen. Nach Angaben des französischen Dachverbands der Landarbeiter (FNSEA) vom Dienstagabend fehlen bis Mai rund 200.000 Saisonkräfte. Die Verbandspräsidentin Christiane Lambert rief Interessierte im Radiosender France Inter auf, sich auf einer Webseite zu melden, die mit Hilfe der Arbeitsagentur eingerichtet wurde. Landwirtschaftsminister Didier Guillaume hatte zuvor alle derzeit unbeschäftigten Franzosen aufgerufen, sich freiwillig zur Verfügung zu stellen. "Wir müssen produzieren, um die Franzosen zu ernähren", betonte Guillaume. (dpa)

RKI: Deutschland erst am Anfang der Corona-Epidemie, Entwicklung offen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) kann noch keine Einschätzung geben, ob die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus wirken. "Wir müssen weiter abwarten, um zu sehen, ob die Maßnahmen greifen", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. Im Moment sei es noch zu früh, um dies einzuschätzen. Wieler bekräftigte vorherige Äußerungen, dass Deutschland noch immer am Anfang der Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie stehe. "Es ist noch völlig offen, wie sich diese Epidemie weiter entwickelt", sagte er.

Das staatliche Institut änderte derweil seine Kriterien, nach denen mögliche Verdachtsfälle auf Covid-19 getestet werden. Das Kriterium, dass Menschen in Risikogebieten gewesen sein müssen, entfalle ab sofort. In solch einer Pandemie ergebe es irgendwann keinen Sinn mehr, nach einzelnen Gebieten zu unterscheiden, sagte Wieler zur Begründung. (dpa)

Ex-Grünen-Chef Özdemir hat bei Corona-Erkrankung das Schlimmste überstanden

Der mit dem Coronavirus infizierte Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir hat das Gröbste überstanden. "Die Symptome sind zum Glück relativ schnell verschwunden und ließen eine Ansteckung mit Covid-19 auf den ersten Blick auch nicht vermuten", sagte Özdemir der "Rhein-Neckar-Zeitung" von Mittwoch. Er bleibe aber weiter zuhause, hob Özdemir hervor. Özdemir und seine Familie sind seit dem positiven Testergebnis in häuslicher Quarantäne, der Politiker hatte sich nach eigenen Angaben aber schon vorher "weitestgehend isoliert". In dieser Situation sei es toll gewesen "zu merken, wie viele Menschen sich sofort mit guten Wünschen bei uns gemeldet haben". (AFP)

Deutsche Bahn: Fahren 75 bis 80 Prozent des üblichen Angebots

 Aufgrund des eingeschränkten Reiseverkehrs während der Coronakrise fährt die Deutsche Bahn eigenen Angaben zufolge derzeit rund 75 bis 80 Prozent ihres sonst üblichen Angebots. «Entgegen den Behauptungen von Herrn Weselsky hat die DB also schon Schritt für Schritt ihr Angebot zurückgefahren, um gerade auch schonend mit dem Personal umzugehen», teilte der Konzern am Mittwoch in Berlin mit. Sie wies damit Kritik des Vorsitzenden der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, zurück. Dieser hatte zuvor gefordert, die Kapazitäten von nach seiner Darstellung derzeit 90 Prozent auf 50 Prozent herunterzufahren.

Aus Weselskys Sicht hat die Bahn zu lange an einem 100-Prozent-Angebot festgehalten. Das könne auch für die Werkstätten zu einer Herausforderung werden, wenn die Krise es schwieriger mache, Ersatzteile zu bekommen, sagte er Deutschen Presse-Agentur. Die Fahrgastzahlen seien deutlich gesunken. Deshalb müsse die Bahn jetzt Personalreserven bilden, um auch in den nächsten Wochen ein verlässliches Grundangebot aufrecht erhalten zu können. (dpa)

Ministerin: Drastische Corona-Einschnitte nicht über Wochen durchzuhalten

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher hat angesichts der großen Einschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus Augenmaß gefordert. «Wir haben jetzt sehr drastische Maßnahmen an den Start gebracht. In einer Demokratie und in einem Rechtsstaat noch weiter zu gehen, fände ich schon schwierig», sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. «Wir müssen jetzt gucken, wann die Kurven abflachen und ob wir dann nachsteuern müssen.» Sie betonte: «Ich glaube, wir können Maßnahmen dieser Intensität nicht über Wochen und Monate durchhalten. Erstens könnte man dann die Wirtschaft in diesem Land ad acta legen, außerdem brauchen wir funktionstüchtige Institutionen.» Damit sich das Virus langsamer ausbreitet, dürfen Brandenburger seit Montag draußen nur allein, mit Angehörigen aus dem eigenen Haushalt oder nur mit einer Person außerhalb des Haushalts bei 1,5 Meter Abstand unterwegs sein. Das gilt vorerst bis 5. April. Das Betreten öffentlicher Orte ist verboten, aber Ausnahmen gelten für Arbeit, Arztbesuche, Einkaufen, Krankenbesuche, Sport und dringende Behördentermine. Viele Läden sind geschlossen, Supermärkte, Drogerien, Banken, Poststellen und Tankstellen haben aber offen - auch Gaststätten, die Waren zum Liefern oder Abholen verkaufen. Andere Länder wie Bayern haben weitgehendere Regeln. (dpa)

Mehr als 31.000 Infizierte in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 31.554 angegeben - ein Plus von 4118 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 32.991 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 149 Todesfälle, die JHU 159 Tote. (dpa)

Coronavirus-Epidemie: Einigung in den USA auf Billionen-Konjunkturpaket

In den USA ist laut mehrerer US-Medienberichte der Weg für das größte Konjunkturpaket der jüngeren Geschichte zur Linderung der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie frei. Demokraten und Republikaner hätten sich geeinigt, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person berichtete. Senatoren der beiden großen Parteien hatten bis zuletzt letzte Einzelheiten verhandelt. US-Präsident hatte am Dienstag (Ortszeit) im Weißen Haus gesagt, dass das von Kongress und Regierung vorbereitete Coronavirus-Konjunkturpaket ein Volumen von rund 2 Billionen Dollar (1,9 Billionen Euro) hat.

+++ 24. März +++

Mehr als 400.000 Menschen weltweit mit Coronavirus infiziert - 18.000 Tote

Die Zahl der offiziell bestätigten Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus ist weltweit auf mehr als 400.000 gestiegen. Bis Dienstagabend infizierten sich mindestens 401.285 Menschen mit dem Erreger Sars-Cov-2, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf der Basis von Behördenangaben ergab.

Die Zahl der Todesfälle stieg auf mindestens 18.040. Das Coronavirus hat sich inzwischen auf 175 Länder rund um den Globus ausgebreitet. 

In Deutschland gibt es nach Angaben der in der Johns-Hopkins-Universität (JHU) fast 32.800 Coronavirus-Fälle und 156 Tote. Das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnete am Dienstagmorgen 27.436 Infizierte und 114 Todesfälle.

Die Dunkelziffer bei den Infektionsfällen dürfte weltweit noch deutlich höher liegen. (AFP)

Dritter Corona-Toter in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 1425 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. 791 Personen sind männlich, 632 weiblich. Bei zwei Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 112 Personen, davon werden 26 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert.

Zu den zwei am neuartigen Coronavirus erkrankten verstorbenen Patienten ist ein dritter gekommen. Es handelt sich hierbei um einen 42-jährigen Mann.

Petition: Hunderttausende fordern Grundeinkommen in Corona-Krise

Rund 390.000 Unterzeichner fordern wegen der Corona-Krise im Internet in einer an Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gerichteten E-Petition die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für sechs Monate (Stand Dienstag). Die Initiatorin ist die in Berlin lebende selbstständige Modedesignerin Tonia Merz. „Mit so einer hohen Resonanz hätte ich nicht gerechnet. Es zeigt aber, wie viele Menschen die Krise betrifft“, sagte Merz am Dienstagnachmittag. Mit einem Grundeinkommen in Höhe von 800 bis 1200 Euro könne ihnen geholfen werden. Sie selbst beschäftigt in ihrer Korsett-Werkstatt und ihrem Laden nach eigener Aussage fünf Angestellte und habe trotz „überdurchschnittlich viel Arbeit von teilweise mehr als 60 Stunden die Woche“ keine finanziellen Rücklagen.

Die am 14. März auf change.org gestartete Petition wird vom Verein „Mein Grundeinkommen“ und der Initiative „Expedition Grundeinkommen“ unterstützt. Seit 2014 hat der Verein nach eigener Angabe mehr als 540 einjährige Grundeinkommen zu monatlich 1000 Euro verlost. (dpa)

Absage der Abiprüfungen auch in Berlin möglich

Ob und wann in Berlin in diesem Jahr Abiturprüfungen stattfinden, ist wegen der Coronakrise unsicher. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) teilte mit, sehr gut möglich sei, dass die Länder in diesem Jahr einen alternativen Weg verabreden müssten. „Denkbar ist zum Beispiel die An- und Hochrechnung bisheriger Leistungen in den Abifächern. Laut Scheeres könnten sich die Länder mit spätem Start der Sommerferien mit einer Verschiebung zunächst etwas Zeit erkaufen.

DFL-Präsidium empfiehlt Bundesliga-Pause bis zum 30. April

Der Spielbetrieb in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga soll wegen der Coronavirus-Pandemie vorerst bis zum 30. April ausgesetzt bleiben. Diese Empfehlung hat das Präsidium der Deutschen Fußball Liga den 36 Profivereinen zur Beschlussfassung auf der Mitgliederversammlung in der kommenden Woche gegeben. (dpa)

Verstöße gegen das Coronaschutzgesetz: Polizei macht Dutzende Imbisse und Geschäfte dicht

Tags und nachts ist die Polizei im Einsatz, um die Coronaschutz-Maßnahmen zu überwachen. Foto: Pudwell (Archivbild)

Bei Kontrollen zur Überwachung der Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus hat die Berliner Polizei Dutzende Verstöße festgestellt. Dutzende Lokale wurden dichtgemacht. Rund 300 Einsatzkräfte kontrollierten zunächst am Montag zwischen 6 und 18 Uhr stadtweit 154 Objekte sowie Zusammenkünfte in der Öffentlichkeit. In 53 Fällen wurden Zuwiderhandlungen festgestellt Bei 37 Lokalen und Geschäften wurde die sofortige Schließung veranlasst. Die eingesetzten Kräfte stellten 43 Strafanzeigen. Beanstandet wurde, dass Gäste vor Imbissen und Bäckereien Lebensmittel vor Ort verzehren konnten.

In der Zeit von 18 bis 6 Uhr kontrollierten 300 Polizeikräfte weitere 87 Objekte und führten vereinzelt Kontrollen im Freien durch. 64 Verstöße wurden festgestellt, sieben Geschäfte und Einrichtungen wurden geschlossen. 27 weitere Strafanzeigen erfolgten aufgrund festgestellter Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz, weitere 12 Ordnungswidrigkeitenanzeigen aufgrund der Nichteinhaltung der Kontaktbeschränkung. (BK)

1220 Corona-Kranke in Berlin

Nach aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts sind derzeit in Berlin 1.220 Covid-19 Fälle bestätigt. Laut Gesundheitsverwaltung sind 678 der Infizierten männlich, 539 weiblich. Bei den übrigen Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. 47 Personen werden demnach im Krankenhaus isoliert und behandelt, davon 22 intensivmedizinisch. Alle anderen Patienten befinden sich in häuslicher Isolation. (BK)

Senat schafft in Coronakrise Unterkünfte für Obdachlose

Berlin schafft in der Coronakrise Unterkünfte für Obdachlose, um diese besser vor dem Virus zu schützen. Zunächst soll Platz für 350 Menschen bereitstehen, wie Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Dienstag ankündigte. In einem ersten Schritt soll demnach eine Jugendherberge mit 200 Plätzen in der Kluckstraße in Tiergarten hergerichtet werden. Als zweiter Standort ist die bisherige Kältehilfeeinrichtung in der Storkower Straße in Pankow mit bis zu 150 Plätzen geplant. «Bei Bedarf wird es weitere Plätze in weiteren Unterkünften geben», ergänzte Breitenbach. (dpa)

Zahl der Virus-Opfer in Belgien steigt stark - Neuer Appell

Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer in Belgien ist nach Behördenangaben vom Dienstag deutlich gestiegen. Sie schnellte nach neuesten Zählungen um 34 auf 122 nach oben. Zuletzt lagen 1859 Patienten mit Covid-19 in Krankenhäusern, 381 von ihnen auf Intensivstationen. Vier Prozent der inzwischen 4269 Infizierten im Land seien Ärzte und Pflegekräfte, hieß es. Die Behörden appellierten angesichts der Entwicklung an die Bevölkerung, die Ausgangssperre tatsächlich einzuhalten und nur für wirklich nötige Wege das Haus zu verlassen. Die Beschränkungen seien «keine alternativen Ferien», um im Park zu picknicken oder an die Küste oder in die Ardennen zu fahren, sagte ein Behördensprecher. «Bleiben Sie so viel wie möglich zu Hause.» Auch dort können man sich mit kochen, lesen oder basteln sinnvoll betätigen. (dpa)

Ryanair streicht wegen Corona-Pandemie alle Flüge

Europas größte Billig-Airline Ryanair hat am Dienstag wegen der Corona-Pandemie alle Flüge für mindestens zwei Monate gestoppt. Das Unternehmen gehe derzeit davon aus, dass keine Flüge im April und Mai stattfinden werden, teilte Ryanair-Chef Michael O'Leary in Dublin mit. Letztlich hänge das aber von den Regierungsanweisungen ab. Niemand wisse, wie lange die Pandemie dauern werde. Ryanair steht laut O'Leary aber bereit, gestrandete Passagiere zurückzufliegen oder sich zum Beispiel an Medikamenten-Lieferungen zu beteiligen. (dpa)

Krankschreibung per Telefon jetzt für bis zu 14 Tage möglich

Angesichts der Zunahme der Corona-Fälle werden die Vorgaben für eine Krankschreibung weiter gelockert. Patienten mit leichten Erkrankungen der Atemwege können sich ab sofort nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt für bis zu 14 Tage krank schreiben lassen, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Dienstag in Berlin mitteilte. Eine telefonische Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit ist auch möglich, wenn der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht. Patienten müssen dafür also nicht eigens in die Praxis kommen. Bereits seit etwa zwei Wochen dürfen Ärzte per Telefon eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beziehungsweise eine Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kinds für bis zu sieben Tage ausstellen. KBV und Krankenkassen erweiterten diese Regelung nun noch einmal. Neu ist neben der längeren Dauer der Krankenbescheinigung, dass unter die Regelung auch Patienten fallen, bei denen ein Infektionsverdacht besteht. Die Regelung ist bis zum 23. Juni befristet. (afp)

Über 500 Todesfälle in Spanien in einem Tag durch Coronavirus

In Spanien ist die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus auf fast 2700 gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden seien 514 weitere Menschen an der durch den Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Dienstag mit. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen erhöhte sich den Angaben zufolge um fast 20 Prozent auf knapp 40.000. Spanien ist nach Italien das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Die Hauptstadt-Region Madrid ist mit 1535 Toten und mehr als 12350 Infektionsfällen am stärksten betroffen. (afp)

Gericht weist Eilantrag gegen Corona-Maßnahmen ab

Ein Potsdamer wollte die seit Montag geltenden Einschränkungen aufgrund des Coronavirus nicht hinnehmen - vor Gericht ist er damit aber gescheitert. Seinen Eilantrag gegen die Maßnahmen wies das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ab. Die in der Rechtsnorm bestimmten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verletzten den Antragssteller insbesondere nicht in seinem Recht auf Freizügigkeit, teilte das Gericht am Montagabend mit. Der Beschluss sei unanfechtbar. (dpa)

429 Coronavirus-Infektionen in Brandenburg - 54 neue Fälle

Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen in Brandenburg hat sich weiter erhöht. Am Dienstagmorgen (Stand 8 Uhr) waren 429 Fälle gemeldet, wie das Gesundheitsministerium in Potsdam mitteilte. Damit sei die Zahl der Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, innerhalb von 24 Stunden um 54 gestiegen. In Kliniken behandelt werden den Angaben zufolge deswegen 34 Menschen, darunter acht Patienten, die intensivmedizinisch behandelt und beatmet werden müssen. Weiterhin ist ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet. (dpa)

Weltärztepräsident: Corona-Krise mindestens bis Ende des Jahres

Der Präsident des Weltärztebundes rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Corona-Krise. «Diese Problematik wird uns mit Sicherheit bis zum Ende des Jahres begleiten», sagte Frank Ulrich Montgomery der Deutschen Presse-Agentur. Bis ein Impfstoff verfügbar sei, «werden wir unser gesamtes soziales Leben und unser Arbeitsleben umstellen müssen». Montgomery begrüßte die Einigung von Bund und Ländern auf eine Kontaktbegrenzung. Es sei ein großer Unterschied, ob Menschen durch staatliche Repression eingeschlossen  würden - wie bei einer Ausgangssperre - «oder ob sie es selber in der Hand haben». Der Weltärztepräsident hatte sich zuvor gegen ein Ausgangsverbot ausgesprochen. (dpa)

Mehr als 1500 Coronavirus-Fälle in Türkei - 37 Todesopfer

Die Zahl der Todesopfer durch Covid-19 ist in der Türkei auf 37 gestiegen. An einem Tag seien sieben Menschen verstorben, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Montagabend auf Twitter mit. Zudem seien 293 weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden, damit steigt die Gesamtzahl der erfassten Infizierten auf 1529. In 24 Stunden seien rund 3700 Tests durchgeführt worden, schrieb Koca. Die türkische Regierung teilt nicht mit, in welchen Städten oder Provinzen Menschen positiv getestet wurden. Koca hatte in einer Pressekonferenz am Montag lediglich gesagt, dass es im ganzen Land Fälle gebe. Die Türkische Ärztevereinigung (TTB) fordert von der Regierung in Ankara Transparenz, sie beklagt zudem, dass es in den Krankenhäusern an Schutzkleidung für medizinisches Personal mangele. (dpa)

China hebt Abriegelung von Provinz Hubei weitgehend auf

In China wird die nach Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verhängte Abriegelung der Provinz Hubei weitgehend aufgehoben. Gesunden Bürgern ist es ab Dienstag um Mitternacht (Ortszeit) erlaubt, die Provinz zu verlassen, wie die örtlichen Behörden ankündigten. Hubei gilt als Ausgangspunkt der Pandemie, die Provinz war zwei Monate lang von der Außenwelt abgeschottet. (afp)

+++ 23. März +++

Großbritannien erlässt allgemeine Ausgangsbeschränkungen

Die britische Regierung hat im Kampf gegen das Coronavirus weitreichende Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Das verkündete Premierminister Boris Johnson am Montagabend in einer im Fernsehen übertragenen Rede an die Nation. (dpa)

Corona-Krise: Spanische Soldaten entdecken Leichen in Altenheimen

Bei der Desinfektion von Altenheimen im Zuge der Corona-Krise haben Soldaten in Spanien in mehreren Residenzen tote Senioren entdeckt. Die Leichen seien offensichtlich länger unbemerkt geblieben, berichteten die Zeitung „El Mundo“, der staatliche Fernsehsender RTVE und andere Medien am Montag unter Berufung auf die Militärische Nothilfeeinheit UME. 

Verteidigungsministerin Margarita Robles hatte vor den Berichten schon morgens im TV-Sender Tele5 gesagt, Soldaten hätten in Heimen Senioren gesehen, „die völlig verlassen, wenn nicht sogar tot auf ihren Betten“ lagen. Man werde gegen die Verantwortlichen für solche Missstände in den Heimen „unerbittlich vorgehen“. (dpa)

Sachsen will Corona-Patienten aus Italien in Kliniken aufnehmen

Sachsen will Corona-Patienten aus Italien in seinen Krankenhäusern aufnehmen. Das kündigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Montag in Dresden an. Man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach. Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man durch die Behandlung der italienischen Patienten lernen, mit dem Virus umzugehen. „Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir auch anderen helfen können“, sagte Kretschmer. Zunächst hatte Kretschmer von sechs Patienten aus Italien gesprochen, am Abend war dann von acht Patienten die Rede, die auf mehrere Kliniken verteilt werden sollen.

Bis Montag waren in Sachsen 865 Infektionsfälle registriert, die meisten in Dresden, Zwickau und Leipzig. Bislang gab es im Freistaat drei Todesfälle durch das neuartige Virus. (dpa)

Weltweit 362.000 Corona-Infizierte und fast 15.500 Tote

Das neuartige Coronavirus verbreitet nach wie vor Angst und Schrecken. Weltweit steigen die Fallzahlen. Nach Angaben von US-Experten waren am Montag rund um den Globus mehr als 362.000 Menschen infiziert (Sonntag: knapp 330.000), fast 15.500 Menschen starben, wie Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins mitteilten.

In Berlin wurden bis zum Montag 1219 Corona-Fälle registriert:  

FCA und Prada stellen um auf Fertigung von Atemschutz-Masken

Wegen der Corona-Pandemie stellen italienische Konzerne wie der Autobauer FCA und das Modeunternehmen Prada ihre Produktion auf die Fertigung von Schutzartikeln um. Fiat Chrysler Automobiles (FCA) werde eine seiner Fabriken zur Herstellung von Atemschutzmasken umbauen, kündigte der Vorstandsvorsitzende Mike Manley in einem Brief an die Mitarbeiter an, der der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag. Diese Produkte sollten an medizinisches Personal gespendet werden. Ziel sei es, mehr als eine Million Gesichtsmasken pro Monat zu produzieren.

In Italien unterstützen FCA und Ferrari das Medizinunternehmen Siare Engineering (Valsamoggia) bei der Produktion von Beatmungsgeräten.

Der Mailänder Modekonzern Prada begann mit der Produktion von 80.000 Arztkitteln und 110.000 Masken, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Montag meldete. (dpa)

Erster Corona-Test bei Merkel fällt negativ aus

Bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt es noch keine Anzeichen für eine Infektion mit dem Corona-Virus. Ein erster Test sei negativ ausgefallen, teilte das Bundespresseamt am Montag in Berlin mit. Sicherheitshalber sollten in den kommenden Tagen weitere Tests vorgenommen werden. Merkel hatte sich am Sonntag freiwillig in häusliche Quarantäne begeben. (AFP)

Klöckner erleichtert Saisonarbeit in der Landwirtschaft

Um einem Engpass an Saisonarbeitern aufgrund der Corona-Pandemie vorzubeugen, hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) arbeitsrechtliche Erleichterungen für Agrarbetriebe vorgestellt. "Allein im März werden mindestens 30.000 Saisonarbeitskräfte benötigt, bis Mai steigt der Bedarf auf 85.000", sagte die Ministerin am Montag in Berlin. Doch momentan fehlten besonders polnische und rumänische Erntehelfer - darum sollten verfügbare Hilfskräfte nun länger arbeiten dürfen.

So bleiben Saisonarbeitskräfte bis Ende Oktober bei einer kurzfristigen Beschäftigung insgesamt 115 Arbeitstage lang sozialversicherungsfrei, wie Klöckner sagte. Bislang lag die Grenze bei 70 Tagen. Außerdem ist demnach in der Corona-Krise die Arbeitnehmerüberlassung ohne Erlaubnis möglich; Hinzuverdienstgrenzen für Vorruheständler sowie Anrechnungsfreigrenzen für Bezieher von Kurzarbeitergeld werden deutlich ausgeweitet.

Die Regelungen sollen nicht nur bestehende Saisonarbeiter ermutigen, in Deutschland zu bleiben, wie Klöckner erklärte. Auch potenzielle Hilfskräfte aus anderen Branchen, die dort vorübergehend nur eingeschränkt oder gar nicht arbeiten können, sollen kurzfristig wechseln können. (AFP)

Frankfurt am Main untersagt Hamsterkäufe

Die Stadt Frankfurt am Main will Hamsterkäufe per Verordnung unterbinden. Nach einer am Montag ergangenen Allgemeinverfügung dürfen in den Geschäften der Stadt nur noch handelsübliche Mengen verkauft werden. Außerdem wird die Zahl der Menschen begrenzt, die sich in Geschäften aufhalten dürfen. Niemand darf nach der Verfügung mit mehr als einem Einkaufswagen unterwegs sein.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) erklärte, fast alle Bewohner verhielten sich vorbildlich, "doch immer wieder hören wir von Fällen, in denen einige wenige unsolidarisch sind, andere Kunden und teilweise sogar die Angestellten in den Geschäften beschimpfen, wenn diese haushaltsübliche Mengen durchsetzen wollen." Er hoffe, dass sich die Lage nun bessere. (AFP)

Kabinett beschließt Nothilfen für Kliniken

Die deutschen Kliniken sollen mit Milliardenhilfen für besondere Belastungen in der Corona-Krise gewappnet werden. Das sehen Gesetzespläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die das Kabinett am Montag auf den Weg gebracht hat. So soll es für jedes nun frei gehaltene Bett eine Tagespauschale von 560 Euro geben. Für jede neue intensivmedizinische Behandlungseinheit mit künstlicher Beatmung sollen Kliniken 50 000 Euro Bonus bekommen. Um Mehrkosten etwa bei Schutzausrüstung aufzufangen, soll es - für die Zeit von April bis Ende Juni - außerdem einen Zuschlag von zunächst 50 Euro für jeden Patienten geben. Hintergrund ist, dass die Krankenhäuser planbare Operationen und Neuaufnahmen, wenn medizinisch vertretbar, vorerst aussetzen sollen. Dies soll Kapazitäten freimachen, um für viele Corona-Patienten mit schwereren Krankheitsverläufen vorbereitet zu sein. Außerdem soll die Zahl von bisher 28 000 Intensivbetten verdoppelt werden. Die Hilfen sollen Einnahmeausfälle abfedern und vermeiden, das Kliniken Defizite machen. Der Bund kalkuliert allein für den Ausgleich der Verschiebung planbarer OPs mit möglichen Mehrausgaben von 2,8 Milliarden Euro. (dpa)

Corona-Zahlen in Spanien steigen weiter: 33.000 Fälle und 2200 Tote

In Spanien steigt die Zahl der Corona-Infizierten trotz aller bisherigen Maßnahmen weiter an. Bis Montagmittag wurden rund 33 000 Fälle bestätigt, 14 Prozent mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten kletterte auf knapp 2200, von 1720 am Sonntag. Allein in der Region Madrid, dem Zentrum der Krise in Spanien, lag die Zahl der Todesopfer bei rund 1200. Nach Italien ist Spanien das am heftigsten betroffene Land Europas. Gleichzeitig gab es aber auch positive Nachrichten: Mehr als 3300 Patienten sind bereits wieder gesund. (dpa)

In Spanien steigt die Zahl der Corona-Infizierten trotz aller bisherigen Maßnahmen weiter an. Foto: imago images/ZUMA Wire

RKI-Chef: Corona-Maßnahmen zeigen erste Effekte - Kurve flacht etwas ab

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass sich der Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland leicht abschwächt. «Wir sehen den Trend, dass die exponentielle Wachstumskurve sich etwas abflacht», sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin und berief sich auf tägliche Analysen. Für eine definitive Bewertung sei es jedoch zu früh, wahrscheinlich sei dies erst am Mittwoch möglich. «Aber ich bin optimistisch, dass diese Maßnahmen schon jetzt sichtbar sind - was sehr früh ist, weil sie ja erst seit einer Woche wirklich gefahren werden», sagte Wieler. Außerdem schließt das RKI demnach aus Handydaten, dass sich die Mobilität in Deutschland zuletzt schon reduziert hat - aber es reiche noch nicht, sagte Wieler. Dieser Effekt werde sich nun aber durch die am Sonntag verkündeten Maßnahmen verstärken. (dpa)

Kabinett beschließt beispielloses Hilfspaket in Corona-Krise

Zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen in der Corona-Krise hat das Bundeskabinett am Montag ein beispielloses Hilfspaket beschlossen. Dafür will sich der Bund in diesem Jahr mit der Rekordsumme von rund 156 Milliarden Euro neu verschulden. Zudem sollen Mieter entlastet, Hartz-IV-Anträge erleichtert und Kliniken unterstützt werden. (dpa)

Zweiter Corona-Toter in Berlin

Ein 70-jähriger Mann ist in Berlin am Coronavirus gestorben. Das hat Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Montag im Abgeordnetenhaus bekanntgegeben. Der Mann ist der zweite Corona-Tote in der Hauptstadt. Das berichtete der rbb.

Coronakrise: Imbisse und Bäckereien wegen Verstößen geschlossen

Die Polizei hat auch am Sonntag wieder zahlreiche Cafés, Imbisse und Bäckereien geschlossen, weil sie Gäste in ihren Räumen essen und trinken ließen. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus ist allerdings nur noch der Verkauf von Essen und Getränken zum Mitnehmen erlaubt. Am Sonntag wurden demnach 91 Objekte, vor allem Imbisse, Bäckereien, Cafés, Eisdielen und einige Blumenläden, kontrolliert und 55 wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz geschlossen. Das sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Es gab 40 Anzeigen. 300 Polizisten waren im Einsatz. In der Nacht zu Montag schloss die Polizei 9 Imbisse oder Kneipen wegen Verstößen und stellte 7 Anzeigen. 200 Polizisten waren dabei zusätzlich unterwegs. (dpa)

Ifo: Corona-Krise kostet Deutschland mehr als eine Million Jobs

Die Coronavirus-Krise könnte Deutschland nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts mehr als eine halbe Billion Euro und mehr als eine Million Jobs kosten. «Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist», sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag. «Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro.» «Auch am Arbeitsmarkt kommt es durch die Krise zu massiven Verwerfungen», betont Fuest. «Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten.» Bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs könnten abgebaut werden, mehr als sechs Millionen Menschen von Kurzarbeit betroffen sein. (dpa)

RKI: Mittlerweile 22.672 Corona-Infizierte in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 22.672 angegeben - ein Plus von 4062 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 24.873 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 86 Todesfälle, die JHU 94 Tote. Das RKI wies am Montag jedoch darauf hin, dass am Wochenende nicht aus allen Ämtern Daten übermittelt wurden, sodass der berichtete Anstieg der Fallzahlen nicht dem tatsächlichen Anstieg entspricht. Die Daten sollen am Montag nachübermittelt werden und ab Dienstag auch in der Statistik verfügbar sein.

In Quarantäne: Merkel nimmt per Telefonschalte an Kabinett teil

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird aus der häuslichen Quarantäne heraus per Telefonschalte an der Sitzung des Bundeskabinetts an diesem Montag teilnehmen. Das sagte ein Regierungssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Wie zuletzt tagen die Ministerinnen und Minister demnach wegen der Corona-Krise nicht wie üblich im Kabinettssaal des Kanzleramts in Berlin, sondern im viel größeren Internationalen Konferenzsaal - so können sie den notwendigen Abstand voneinander einhalten, um Ansteckungen zu verhindern. Merkel hatte sich am Sonntagabend selbst in häusliche Quarantäne begeben, weil sie Kontakt zu einem Arzt hatte, der mittlerweile selbst infiziert ist. (dpa)

651 Tote an einem Tag in Italien - aber weniger als am Vortag

Die Zahl der Coronavirus-Toten in Italien ist um 651 auf 5476 gestiegen - damit ist der Anstieg nicht so rasant wie noch am Vortag ausgefallen. Am Samstag hatte der Zivilschutz die bisher größte Zahl von 793 Toten an nur einem Tag vermeldet. Es handele sich um weniger Fälle als in den vergangenen Tagen, man hoffe, dass sich das in den kommenden Tage fortsetze, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag in Rom. Er warnte aber vor voreiligen Schlüssen. «Wir dürfen in der Wachsamkeit nicht nachlassen.» (dpa)

+++ 22. März +++

Berlin und Brandenburg beschließen Ausgangsbeschränkungen

Nach dem Treffen der Ministerpräsidenten hat sich der Berliner Senat auf Ausgangsbeschränkungen geeinigt. Der Senat will sich den von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen weitgehend anschließen. Auf einen entsprechenden Senatsbeschluss verwies die Senatsgesundheitsverwaltung am Sonntagabend auf Twitter.

In dem Beschluss ist festgelegt, was künftig erlaubt und was verboten sein soll. Die Verordnung soll demnach in der Nacht zum Montag um 0 Uhr in Kraft treten.

Die „Ausgangsbeschränkungen“ sehen vor, dass sich alle Berliner „ständig in ihrer Wohnung oder gewöhnlichen Unterkunft“ aufzuhalten haben – vorbehaltlich anderer Regelungen.

Menschen, die in der Öffentlichkeit angetroffen werden, müssen sich ausweisen und plausibel den Grund für das Verlassen der Wohnung darlegen können. Das soll durch die Polizei kontrolliert werden. Ausgenommen von den Einschränkungen sind Polizisten, Feuerwehrleute, Krankenhauspersonal, Mitarbeiter der Verwaltung und politische Amtsträger. Der Weg von und zur Arbeit ist auch weiter möglich, ebenso wie das Bringen und Holen von Kindern zur Kita im Notbetrieb. Busse, Bahnen und Taxis fahren weiter. Das Verlassen der Wohnung zum Einkaufen oder für sportliche Betätigung ist erlaubt. Auch Arztbesuche und dringende Erledigungen in Geschäften, die noch geöffnet haben dürfen, sind möglich. Auch Tiere, die Auslauf benötigen, dürfen von einer Person ausgeführt werden.

In Brandenburg ist das Betreten öffentlicher Orte ab Sonntagnacht, 0 Uhr, grundsätzlich untersagt. Das gilt vorerst bis 5. April. Ausnahmen gelten aber auch hier zur Wahrnehmung beruflicher Tätigkeiten und zum Aufsuchen des Arbeitsplatzes, für Arztbesuche, den Besuch von Lebenspartnern, Alten oder Kranken, zur Begleitung Sterbender sowie zur Teilnahme an Beisetzungen im engsten Familienkreis. Ebenfalls ausgenommen sind demnach Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie Behördentermine. Laut Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke gelten als öffentliche Orte öffentliche Wege, Straßen, Plätze, Verkehrseinrichtungen, Grünanlagen und Parks. (BK)

1071 bestätigte Coronavirus-Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 1071 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Fünf Gesundheitsämter haben am Sonntag ihre Fälle des der Senatsverwaltung für Gesundheit übermittelt (Stand 22.03.2020, 16:30 Uhr). Die Kontaktpersonen werden derzeit ermittelt, kontaktiert und isoliert.

606 Personen sind männlich, 465 weiblich. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 41 Personen, davon werden 20 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Bisher ist ein am neuartigen Coronavirus erkrankter Patient verstorben. (BK)

Kontakt zu Corona-Infiziertem: Merkel muss in Quarantäne 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss sich in der Corona-Krise nun selbst in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend in Berlin mit.

Die Kanzlerin sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Der Mediziner habe am Freitagnachmittag bei Merkel eine vorbeugende Pneumokokken-Impfung vorgenommen.

Die Kanzlerin habe nach der Information am Sonntagabend entschieden, sich unverzüglich in häusliche Quarantäne zu begeben, erklärte Seibert. «Sie wird sich in den nächsten Tagen regelmäßig testen lassen, weil ein Test jetzt noch nicht voll aussagekräftig wäre. Auch aus der häuslichen Quarantäne wird die Bundeskanzlerin ihren Dienstgeschäften nachgehen.» (dpa)

Bundeskanzlerin Merkel ruft Bevölkerung zu „Verzicht und Opfern“ auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bevölkerung zu "Verzicht und Opfern" im Kampf gegen die Corona-Krise aufgerufen. Das öffentliche Leben und die sozialen Kontakte müssten durch neue Abstandsregeln und Schließungen weiter reduziert werden, sagte Merkel am Sonntag bei der Vorstellung eines neuen Maßnahmenkatalogs von Bund und Ländern. "So retten wir Leben", betonte sie. (AFP)

Lesen Sie hier den Beschluss von Bund und Ländern im Überblick >>

Bund und Länder verständigen sich auf umfassendes Kontaktverbot

Bund und Länder haben sich im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf eine umfassende Beschränkung sozialer Kontakte verständigt, die mindestens zwei Wochen gelten soll. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten verständigten sich bei einer Telefonkonferenz am Sonntag darauf, Ansammlungen von mehr als zwei Personen grundsätzlich zu verbieten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen.

Das geht aus einem Beschlusspapier von Bund und Ländern hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in Berlin vorlag. Weiter sollen Restaurants und Gaststätten unverzüglich schließen - wo dies noch nicht der Fall sei. «Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause», heißt in dem Beschluss.

Auch Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege sollen unverzüglich schließen. Davon betroffen sind etwa Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons, wie aus dem Beschluss von Bund und Ländern hervorgeht. Medizinisch notwendige Behandlungen sollen weiter möglich bleiben. (dpa)

Kreise: IOC zieht Verschiebung Olympischer Spiele in Tokio in Betracht

Das Internationale Olympische Komitee hat erstmals eine Frist in der Diskussion um die Verlegung der Sommerspiele in Tokio genannt. Innerhalb der nächsten vier Wochen soll eine Entscheidung fallen, teilte das IOC in einem offenen Brief an die Athleten nach einer Sitzung des Exekutivkomitees am Sonntag mit. Eine Absage schloss das IOC aus. Zuvor hatten sich Athleten und Verbände auf der ganzen Welt für einen neuen Termin für die vom 24. Juli bis 9. August geplanten und von der Corona-Pandemie bedrohten Spiele ausgesprochen. (SID)

Bayern setzt Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht um

Bayern will das von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Krise vereinbarte Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht übernehmen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus der bayerischen Staatskanzlei. Es bleibt bei der bayerischen Regelung, wonach man nur mit Angehörigen des eigenen Hausstandes an die frische Luft gehen darf. (dpa)

Laschet: «Null-Toleranz» bei Verstößen gegen Kontaktverbot - Strafen bis zu 25.000 Euro

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat drastische Bußgelder bei Verstößen gegen das Kontaktverbot in der Öffentlichkeit zur Eindämmung des Coronavirus angekündigt. Es könnten Strafen bis zu 25 000 Euro verhängt werden. Es gelte eine «Null-Toleranz-Politik gegen Regelbrecher», sagte Laschet am Sonntag: «Unvernünftige bestrafen - hart und klar.»

Der CDU-Vize äußerte sich zugleich skeptisch zum Sinn von Ausgangssperren wie in Bayern. Er halte Kontaktverbote, wie sie mit Bund und Ländern gemeinsam beschlossen worden seien, für zielführender als Ausgangssperren, sagte er in Düsseldorf. Nicht das Verlassen der Wohnung sei die unmittelbare Gefahr, sondern der nahe Kontakt. «Das Ziel, dass Bund und Ländern gemeinsam agieren, ist heute erreicht worden - mit unterschiedlichen Akzenten.» (dpa)

In Griechenland wegen Corona-Krise ab Montag landesweite Ausgangssperre

Wegen der Corona-Krise verhängt nun auch Griechenland eine landesweite Ausgangssperre. Die Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie trete am Montag in Kraft, sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Sonntag in einer Fernsehansprache. Wegen des neuartigen Coronavirus gelten weltweit mittlerweile für rund eine Milliarde Menschen Ausgangssperren oder Ausgangsbeschränkungen. (AFP)

Italien meldet 651 Tote an einem Tag - weniger als am Vortag

Die Zahl der Coronavirus-Toten in Italien ist um 651 auf 5476 gestiegen - damit ist der Anstieg nicht so rasant wie noch am Vortag ausgefallen. Am Samstag hatte der Zivilschutz die bisher größte Zahl von 793 Toten an nur einem Tag vermeldet. Es handele sich um weniger Fälle als in den vergangenen Tagen, man hoffe, dass sich das in den kommenden Tage fortsetze, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag in Rom. Er warnte aber vor voreiligen Schlüssen. «Wir dürfen in der Wachsamkeit nicht nachlassen.» (dpa)

Sachsen verfügt Ausgangsbeschränkung für den gesamten Freistaat 

Das Land Sachsen verschärft die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Von Montag null Uhr an gilt für den gesamten Freistaat eine Ausgangsbeschränkung. Danach ist das Verlassen von Wohnung oder Haus ohne triftigen Grund untersagt, wie Innenminister Roland Wöller (CDU) am Sonntag in Dresden sagte. Wege zur Arbeit und zum Einkaufen bleiben demnach erlaubt. (dpa)

Mehr als 24.100 Corona-Nachweise in Deutschland - mehr als 90 Tote

In Deutschland sind bislang mehr als 24 100 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt geworden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 7300 sowie Bayern mit mehr als 4400 und Baden-Württemberg mit mehr als 3800 Fällen. Mehr als 90 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten. (dpa)

China beginnt erste Phase von klinischer Studie für Corona-Impfstoff

Im internationalen Wettlauf um ein geeignetes Mittel gegen das neuartige Coronavirus hat China die erste Phase einer klinischen Studie für einen Impfstoff begonnen. Einer Reihe von Freiwilligen sei bereits eine erste Impfung verabreicht worden, sagte ein Mitarbeiter des von der chinesischen Regierung finanzierten Projekts am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. In den USA bekamen zu Wochenbeginn erstmals freiwillige Testpersonen einen möglichen Impfstoffgegen das Virus Sars-CoV-2 gespritzt. (AFP)

Bund und Länder beraten über weitere Corona-Krisenmaßnahmen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder beraten seit Sonntagnachmittag über weitere Maßnahmen in der Corona-Krise. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP von Länderseite. In der Schaltkonferenz sollte es darum gehen, ob zur Eindämmung des Coronavirus weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens nötig sind. Mit Ergebnissen wird ab etwa 16.30 Uhr gerechnet, dann wollen sich Teilnehmer zu den Beratungen äußern.

Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert wollen die Kanzlerin und die Länderchefs eine "sehr ernste, schonungslose Analyse der Lageentwicklung" der vergangenen Tage vornehmen. Ob es weitere Einschränkungen für die Bürger geben wird, sollte vor allem von deren Verhalten an diesem Wochenende abhängig gemacht werden.

Bayern und das Saarland hatten bereits am Freitag "grundlegende Ausgangsbeschränkungen" erlassen, was bei SPD und Grünen als Alleingang kritisiert worden war. Merkel hatte am vergangenen Mittwoch in einer Fernsehansprache an die Bürger appelliert, sich an die Auflagen zu halten und soziale Kontakte zu vermeiden. (AFP)

Fast 400 neue Corona-Todesfälle in Spanien innerhalb von 24 Stunden

In Spanien sind innerhalb von 24 Stunden fast 400 weitere Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Es seien 394 neue Todesfälle registriert worden, teilte am Sonntag die Regierung in Madrid mit. Dies sei ein Anstieg um rund 30 Prozent.

Zur Eindämmung der Corona-Krise will die spanische Regierung nach Medienberichten den Notstand und die Ausgangssperre im ganzen Land um zwei Wochen bis zum 12. April verlängern. Das habe Ministerpräsident Pedro Sánchez den Regionalpräsidenten am Sonntag bei einer Videokonferenz mitgeteilt, berichteten der staatliche Fernsehsender RTVE und die Zeitungen «El País» und «El Mundo» unter Berufung auf Regierungskreise.

Außerdem hat Sánchez die Bevölkerung angesichts der Ausbreitung des Coronavirus auf "sehr harte Tage" eingestimmt. "Wir müssen uns psychologisch und emotional darauf vorbereiten", sagte der Regierungschef am Samstag in einer Fernsehansprache. "Das Schlimmste kommt noch." Das Land stehe vor der größten Herausforderung seit dem Spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939).  (BK)

GdP: Politische Großveranstaltungen auch längerfristig absagen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) appelliert an die Politik, angesichts der Corona-Pandemie auch längerfristig geplante politische Großveranstaltungen abzusagen. Treffen wie der EU-China-Gipfel im September in Leipzig sollten in der bislang geplanten Form nicht stattfinden, forderte GdP-Vizechef Jörg Radek am Sonntag. "Die großen Herausforderungen für den Erhalt der öffentlichen Sicherheit und Ordnung lassen für beabsichtigte Großlagen keine personellen Spielräume zu."

Eine Veranstaltung ähnlich des G20-Gipfels in Hamburg vor drei Jahren bedeute den Einsatz zehntausender Polizisten zum Schutz der Staats- und Regierungschefs. Dort seien mehr als 30.000 Einsatzkräfte vor Ort gewesen. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung des EU-China-Gipfels sei eine Videokonferenz in der jetzigen Zeit eine praktikable Alternative, so Radek. "Damit würde die Politik Verständnis zeigen für die großen Anstrengungen der Polizei in Pandemiezeiten." (AFP)

Coronavirus: Israelischer Arzt über schlimme Zustände in Italien 

Ein israelischer Arzt hat die schlimmen Zustände in Krankenhäusern im Norden Italiens während der Corona-Krise geschildert. Gal Peleg, der in einem Krankenhaus in Parma arbeitet, erzählte dem israelischen Fernsehen am Sonntag: «Die Situation wird nicht besser hier, sie wird immer schlimmer, die Zahl der Opfer steigt immer weiter.» Peleg sagte, er arbeite in einer orthopädischen Abteilung, die zur Aufnahme von Corona-Patienten umfunktioniert worden sei. «Es kommen Patienten zu uns, denen wir in ihren letzten Augenblicken helfen.»

«Im großen Krankenhaus in Parma habe ich von meinen Freunden gehört, von Kollegen, die dort arbeiten, ist das Alter der Patienten, denen man bis zum Schluss Sauerstoff gibt und hilft, bis 60», erzählte der israelische Arzt. Bei Patienten über 60 werde meist gar keine künstliche Beatmung mehr gemacht, sagte er. Was man in den letzten Momenten noch für Sterbende tun könne, sei nur, sie über Handy mit ihren Angehörigen sprechen zu lassen.

Die Totenzahlen in Italien sind besonders hoch, höher noch als in China. (dpa)

Coronavirus (Symbolbild). Foto: imago images

Saarland will Corona-Patienten aus Frankreich aufnehmen

Das Saarland hat Frankreich medizinische Hilfe bei der Behandlung schwerkranker Coronavirus-Patienten angeboten. Man werde im Rahmen der Kapazitäten und Möglichkeiten Beatmungsplätze für französische Notfallpatienten zur Verfügung stellen, kündigte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Sonntag an. Dies habe er dem französischen Regionalratspräsidenten Jean Rottner in einem Telefonat zugesichert. (dpa)

Virologe Drosten: Volle Fußball-Stadien erst im März 2021

Für den deutschen Profifußball könnte ein Albtraum wahr werden. Der renommierte Virologe Christian Drosten prophezeit angesichts der Coronakrise ein Schreckensszenario mit Geisterspielen über viele Monate. „Ich glaube überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig. Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben“, sagte Drosten dem Nachrichtenmagazin stern.

Das würde bedeuten, dass die Bundesliga erst im März 2021 wieder mit Zuschauer spielen kann. Der Spielbetrieb im deutschen Oberhaus ruht aktuell bis 2. April 2020, in der kommenden Woche soll über eine möglicherweise längere Pause beraten werden.

Drosten erwartet in Sachen Freizeitaktivitäten wie dem Fußball auf absehbare Zeit keine Rückkehr zur Normalität in öffentlichen Einrichtungen. „Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten“, meinte der Leiter der Virologie der Charite in Berlin. Lediglich bei Maßnahmen wie Schulschließungen werde vermutlich in näherer Zukunft zu prüfen sein, ob diese wirklich den gewünschten Effekt erzielt hätten. (SID)

Nik P. hat Covid-19 und warnt: «Es geht schneller, als man denkt»

Der österreichische Sänger Nik P. hat sich trotz Vorsichtsmaßnahmen mit dem Coronavirus angesteckt. Der für seinen Hit «Ein Stern» bekannte Künstler sei in seinem Haus bei Salzburg unter Quarantäne, sagte sein Manager am Sonntag der dpa. Nik P. und seine ebenfalls infizierte Partnerin litten an Fieber und anderen leichten Symptomen der Coronavirus-Krankheit Covid-19.

In einer Botschaft an seine Fans sagte der Sänger, dass er nicht wisse, wo er sich infiziert hat. Er habe sich an alle behördlichen Einschränkungen gehalten und sei nicht in Krisengebieten gewesen. «Es geht schneller, als man denkt, dass man sich infiziert – ohne, dass man es im ersten Moment überhaupt bemerkt», sagte er. «Bitte bleibt zu Hause, geht nicht mehr unnötig hinaus und haltet die vorgeschriebenen Maßnahmen ein!» (dpa)

Premier League plant Fortführung der Saison ab dem 1. Juni - notfalls mit Geisterspielen

Die englische Premier League will die laufende Saison einem Medienbericht zufolge ab dem 1. Juni innerhalb von sechs Wochen zu Ende spielen. So bliebe bis zum geplanten Start der neuen Saison am 8. August genug Zeit für eine Pause und die Vorbereitung, berichtete der «Daily Telegraph» am Sonntag. Den meisten Clubs fehlen noch neun Spiele, einigen Vereinen zehn. Tabellenführer FC Liverpool steht mit Trainer Jürgen Klopp dicht vor dem Gewinn des Titels.

Am Donnerstag hatte der englische Fußballverband FA bekanntgegeben, dass die Spielpause wegen der Coronavirus-Pandemie zunächst bis zum 30. April verlängert wird. Die Beteiligten sprachen sich jedoch für ein reguläres Ende der Saison aus, Geisterspiele gelten dabei als wahrscheinliche Option. (dpa)

200 Touristen aus Risikogebiet Ägypten werden in Schönefeld erwartet

In Brandenburg wird am Sonntagnachmittag eine Maschine mit rund 200 Touristen aus dem Coronavirus-Risikogebiet Ägypten erwartet. Die Urlauber werden voraussichtlich gegen 17.30 Uhr auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld landen, teilte der Interministerielle Koordinierungsstab Corona Brandenburg mit. Landkreis Dahme-Spreewald, Flughafengesellschaft und Hilfsorganisationen bereiten den Angaben zufolge die Ankunft vor.

Alle Passagiere müssten in Quarantäne, da Ägypten laut dem Robert Koch-Institut (RKI) zu den internationalen Coronavirus-Risikogebieten gehört. Jeder Kontakt zu anderen Flugreisenden werde verhindert. Angehörige dürfen die Rückkehrer nicht direkt in Empfang nehmen.

Die Maschine wird nach den Angaben auf einer Sonderposition abgestellt. Alle Passagiere werden zu einer Screening-Stelle geleitet und auf Symptome untersucht. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wird dann über weitere Maßnahmen entschieden. Passagiere ohne Symptome werden direkt von Hilfsorganisationen zu ihren Wohnorten gebracht und dort für 14 Tage häuslich isoliert. Passagiere mit Symptomen werden stationär oder ambulant im Landkreis Dahme-Spreewald oder in benachbarten Kreisen versorgt. (dpa)

Belgiens Gesundheitsministerin rechnet mit mindestens acht Wochen Corona-Dominanz

Mindestens noch acht Wochen wird das Coronavirus die Lage in Belgien nach Einschätzung von Gesundheitsministerin Maggie De Block dominieren. Die Prognose basiere auf Ländern wie China und Südkorea, wo das Virus früher ausgebrochen war, sagte De Block der Zeitung «De Zondag». Die ansteigende Kurve der Erkrankungen werde auch wieder sinken: «Dieses Virus mag zwar neu sein, es verhält sich aber wie andere Viren derselben Familie», sagte die Ministerin.

Auf die Frage, wie lange die derzeitige Lage andauern werde, antwortete De Block der Zeitung: «Das ist die Drei-Millionen-Frage, nicht wahr. Wenn ein Virus sich einmal verbreitet, bleibt er auf jeden Fall einige Wochen im Land. Wir bewegen uns jetzt auf einen Höhepunkt zu, danach wird die Kurve wieder fallen. Ich denke, dass diese Situation noch mindestens acht Wochen andauern wird.» Nach Angaben vom Sonntag stieg die Zahl nachgewiesener Infektionen in Belgien zuletzt um 586 auf 3401, die Zahl der Todesopfer um 8 auf 75. (dpa)

Johns-Hopkins-Universität meldete 22.364 Infizierte in Deutschland 

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 18.610 angegeben - ein Plus von 1948 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 22.364 Infizierte, davon 1024 in Berlin. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 55 Todesfälle, die JHU 84 Tote. (AFP)

Berliner U-Bahnen fahren nur noch alle zehn Minuten

Die Berliner müssen von Sonntag an länger auf die U-Bahn warten. Da wegen der Coronapandemie weniger Menschen mitfahren, dünnt die BVG den Takt aus. Tagsüber fahren die Züge noch alle zehn Minuten statt wie bisher alle fünf Minuten. Zusätzliche Fahrten soll es nur nach Bedarf geben, sagte eine Sprecherin.

Am Mittwoch hatte das Landesunternehmen schon den Takt bei Busse und Straßenbahnen ausgedünnt. Auch für sie gilt ein Zehn-Minuten-Takt. Allerdings wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) vereinzelt wieder mehr Busse fahren lassen, etwa zu Krankenhäusern und Polizeiabschnitten. (dpa)

Norwegen startet Meldesystem für Corona-Verdacht

In Norwegen können nun Menschen ihren Verdacht, sich selbst mit dem Coronavirus infiziert zu haben, den Gesundheitsbehörden online mitteilen. Auf der Webseite der Behörden liegt ein Schema bereit, in das man eintragen kann, welche Symptome man hat, seit wann und ob man an chronischen Krankheiten leidet. Die Angaben sind anonym und sollen dem Gesundheitsinstitut helfen, einen Überblick zu bekommen, wie viele an dem Virus erkrankt sein könnten. Wie in vielen anderen Ländern kann auch in Norwegen nicht jeder getestet werden, der Erkältungssymptome hat. Bis Samstag waren in Norwegen rund 50 000 Menschen getestet worden, rund 2000 waren positiv. Sieben Menschen starben. (dpa)

Italien schließt gesamte nicht-lebensnotwendige Produktion

Angesichts immer weiter steigender Totenzahlen im Zuge der Coronavirus-Pandemie schließt Italien nun die gesamte nicht lebensnotwendige Produktion. Davon seien Supermärkte, Banken, Post und Apotheken ausgenommen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Samstagabend. «Es ist die schwerste Krise für das Land seit dem Zweiten Weltkrieg.» Nun werde jede produktive Tätigkeit eingestellt, «die nicht entscheidend und unerlässlich dafür ist, uns essenzielle Güter und Dienstleistungen zu garantieren». Diese drastische Maßnahme in der drittgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone soll zunächst bis 3. April gelten. Das Land hatte am Samstag an nur einem Tag fast 800 Tote vermeldet und damit so viele wie nie seit dem Ausbruch des Virus im Land. Bisher starben 4825 Menschen, teilte der Zivilschutz in Rom mit.

Zivilschutzchef Angelo Borrelli betonte in Rom, dass bei den Verstorbenen die Todesursache nicht abschließend geklärt sei: Also ob die Menschen nur an Covid-19 starben oder ob der Grund eine andere Krankheit war. Die allermeisten Opfer sind über 70 Jahre alt, viele litten an einer oder mehreren Krankheiten, zum Beispiel an Diabetes, Krebs oder Atemwegsproblemen. Allerdings warnen Experten auch, dass die Krankheit bei jüngeren Menschen einen schweren Verlauf nehmen kann. (dpa)

Spaniens Minister Sánchez: "Das Schlimmste kommt noch."

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die Bevölkerung angesichts der Ausbreitung des Coronavirus auf "sehr harte Tage" eingestimmt. "Wir müssen uns psychologisch und emotional darauf vorbereiten", sagte der Regierungschef am Samstag in einer Fernsehansprache. "Das Schlimmste kommt noch." Das Land stehe vor der größten Herausforderung seit dem Spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939). "In den kommenden Stunden" würden 1,3 Millionen Atemschutzmasken verteilt. In den nächsten Tagen sollten 640.000 Schnelltest-Sets eintreffen. Verhandlungen für sechs Millionen weitere Sets mit dem Ausland liefen, fügte Sánchez hinzu.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie hatte sich in Spanien innerhalb eines Tages drastisch erhöht. Sie lag am Samstag bei 1326 und damit um 32 Prozent über der vom Vortag, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle stieg auf knapp 25.000. Das waren etwa 5000 mehr als noch am Freitag. (AFP)

Coronavirus-Fälle in der Türkei steigen - 21 Todesopfer

Die Zahl der Coronavirus-Fälle in der Türkei ist erneut sprunghaft gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden stieg die Zahl der positiv Getesteten um 277 auf 947, wie Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Samstagabend auf Twitter mitteilte. Zwölf Menschen starben demnach an einem Tag an Covid-19, damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf 21. (dpa)

Keine Einigkeit bei Diskussion um Notparlament in Berlin

Unter den Fraktionen des Abgeordnetenhauses gibt es noch keine gemeinsame Antwort auf die Frage, wie sich die Funktionsfähigkeit des Berliner Landesparlaments in der Corona-Krise sichern lässt. Laut einem Sprecher des Abgeordnetenhauses will sich der Ältestenrat am Montag treffen. Dann soll darüber beraten werden. SPD und CDU befürworten eine Verfassungsänderung zugunsten einer Notparlamentslösung mit deutlich weniger Abgeordneten, die FPD-Fraktion ist entschieden dagegen, große Skepsis gibt es auch bei den Grünen.

Es sei richtig, sich auf sämtliche denkbare Szenarien vorzubereiten, sagte Daniel Wesener, Geschäftsführer der Grünen-Fraktion. „Eine Änderung der Landesverfassung sehen wir Grüne aber äußerst kritisch.“ Paul Fresdorf, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion, warnte: „Die Einrichtung eines Notparlamentes stellt für uns einen tiefgreifenden Einschnitt in die Rechte der einzelnen Parlamentarierer dar.“ Die Stimmrechte von 160 auf 27 Abgeordnete zu delegieren, wie ein Vorschlag der SPD-Fraktion vorsehe, rüttele an den Grundfesten des Parlamentarismus.

Nach Einschätzung von CDU-Fraktionschef Burkard Dregger wäre ein Notparlament dagegen die „sicherste Alternative“. Torsten Schneider, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion, sagte, die anderen Fraktionen seien aufgefordert, am Montag rechts- und verfassungskonforme Vorschläge zur Sicherung der Funktionsfähigkeit des Parlaments zu unterbreiten. (dpa)

Maas: Große Herausforderung bei Rückholaktion

Außenminister Heiko Maas sieht bei der Rückholung deutscher Urlauber aus dem Ausland große Herausforderungen. «Leider können wir nicht in allen Fällen innerhalb kürzester Zeit Abhilfe schaffen», sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «Oft stehen wir dabei vor großen Herausforderungen, damit die Menschen überhaupt die Flughäfen erreichen können.» In vielen Ländern sei zum Beispiel der inländische Flugverkehr zum Erliegen gekommen. Seit Beginn der Woche seien über 100 000 Deutsche nach Hause zurückgekehrt. Viele weitere hätten sich registriert und warteten auf Flugmöglichkeiten.

Anfang der Woche hatte Maas angekündigt, Deutsche aus den Ländern zurückzuholen, aus denen es keine regulären Linienflüge mehr gibt. Für rund 50 Millionen Euro sollten dafür 30 bis 40 Maschinen von mehreren Airlines gechartert werden. (dpa)

Briten mit Vorerkrankungen sollen sich mindestens zwölf Wochen isolieren

Wegen der Coronavirus-Pandemie sollen in Großbritannien bis zu 1,5 Millionen Menschen, die wegen Vorerkrankungen als besonders anfällig gelten, mindestens drei Monate zuhause bleiben. Die britischen Gesundheitsbehörden forderten Menschen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko am Sonntag auf, "zusätzliche" Maßnahmen zu ergreifen, um sich selbst "abzuschirmen". Eine spezielle Hotline sowie Lieferdienste für Lebensmittel und Medikamente werde eingerichtet. "Die Menschen sollten zuhause bleiben, unser staatliches Gesundheitssystem schützen und Leben retten", erklärte Robert Jenrick, Staatssekretär für kommunale Angelegenheiten.

In Großbritannien sind bereits 177 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Regierung war wegen ihres lange Zeit zögerlichen Umgangs mit der Corona-Krise heftig kritisiert worden. (AFP)

Netflix will Mitarbeitern gestoppter Produktionen helfen

Netflix hat einen 100 Millionen Dollar schweren Hilfsfonds für Mitarbeiter der Film- und Serienproduktionen aufgelegt, die wegen der Coronavirus-Krise gestoppt wurden. Derzeit analysiere der Videostreaming-Dienst, wer die Unterstützung besonders dringend brauche, schrieb der Inhalte-Chef von Netflix, Ted Sarandos, in einem Blogbeitrag am Wochenende. „Was gerade passiert, ist beispiellos.“ Mit 15 Millionen Dollar sollen demnach generell von der Krise betroffene Mitarbeiter der Branche in Ländern, in denen Netflix viel produziert, unterstützt werden.

Netflix lässt für hunderte Millionen Dollar jährlich Serien und Filme drehen, die exklusiv bei dem Dienst zu sehen sind, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Wegen der Coronavirus-Ausbreitung wurden die Dreharbeiten vielerorts auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Zugleich stieg in den vergangenen Wochen die Nutzung des Dienstes, weil die Menschen viel Zeit zu Hause verbringen. (dpa)

Hoher Millionenschaden für deutsche Profi-Ligen durch Corona

Die Liga-Chefs im deutschen Handball, Basketball und Eishockey rechnen zusammen mit einem hohen Millionenschaden durch den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie. „Je nach Szenario“, sagte BBL-Chef Stefan Holz (52) der „Bild am Sonntag“, kalkuliere die Basketball-Bundesliga mit einem Minus von „bis zu 25 Millionen Euro“. Frank Bohmann (55) sprach für die Handball-Bundesliga von „einer ähnlichen Größenordnung“, Gernot Tripcke (52) äußerte für die Eishockey-Bundesliga, der Umsatzausfall liege bei „bis zu 15 Millionen Euro“.

Während die Handballer und Basketballer noch auf die Fortsetzung ihrer Saison hoffen, wurde der Spielbetrieb im Eishockey komplett abgebrochen. „Ich glaube, die DEL-Clubs können und werden überleben“, sagte Tripcke. „Allerdings kann es eng werden, wenn Clubs jetzt schon Verträge zu den Konditionen der letzten Saison unterschrieben haben, aber gleichzeitig die Einnahmen wegbrechen. Aber vielleicht kommt es nach der Corona-Krise ja auch zu einem Boom, weil sich die Leute nach Sport sehnen.“ (dpa)


+++ 21. März +++

Mehr als 150 neue Corona-Fälle in Berlin an einem Tag gemeldet

In Berlin sind derzeit 1025 Fälle des neuartigen Coronavirus bestätigt (Stand 21.03.2020, 16:30 Uhr). Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mit.

579 Personen sind männlich, 446 weiblich. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 39 Personen, davon werden 14 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Bisher ist ein am neuartigen Coronavirus erkrankter Patient ist verstorben.

Am Vortag lag die Zahl noch bei 868 Fällen. (BK)

Coronavirus: Italien meldet fast 800 Tote an einem Tag

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat Italien an nur einem Tag fast 800 Tote vermeldet. Bis Samstag starben 4825 Menschen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Das sind 793 mehr als am Vortag und so viele wie bisher an keinem anderen Tag seit dem Ausbruch in dem Land Ende Februar. Besonders stark betroffen ist die nördliche Region Lombardei.

Italien ist das Land mit den meisten offiziell gemeldeten Toten wegen des Coronavirus auf der Welt. Die Regierung hatte daher erst am Freitag die Ausgangssperren verschärft, die seit dem 10. März landesweit gelten. Allerdings fordern Regionalpolitiker im Norden weitere Maßnahmen. In der Lombardei war der Ausbruch vor einem Monat bemerkt worden. Insgesamt stieg die Zahl der Infizierten auf 53 578 Menschen - das sind mehr als 4800 mehr als am Vortag. (dpa)

Berlin: Restaurants ab Sonntag geschlossen, Gruppen ab zehn Personen verboten

Der Berliner Senat hat das Leben in der Hauptstadt am Samstag weiter eingeschränkt: Restaurants und Gaststätten müssen ab Sonntag ganz schließen. Nur das Abholen und Liefern von Speisen ist noch erlaubt – dabei müssen die Betreiber darauf achten, dass keine Warteschlangen entstehen. Veranstaltungen oder Ansammlungen von mehr als zehn Personen sind verboten. Nur für Versammlungen kann die Versammlungsbehörde in „wichtigen Fällen“ Ausnahmen zulassen. Das teilte die Senatskanzlei am Samstagnachmittag mit.

Lesen Sie hier mehr zu: Berliner Senat beschließt weitere Einschränkungen >>

„Zudem sollen physische Kontakte zu Menschen, abgesehen von Angehörigen des eigenen Haushalts oder Partnerinnen und Partnern, auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden“, so die Mitteilung der Senatskanzlei weiter. Wo immer möglich sei ein Mindestabstand von 1,5 Meter zu halten.

Diese Maßnahmen seien nötig, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsam, teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit. „Jeder einzelne von uns muss hier auch eigenverantwortlich handeln und diese Regelungen beachten und umsetzen.“ (ann.) 

Berliner Senat will Notbetreuung von Kindern erleichtern 

Der Berliner Senat will wegen der Corona-Krise für Eltern in systemrelevanten Berufen wie Feuerwehr, Pflege und Einzelhandel den Zugang zur Notbetreuung für ihre Kinder erleichtern. Künftig reiche es bereits aus, wenn ein Elternteil in einem dieser Berufe arbeite, teilte die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am Samstag mit. Bislang wurde vorausgesetzt, dass beide Elternteile in diesen Bereichen arbeiten.

Mit der Lockerung sollen demnach «besondere Härtefälle» vermieden werden. «Die Situation ist derzeit für viele Eltern zweifellos sehr schwierig», sagte die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres. Mit der Änderung sollen «lebenswichtigen Bereiche im Gesundheitssektor und anderswo» unterstützt werden, die derzeit einen großen Personalbedarf haben. Die geänderte Regel soll künftig für den Gesundheitsbereich gelten, wie beispielsweise für Ärzte, Krankenhausmitarbeiter, Reinigungspersonal und Apothekenangestellte.

Auch Mitarbeiter in der Pflege, bei Polizei, Feuerwehr, Justiz, Behindertenhilfe, Drogerien und dem Lebensmitteleinzelhandel kommen demnach in den Genuss der Neuregelung. Die Kinder werden in Kitas und Schulen der Grundstufe 1 bis 6 betreut. Eine Änderungsverordnung zum Erlass werde für die nächste Senatssitzung vorbereitet, hieß es am Samstag. (dpa)

Abitur- und MSA-Prüfungen in Berlin verschoben

Die Senatsschulverwaltung hat alle Abschlussprüfungen, die noch vor den Osterferien hätten stattfinden sollen, abgesagt: Abitur wie Mittlerer Schulabschluss, mündlich wie schriftlich. Dieser Schritt sei notwendig, weil das Land Berlin in den nächsten Tagen alle öffentlichen Ansammlungen von mehr als zehn Menschen untersagen werde, hieß es in der Pressemitteilung. Es könne nicht sichergestellt werden, dass sich die Prüflinge in Gruppen versammeln, um sich auszutauschen.

Verfahren werden soll nun laut Senatsschulverwaltung so: Alle schriftlichen Abiturprüfungen mit zentralen Prüfungsaufgaben, deren Termine vor den Osterferien liegen, werden auf den jeweiligen Nachschreibetermin verlegt. Die Termine für schriftliche Abiturprüfungen mit dezentralen Aufgabenstellungen, mündliche Abiturprüfungen und Präsentationsprüfungen müssen neu verschoben werden, wenn die Schulen dafür bisher Termine vor den Osterferien eingeplant hatten.

Bereits am Mittwoch hatte die Senatsschulverwaltung es den Schulleitungen in Absprache mit Brandenburg freigestellt, ob sie für die schriftlichen Abiturprüfungen die bisher angesetzten oder die Nachschreibetermine nutzen wollen. In Berlin waren von dieser Regelung allerdings schriftliche Prüfungen ausgenommen, die noch vor den Osterferien angesetzt waren. Diese beginnen am 6. April. Viele Berliner Schulen hatten außerdem noch vor den Osterferien mündliche Prüfungen für Mittleren Schulabschluss und Abitur angesetzt; wie berichtet, hatten einige von ihnen diese bereits in den vergangenen Tagen abgesagt. (mrg)

Corona-Pandemie: Berliner CDU will drei Wochen Ausgangssperre

Die Berliner CDU hat wegen der Corona-Pandemie für die Hauptstadt eine sofortige Ausgangssperre für 21 Tage vorgeschlagen. «Wir müssen heute leider Freiheiten einschränken, um Leben zu retten», heißt es in Maßnahmevorschlägen der Oppositionspartei vom Samstag. Zu den Vorschlägen gehört auch die Einstellung des Fernverkehrs auf der Schiene und die Schließung der Berliner Flughäfen. Ausnahmen sollten Rückflüge für EU-Bürger und Transportflüge für Lebensmittel und medizinisches Material sein. Darüber hinaus schlägt die Partei das Heranziehen der Bundeswehr vor - unter anderem, um Unterstützung bei der Überwachung der Ausgangssperre zu leisten. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) will eine Ausgangssperre bisher möglichst vermeiden - auch aus Sorge vor sozialen Folgen. (dpa)

Mehr als 20.700 Infizierte in Deutschland

In Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 20.700 bestätigte Coronavirus-Fälle (Johns Hopkins University, Stand 21.3. 2020, 14.13 Uhr). 72 Menschen sind gestorben. (BK)

Medien: NBA plant Gehaltskürzungen ab 15. April

Den Spielern der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA drohen infolge der Coronakrise Gehaltskürzungen. Die Liga verschickte laut ESPN ein Memo an die 30 Teams, wonach Gehaltszahlungen ab dem 15. April teilweise eingefroren werden könnten. Bei diesem Vorhaben beruft sich die NBA auf den geltenden Tarifvertrag, in dem eine Klausel über höhere Gewalt verankert ist.

Demnach kann die nordamerikanische Profiliga einen gewissen Prozentsatz des Gehalts eines Spielers während einer Katastrophensituation, in der Spiele abgesagt werden müssen, einbehalten. Unter Katastrophensituationen fällt auch die Corona-Pandemie. Die NBA könnte somit kurzfristig Geld unter der Katastrophenklausel zurückhalten und, falls die Saison doch irgendwann fortgesetzt werden sollte, die Spieler später bezahlen. (sid)

New Yorker Gouverneur weitet Maßnahmen in Coronavirus-Krise aus

In der Coronavirus-Krise hat der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag weitere Notmaßnahmen angekündigt. Die Behörden würden die medizinische Versorgung in dem US-Bundesstaat stark aufstocken, sagte Cuomo bei einer Pressekonferenz. Sie sollten bis zu 75 000 zusätzliche Krankenhausbetten bereitgestellt sowie zwei Millionen Schutzmasken und 6000 lebenswichtige Beatmungsgeräte besorgt werden.

Am Freitag hatte der Gouverneur die bislang weitgehendsten Maßnahmen für den Bundesstaat New York erlassen. Alle «nicht-überlebenswichtigen» Firmen dürfen ihre Mitarbeiter nur noch von zu Hause aus arbeiten lassen und die rund 19 Millionen Bewohner des Bundesstaates sollen soweit wie möglich zu Hause bleiben. (dpa)

Prüfungen bei Hartz IV sollen ausgesetzt werden

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will in der Coronavirus-Krise bei einem Hartz-IV-Antrag die Vermögensprüfung für ein halbes Jahr aussetzen. „Wir sorgen jetzt dafür, dass die aufwendige Vermögensprüfung für sechs Monate ab dem 1. April entfällt“, sagte Heil der „Bild am Sonntag“. „Außerdem kann jeder weiter in seiner Wohnung bleiben.“ Die Leistungen der Grundsicherung würden schnell und unbürokratisch gewährt. „Das hilft erst einmal, um nicht ins Bodenlose zu stürzen.“ Das Bundesarbeitsministerium rechnet in der Krise mit bis zu 1,2 Millionen zusätzlichen Beziehern der Grundsicherung. In einem Gesetzentwurf, der gemeinsam mit einer Vielzahl weiterer Gesetze in der kommenden Woche beschlossen werden soll, heißt es nach Angaben der Zeitung, allein bis zu 700.000 Solo-Selbstständige und bis zu 300.000 Selbstständige mit Angestellten kämen für eine Antragstellung in Frage. Für den Bundeshaushalt und die Kommunen bedeute das knapp 10 Milliarden Euro Mehrkosten. (dpa)

Mietern soll in Krise nicht gekündigt werden dürfen

Mietern soll wegen Mietschulden in der Corona-Krise nicht gekündigt werden dürfen. Das sieht eine Gesetzesvorlage der Bundesministerien für Justiz, Inneres und Wirtschaft vor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Gelten soll dies für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020. Die Verpflichtung der Mieter zur Zahlung der Miete bleibe aber im Grundsatz bestehen. Auch weiteren Schuldnern, die wegen der Corona-Pandemie ihre vertraglichen Pflichten nicht erfüllen können, sollen keine rechtliche Folgen drohen. Bei Darlehen soll es eine gesetzliche Stundungsregelung geben. (dpa)

Regierung will Mieter vor Kündigungen schützen: Das müssen Sie wissen >>

Zahl der Corona-Toten in Spanien um mehr als 30 Prozent gestiegen

Innerhalb eines Tages hat sich in Spanien die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie drastisch erhöht. Sie lag am Samstag bei 1326 und damit um 32 Prozent über der vom Vortag, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle stieg auf knapp 25.000. Das waren etwa 5000 mehr als noch am Freitag.

Am schwersten betroffen ist die Region um die Hauptstadt Madrid. Dort wurden bislang 8921 Infektionsfälle registriert, also gut jeder dritte Fall landesweit. Tausende weitere Fälle wurden in Katalonien, im Baskenland und in Andalusien nachgewiesen.

In Spanien gilt seit einer Woche eine Ausgangssperre. Die 46 Millionen Einwohner dürfen ihr Zuhause nur verlassen, um zur Arbeit zu gelangen, Einkäufe zu erledigen, Medikamente zu besorgen oder mit dem Hund Gassi zu gehen. (AFP)

Coronavirus zwingt zur Absage der Eishockey-Weltmeisterschaft

Die Coronavirus-Pandemie zwingt den Eishockey-Weltverband zu einer historischen Absage der Weltmeisterschaft im Mai. Das für die Zeit zwischen dem 8. und 24. Mai geplante WM-Turnier in Zürich und Lausanne kann in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden. Das teilte der Weltverband IIHF am Samstag mit. (dpa)

Bund will bis zu 15 000 Euro an Kleinunternehmen zahlen 

Kleine Unternehmen und Selbstständige sollen infolge der Coronavirus-Krise Soforthilfen in Höhe von bis zu 15 000 Euro erhalten. Dies geht aus einem Gesetzesentwurf des Finanz- und Wirtschaftsministeriums hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über den das «Handelsblatt» zuvor berichtete. An diesem Montag soll der Entwurf vom Bundeskabinett und dann in derselben Woche von Bundesrat und Bundestag beschlossen werden. (dpa)

Weniger Anzeigen wegen Corona-Verstößen in Berlin 

Die Berliner Polizei hat in der Nacht zum Samstag deutlich weniger Verstöße gegen die Coronavirus-Verordnung des Senats festgestellt als noch in der Nacht zuvor. Rund 200 Beamte notierten seit Freitagabend (18.00 Uhr) insgesamt 26 Strafanzeigen, wie eine Sprecherin am Samstag mitteilte. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag waren es demnach noch 90 Anzeigen gewesen. «Ob jetzt mehr Menschen die Gefahr einer Infektion erkannt haben, können wir nicht sagen. Vielleicht war es auch nur Zufall», sagte sie. (dpa)

Berliner Supermärkte und Lieferanten arbeiten am Limit

Die Nachfrage nach Lebensmitteln und Hygieneprodukten in den Berliner Supermärkten übersteigt in der Corona-Krise das Volumen des Weihnachtsgeschäfts um fast das Dreifache. „Ein großes Zentrallager am Berliner Stadtrand konfektioniert derzeit täglich eine Menge von bis zu 700.000 Einheiten. Zu Weihnachten sind es nur rund 250.000“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, am Samstag. Die Geschäfte leiden demnach immer noch unter einem „irrationalen Abverkauf“ von Waren wie Toilettenpapier, Seife, Drogerieartikeln, Mehl und Pasta.

„Der Flaschenhals ist die Belieferung per Lkw. Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Fahrzeugen. Die Firmen arbeiten mit Volldampf und Überlast“. Fahrer aus Bereichen wie dem Event- und Messebau würden die Lebensmittellogistik unterstützen, um die Lieferketten aufrecht zu erhalten. Staatliche Vorgaben zur Begrenzung des Kundenansturms in den Geschäften seien jedoch nicht nötig, betonte Busch-Petersen. „Es ist klüger, das den Häusern selbst zu überlassen“.

In manchen Berliner Drogerie- und Supermärkten überwachten private Sicherheitskräfte den Mindestabstand zwischen den einzelnen Menschen. An den Kassen komme es immer wieder zu Konfliktsituationen, weil Kunden die Mengenbeschränkungen für begehrte Artikel nicht einhalten. „Am morgigen verkaufsoffenen Sonntag werden sich wahrscheinlich viele Märkte nicht beteiligen. Das Personal muss auch mal durchatmen. Ich ziehe meinen Hut vor den Mitarbeitern“, so Busch-Petersen. (dpa)

«Ode an die Freude» vom Balkon aus

Zwischen Mailand und Sizilien erklingt seit Beginn der Corona-Epidemie viel Musik von Balkonen und aus Fenstern, Menschen singen und musizieren gegen die Krise. Die Italiener machen es vor - unter anderem in Stuttgart wollen professionelle Musiker nun nachziehen: Am Sonntag (18 Uhr) spielen sie von ihren Privatwohnungen aus in einer Art gemeinsamen Konzert Ludwig van Beethovens «Ode an die Freude». Mit dabei sind Musiker des Staatsorchesters Stuttgart ebenso wie Mitglieder der Stuttgarter Philharmoniker und des Kammerorchesters Stuttgart. (dpa)

Weniger Anzeigen wegen Corona-Verstößen in Berlin

Die Berliner Polizei hat in der Nacht zum Samstag deutlich weniger Verstöße gegen die Coronavirus-Verordnung des Senats festgestellt als noch in der Nacht zuvor. Rund 200 Beamte notierten seit Freitagabend (18.00 Uhr) insgesamt 26 Strafanzeigen, wie eine Sprecherin am Samstag mitteilte. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag waren es demnach noch 90 Anzeigen gewesen. «Ob jetzt mehr Menschen die Gefahr einer Infektion erkannt haben, können wir nicht sagen. Vielleicht war es auch nur Zufall», sagte sie. (dpa)

Füchse-Trainer Roth mit Corona infiziert

Trainer Michael Roth vom Handball-Bundesligisten Füchse Berlin hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der 58-Jährige befinde sich in Hamburg in einer 14-tägigen Quarantäne, teilten die Füchse am Samstag mit. "Mir geht es gut. Wichtig ist, dass sich alle an die Vorgaben der Bundesregierung halten, um das Virus bestmöglich einzudämmen. Wir sind alle dafür verantwortlich", wird der Coach zitiert.

Roth ist nach Martin Schwalb von den Rhein-Neckar Löwen der zweite Trainer der Bundesliga, der an COVID-19 erkrankt ist. Die Tests bei den Berlinern Nationalspielern Fabian Wiede, Silvio Heinevetter und Paul Drux fielen hingegen negativ aus. Das Trio hatte sich jeweils einem provisorischem Test unterzogen, nachdem sich Nationalmannschaftskollege Jannik Kohlbacher von den Löwen mit dem Virus infiziert hatte. Alle vier Spieler hatten in der vergangenen Woche gemeinsam den Lehrgang der Nationalmannschaft in Aschersleben bestritten. (SID)

19.848 Infizierte in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 16.662 angegeben - ein Plus von 2705 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 19.848 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 47 Todesfälle, die JHU 68 Tote. (AFP)

Hermes führt kontaktlose Paketannahme ein

Der Versandlogistiker Hermes hat wegen der Gefahren durch das Coronavirus ein neues Verfahren bei der Annahme von Paketen entwickelt, das ohne direkten Kontakt mit Zusteller und Scanner auskommt. Das teilte Hermes am Samstag in Hamburg mit. Der Empfänger muss nun das Paket nicht mehr auf einem Scanner quittieren, sondern auf dem Paket selbst. Der Zusteller fotografiert die Unterschrift mit dem Zustellcode auf dem Paket, so dass die Zustellung rechtssicher dokumentiert ist. Damit könnten Zusteller und Kunde auf Abstand bleiben und seien besser geschützt. Zudem könnten die Kunden schon bisher die Zustellung an Ablageorten wie auf der Terrasse oder vor der Wohnungstür wählen. (dpa)

Erster Todesfall nach Coronavirus-Infektion in Brandenburg

In Brandenburg ist erstmals ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Der 81-Jährige sei in der Oberhavel Klinik in Hennigsdorf zuvor mit schwersten Vorerkrankungen eingeliefert worden.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher erklärt: „Aktuell müssen in Brandenburg aber nur sechs Prozent aller bestätigten COVID-19-Fällen stationär versorgt werden. Und es gibt davon nur zwei Patienten, die intensiv medizinisch beatmet werden müssen. Im Vergleich mit anderen Ländern sind damit die Zahlen der schweren Krankheitsverläufe und Todesfälle noch sehr niedrig.“

In Brandenburg hat sich die Zahl der laborbestätigten Fälle an COVID-19 im Vergleich zum Vortag um 56 erhöht. Damit gibt es derzeit insgesamt 288 Menschen in Brandenburg, die positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden (Stand: 21.03.2020, 08:00 Uhr).


+++ 20. März +++

Coronavirus: Mittlerweile 868 bestätigte Fälle in Berlin

In Berlin sind derzeit 868 Fälle des neuartigen Coronavirus bestätigt (Stand 20.03.2020, 16:30 Uhr). Die Kontaktpersonen werden derzeit im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert. 490 Personen sind männlich, 378 weiblich. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 44 Personen, davon werden 18 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Ein am neuartigen Coronavirus erkrankter Patient ist verstorben.

Berlin will Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie verschärfen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat angekündigt, dass es auch für die Hauptstadt härtere Einschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Krise geben wird. Der Senat solle vorbereiten, dass es zu Restaurantschließungen komme, sagte er in der Rbb-„Abendschau“ am Freitagabend. Bislang müssen diese Lokale ab 18.00 Uhr zumachen. Künftig solle es dann nur noch Abhol- und Lieferdienste geben. Auch Versammlungen unter 50 Menschen sollten untersagt werden, kündigte Müller an.

Einige Bürger hätten immer noch nicht verstanden, dass Deutschland in einer Krisensituation sei, kritisierte der Regierungschef. Auch Berlin werde deshalb zu härteren Maßnahmen kommen. Er betonte zugleich aber auch, er hoffe, dass Ausgangssperren über Monate hinweg vermieden werden können. Die Maßnahmen sollten in enger Abstimmung mit Brandenburg erfolgen. (dpa)

Corona-Pandemie in Italien: Über 600 Tote an einem Tag

In Italien haben die Behörden in nur einem Tag rund 600 neue Corona-Tote registriert. Damit stieg die Zahl der Todesopfer der Virus-Pandemie auf 4032. Das teilte der Zivilschutz in Rom am Freitag mit. In dem Land gibt es inzwischen 47.021 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Damit kamen im Vergleich zum Vortag erneut Tausende Infektionen hinzu. Außerdem dürfte die Dunkelziffer nicht erfasster Menschen, die den Sars-CoV-2-Erreger in sich tragen, Experten zufolge hoch sein. Am schlimmsten von der Covid-19-Welle getroffen ist weiter der Norden, besonders die Lombardei. Dort war der Ausbruch vor einem Monat, am 20./21. Februar bemerkt worden. Italien hatte am Donnerstag insgesamt mehr Todesfälle als China gemeldet und ist damit das Land mit den meisten offiziell gemeldeten Toten wegen des Coronavirus auf der Welt. Es wird erwartet, dass die Regierung in Kürze die Ausgangssperre verschärft. (dpa)

Weltärztepräsident kritisiert Wettstreit von Bundesländern

(Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat das uneinheitliche Vorgehen der Bundesländer im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus kritisiert. «Eigentlich hat die Politik der Bundesregierung in der Hand von Jens Spahn sechs Wochen hervorragend funktioniert, aber inzwischen sind die Ministerpräsidenten der Bundesländer in einen Wettstreit verschärfender Maßnahmen getreten», sagte Montgomery der «Augsburger Allgemeinen». «Wenn der Ministerpräsident in Schleswig-Holstein die Inseln von Touristen räumen lässt, dann ist die Verhältnismäßigkeit überschritten», kritisierte der Mediziner. «Diese Kleinstaaterei ist inzwischen ein Problem, das immer mehr in merkwürdigen Ideen resultiert», sagte Montgomery. (dpa)

Erster Corona-Patient in Berlin gestorben

In Berlin ist der erste mit dem neuen Coronavirus infizierte Patient verstorben. Es handle sich um einen 95-jährigen Mann mit schweren Grunderkrankungen, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am Freitag mitteilte. In der Hauptstadt gibt es derzeit 688 bestätigte Coronavirus-Fälle (Stand 19.3.2020, 16.30 Uhr). Die meisten Fälle in Berlin werden bisher in den mittleren Altersgruppen verzeichnet. Ältere Menschen und solche mit Grunderkrankungen haben jedoch ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 als junge Menschen. Bisher sind dem Robert Koch-Institut (RKI) bundesweit 31 Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuen Virus gemeldet worden. (BK, dpa)

Polizei bereitet Räumung der Nordseeinsel Norderney von Touristen vor

In Niedersachsen bereitet die Polizei einen größeren Einsatz zur Durchsetzung der Corona-Aufenthaltsbeschränkungen auf der Nordseeinsel Norderney vor. Nach Angaben der Inselverwaltung ignoriere "eine größere Anzahl von Touristen" die amtlich angeordnete Abreisepflicht, wie die Polizeiinspektion Aurich/Wittmund am Freitag mitteilte. Es lägen außerdem Hinweise darauf vor, dass Unberechtigte sich mit "falschen Bescheinigungen" auf Fähren geschmuggelt hätten. Ab Sonntag würden daher Einsatzkräfte vom Festland die Inselpolizei verstärken, erklärten die Beamten. Es werde außerdem Durchsagen über Lautsprecher geben. Von Montag an würden dann die Unterkünfte und Campingplätze kontrolliert. Wer dort als Tourist angetroffen werde, erhalte eine Strafanzeige und werde "kostenpflichtig von der Insel verwiesen". Die Polizei hoffe, dass dies nicht notwendig sein werde. (afp)

Mehr als 18 400 Coronavirus-Nachweise in Deutschland - 53 Tote

In Deutschland sind bislang mehr als 18 400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 6200, Bayern mit mehr als 3100 und Baden-Württemberg mit mehr als 2700 Fällen. Niedersachsen verzeichnet mehr als 1200 Infektionen. 53 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben, zwei weitere Deutsche nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten. (dpa)

Bezirksbürgermeister Von Dassel an Corona erkrankt

Stephan von Dassel, grüner Bezirksbürgermeister des Bezirks Mitte, ist positiv auf den COVID-19-Virus getestet worden. Das teilte er in einer Videobotschaft auf Facebook mit.

In der Videobotschaft rief von Dassel die Berliner auf, sich an alle Regelungen des Berliner Senats zu halten: "Akzeptieren Sie alle Einschränkungen, die aktuell leider nötig sind." (BK)

15 Polizisten infiziert, Hunderte in Quarantäne

Bei der Berliner Polizei sind inzwischen 15 Beamte mit dem Coronavirus infiziert. 98 weitere Polizisten befinden sich wegen Kontakten zu infizierten Kollegen in einer vom Amtsarzt angeordneten Quarantäne, wie eine Sprecherin am Freitag sagte. Für 324 andere Polizisten gibt es eine Empfehlung des Amtsarztes für eine vorsorgliche Quarantäne. Direkt oder indirekt betroffen von der Verbreitung des Coronavirus sind also 437 Polizisten. Am Montag hatte die Zahl noch bei sieben infizierten Beamten gelegen. In manchen Bereichen der Polizei soll nun in getrennten Teams, die keinen Kontakt mehr untereinander haben, gearbeitet werden, damit nicht ganze Abteilungen ausfallen. Bei der Berliner Polizei sind insgesamt etwa 25 000 Menschen beschäftigt, von denen knapp 18 000 Polizeibeamte sind. Dazu kommen zahlreiche angestellte Fachleute wie Juristen, Wissenschaftler und Schreibkräfte sowie mehrere Tausend Wachleute und Auszubildende. Andere Bundesländer haben ähnliche und zum Teil noch höhere Zahlen veröffentlicht. (dpa)

An den meisten Berliner Schulen sollen Abiturprüfungen nicht verschoben werden

An den meisten Berliner Schulen soll es bei den geplanten Terminen für die Abiturprüfungen bleiben. Das teilte Martin Klesmann, Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung, am Freitag auf Anfrage mit. Nach dem Stand von Freitagnachmittag halten demnach 165 von 170 Schulleitern an Gymnasien sowie den betroffenen Sekundarschulen und Oberstufenzentren, die der Senatsverwaltung eine Rückmeldung gegeben haben, am bisherigen Prüfungstermin fest. Für die Abiturprüfungen können in diesem Jahr generell auch die Nachschreibtermine genutzt werden. Die Entscheidung darüber treffen die jeweiligen Schulleitungen.

Zwölf Schulen haben sich der Senatsverwaltung zufolge noch nicht zurückgemeldet, die dafür eine Frist bis zu diesem Freitag gesetzt hatte. Aus dem Kreis von Eltern und Schülern hatte es Kritik daran gegeben, an den geplanten Terminen festzuhalten. (dpa)

Sachsen will Menschenansammlungen in Corona-Krise bestrafen

Sachsen will mit Strafen gegen Menschenansammlungen in Zeiten der Corona-Krise vorgehen. Verstöße gegen Vorgaben der Behörden sollen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden können, teilte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag in einem Videobriefing mit. Grundlage sei das Infektionsschutzgesetz. Eine Größenordnung für Ansammlungen wurde dabei nicht genannt. Nicht alle dürften in Mithaftung genommen werden für eine kleine Gruppe, die sich nicht an die Regeln halte. Laut Kretschmer gehe es darum, immer wieder nachzusteuern. In dem Land sind nach Angaben der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bisher 562 Infektionen mit dem Sars-CoV-2 registriert worden, 173 mehr als am Vortag. (dpa)

Polen setzt beschlagnahmten Wodka als Desinfektionsmittel ein

Knapp eine halbe Million Liter geschmuggelter Wodka und illegal hergestellter Alkohol kommen in Polen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie als Desinfektionsmittel zum Einsatz. Die Staatsanwaltschaft erklärte am Freitag, die Zoll- und Steuerbehörden verwahrten mindestens 430.000 Liter Wodka und puren Alkohol. Sie seien entweder als Beweismittel beschlagnahmt worden oder im Anschluss an ein Verfahren konfisziert worden. Anstatt den Alkohol zu vernichten, wurden bereits mehrere tausend Liter zur Desinfektion von Gebäuden und Verkehrsmitteln zur Verfügung gestellt. Die Feuerwehr im nordostpolnischen Olsztyn habe 1000 Liter reinen Alkohol erhalten, zwei Krankenhäuser der Stadt und eine Klinik in Elblag hätten insgesamt 2500 Liter bekommen, sagte eine Sprecherin der regionalen Zollverwaltung. (dpa)

Corona-Fehlalarm führt zu Zugverspätungen - Verdächtige Frau war erkältet

Ein Corona-Fehlalarm in einem Intercity hat zu erheblichen Verspätungen bei der Deutschen Bahn geführt. Nach Angaben der Bundespolizeiinspektion Magdeburg zeigte in dem aus Berlin nach Halle an der Saale fahrenden Zug eine 34-jährige Frau am Donnerstagabend den Kontrolleuren einen Zettel. Darauf stand, dass sie wegen Corona-Verdachts zu niemanden Kontakt haben dürfe.

Nach der Ankunft in Halle wurde die Frau von einem Notarzt in einem Rettungswagen untersucht. Er konnte die Infektion nicht bestätigen. Die Frau litt lediglich unter einer leichten Erkältung. Die übrigen 45 Reisenden des Intercitys mussten derweil im Zug warten. Da das Gleis im Bahnhof blockiert war, verspäteten sich insgesamt zehn Züge um etwa anderthalb Stunden. (AFP)

Rot-Rot-Grün in Berlin uneins - Ausgangssperre für Berlin abgelehnt

Foto: Kay Nietfeld/dpa

In der rot-rot-grünen Regierungskoalition von Berlin gibt es beim Thema Ausgangssperre unterschiedliche Ansichten. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) ist dafür, hat sich mit ihrer Position aber bei der Sondersitzung des Senats am Donnerstagabend nicht durchsetzen können. „Senatorin Kalayci hat dem Senat eine Ausgangssperre empfohlen, die abgelehnt wurde“, teilte ihre Sprecherin am Freitag mit. Die „Berliner Morgenpost“ berichtet online von einem «heftigen Streit» über das Thema, bei dem Kalayci für ihre Pläne kritisiert worden sei.

Linke-Vorsitzende Katina Schubert sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, nach den Aussagen der Senatoren ihrer Partei, die bei der Sitzung gewesen seien, sei die Diskussion sachlich verlaufen. „Wir haben kein Interesse an parteipolitischen Profilierungsspielchen.“

Schubert sprach sich gegen eine Ausgangssperre in der Coronavirus-Krise aus. „Jedes andere Mittel muss erst ausgeschöpft sein.“ Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte am Freitagmorgen im rbb-Inforadio, eine Ausgangssperre sei „kein Allheilmittel“. (dpa)

Kehrtwende in Pankow - drei Viertel der Bezirke sperren Spielplätze

Drei Viertel der Berliner Bezirke haben sich inzwischen für eine Sperrung der Spielplätze entschieden. Am Freitag gab auch das Bezirksamt in Pankow bekannt, dass die öffentlichen Spielplätze ab Montag (23. März) zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie bis auf weiteres geschlossen sein sollen. «Ich bitte Sie eindringlich, dieser Anordnung Folge zu leisten. Diese Maßnahme ist leider ein notwendiges Element zur Senkung der Infektionsrate», begründete Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) die Entscheidung. Pankow ist der neunte von zwölf Bezirken, der so entschieden hat.

Die Spielplätze sollen nun mit Hinweisschildern versehen und mit Flatterband abgesperrt werden. Am Mittwoch hatte ein Sprecher des Bezirksamts noch ausdrücklich erklärt, die Spielplätze in Pankow sollten offen bleiben. (dpa)

Saarland will Ausgangsbeschränkung erlassen

Saarland will will im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Gaststätten schließen und eine Ausgangsbeschränkung erlassen. Das werde Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) noch am Freitag dem Kabinett zum Beschluss vorschlagen, teilte die Staatskanzlei in Saarbrücken mit. (dpa)

Bayern erlässt in Corona-Krise „grundlegende Ausgangsbeschränkungen“

Bayern erlässt im Kampf gegen die Corona-Pandemie „grundlegende Ausgangsbeschränkungen“. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag an. „Wir fahren das öffentliche Leben nahezu vollständig herunter“, sagte der Regierungschef. (dpa)

Taxifahrer wollen Sonderfahrdienst anbieten und Autos umbauen

Wegen ausbleibender Fahrgäste lassen in Berlin laut Innung bereits rund 2000 von etwa 8000 Taxifahrern ihre Fahrzeuge stehen. Man wolle jetzt mit umgebauten Taxen und einem Sonderfahrdienst für Krankenschwestern, Feuerwehrleute, Polizisten und andere wichtige Berufsgruppen wieder mehr Kunden gewinnen, sagte Innungschef Leszek Nadolski am Freitag in Berlin. Das Angebot richte sich an Menschen, die sicher zur Arbeit und zurück kommen wollen, aber keine eigenen Autos haben. Wie der Dienst finanziert werden soll, sei aber noch unklar. Zuvor hatte „Spreeradio 105,5“ berichtet.

Taxen sollen laut Nadolski zudem mit einer Scheibe ausgestattet werden, die den hinteren Bereich vom Fahrer trennt, um Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus zu verhindern. Auch bargeldloses und kartenloses Zahlen soll eingeführt werden, etwa per Handy. (dpa)

Coronavirus-Krise in Berlin - Erneut knapp 100 Verstöße in der Nacht

Die Berliner Polizei hat erneut zahlreiche Verstöße gegen das Corona-Infektionsschutzgesetz festgestellt. Am Donnerstagabend und in der Nacht zu Freitag überprüften Polizisten 98 Kneipen, Restaurants, Geschäfte und andere Objekte, wie eine Polizeisprecherin am Freitag sagte. Als Ergebnis wurden 91 Anzeigen gestellt, oft wegen der nicht mehr erlaubten Öffnung von Kneipen oder Läden. Die Verstöße verteilten sich über die ganze Stadt.

Auffällig ist, dass es offenbar nachts deutlich mehr gravierendere Verstöße gibt. Tagsüber sind es meist Geschäfte, die nicht mehr öffnen dürfen. Im Lauf des Donnerstag hatte es nach 119 Überprüfungen 34 Anzeigen gegeben. In der vorangegangenen Nacht lag die Zahl der Verstöße hingegen bei 97.

Die Polizei will die Kontrollen in der Coronavirus-Krise vorerst fortsetzen. „Wir haben in diesen Spezialstreifen weit über 100 Beamte, die jeweils tagsüber von 6.00 bis 18.00 Uhr und abends von 18.00 bis 6.00 Uhr unterwegs sind“, sagte die Sprecherin. Dazu kämen noch die üblichen Streifenwagen, die sich in ihrem normalen Dienst ebenfalls um das Problem kümmern würden. (dpa)

Reisewarnung gilt bis Ende April - auch für die Osterferien

Die Reisewarnung der Bundesregierung wegen der Corona-Krise gilt zunächst bis Ende April und betrifft damit auch die Osterferien. „Das ist für viele schmerzlich aber absolut notwendig. Bleiben Sie zu Hause! Schützen Sie sich und ihre Mitmenschen!“, schrieb Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Freitag auf Twitter.

Das Auswärtige Amt hatte am Dienstag die Reisewarnung für alle touristischen Auslandsreisen ausgesprochen - ein bisher einmaliger Vorgang. Eine Frist hatte er zunächst aber nicht genannt. Reisewarnungen gibt es normalerweise nur bei Gefahr für Leib und Leben, vor allem für Bürgerkriegsländer wie Syrien, Afghanistan oder den Jemen. Sie können kostenlose Stornierungen ermöglichen. (dpa)

CDU-Chef Wegner: Ausgangssperre für Berlin darf kein Tabu sein

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus darf eine Ausgangssperre für die Hauptstadt aus Sicht der Berliner CDU kein Tabu sein. Nicht alle Menschen in Berlin verhielte sich dem Ernst der Lage entsprechend, teilte der CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner mit Blick auf Gruppen in Parkanlagen oder Corona-Partys am Freitag mit. „Das ist unvernünftig und unverantwortlich.“ Es müssen alles getan werden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. „Wir müssen heute Freiheiten einschränken, um morgen Leben zu retten. Eine Ausgangssperre darf in einer Metropole wie Berlin kein Tabu sein.“ (dpa)

Verdi fordert Schließung von Friseurgeschäften

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat gefordert, zur Eindämmung des Coronavirus auch Friseurgeschäfte zu schließen. „Es ist schlichtweg nicht möglich, als Friseurin oder Friseur den gebotenen Abstand zu den Kunden einzuhalten“, erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle am Freitag. Es gebe auch keinen ausreichenden Schutz. "Deswegen müssen Friseurgeschäfte geschlossen werden", forderte Behle.

Die Gewerkschaft forderte zugleich Unterstützung für die Geschäfte. „Wir brauchen unbürokratische Hilfen für die selbstständigen Ladenbesitzer zur Finanzierung der laufenden Kosten und Hilfen für die Angestellten“, erklärte Behle. Wenn ein Friseurgeschäft schließe, würden die Beschäftigten ohne staatliche Hilfsmaßnahmen sofort entlassen. Deshalb bräuchten sie einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, der ihre Existenz sichere. (AFP)

Zeichen der Solidarität: „You’ll Never Walk Alone“

180 Radiosender in 30 europäischen Ländern spielen um 8.45 dasselbe Lied: “You’ll Never Walk Alone”. "Es könnte die ansprechen, die im Moment eine unglaubliche Arbeit im Gesundheitswesen leisten, die krank sind oder die ihr Haus für eine Weile nicht verlassen können”, erklärt Initiator Sander Hoogendoorn, Moerator der niederländischen des Programmanbieters BNNVARA. (BK)

Polen lockert Kontrollen: Kein Stau mehr auf A11 nach Polen

Der tagelange kilometerlange Lastwagen-Stau auf der Autobahn 11 bei Pomellen hat sich aufgelöst. Wie ein Sprecher der Bundespolizei am Freitag sagte, haben die polnischen Grenzschützer ihre Kontrollen, wie von der Regierung in Warschau angekündigt, deutlich gelockert. Dadurch war der zeitweise bis zu 50 Kilometer lange Rückstau an Lastwagen, der weit bis nach Brandenburg hineinreichte, am frühen Morgen abgebaut. Polen hatte die Kontrollen, zu denen auch das Fiebermessen gehörte, am Sonntag eingeführt, um die Ausbreitung des Coronavirus abzubremsen.

Zu der Kontrolle gehörte auch das Ausfüllen von Fragebögen, das ebenfalls eingestellt wurde. Dadurch war es an der gesamten deutsch-polnischen Grenze zu riesigen Staus gekommen. Auf der A12 östlich von Berlin kam bei einem Auffahrunfall am Donnerstag am Stauende zwischen Storkow und Fürstenwalde (Oder-Spree) ein Fahrer ums Leben. Er war mit seinem Fahrzeug aufgefahren. In den Unfall waren drei Laster verwickelt, ein weiterer Lastwagenfahrer wurde schwer verletzt. (dpa)

Ausgangssperre in ganz Kalifornien verhängt - Trump sagt G7-Gipfel ab

Die USA ergreifen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie immer rigorosere Maßnahmen. Der US-Bundesstaat Kalifornien verhängte am Donnerstag eine allgemeine Ausgangssperre für seine Einwohner, von der nur wenige Ausnahmen gelten. US-Präsident Donald Trump sagte das für Juni geplante Gipfeltreffen der G7-Staatengruppe in Camp David ab.

"Essenzielle" Berufe und Dienstleistungen sowie das Einkaufen von Lebensmitteln seien von der Ausgangssperre ausgenommen, sagte der Gouverneur Gavin Newsom. Es handelt sich um die bislang drastischste Maßnahme der US-Behörden gegen die Ausbreitung des Virus. Der Westküstenstaat gehört zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Regionen der USA. In Kalifornien wurden bis Donnerstag 676 Infektionsfälle verzeichnet, mindestens 16 Menschen starben dort an der Infektion.

Reedereien stellen Betrieb von Ausflugsschiffen auf der Spree ein

Keine Stadtrundfahrten mehr auf der Spree: Wegen der Corona-Krise lassen viele Berliner Reedereien ihre Ausflugsschiffe nicht mehr ausfahren. Die Reedereien Spree- und Havelschiffahrt, Riedel, Stern und Kreisschiffahrt, Lüdicke und Bruno Winkler haben die Fahrten eingestellt, wie auf ihren Webseiten am Donnerstag zu lesen war.

Noch am Mittwoch waren vereinzelt Schiffe auf der Spree unterwegs gewesen: Das letzte Schiff der Reederei Hadynski sei um 16 Uhr gestartet, sagte Inhaber Dieter Hadynski der Deutschen Presse-Agentur. Zwei Gäste seien mitgefahren. Am Abend habe ihn die Wasserschutzpolizei angewiesen, den Betrieb vorerst einzustellen. „Ich hätte aber sowieso aufgehört“, sagte Hadynski. Es kämen zu wenig Touristen nach Berlin.

Unklar blieb zunächst, ob die Reedereien dazu verpflichtet sind, die Fahrten zu stoppen. In der Verordnung des Berliner Senats zur Corona-Krise vom Dienstag werden die Ausflugsschiffe nicht eigens genannt. Mike Kaus, Leiter des Schifffahrtsbüros des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Berlin, sagte: „Der Senat hat vergessen, die Schifffahrt zu erwähnen.“ Mehrere Reedereien hätten ihn angerufen, die nicht wüssten, ob sie nun starten dürften oder nicht. (dpa)

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller  Foto: Corinna Schwanhold/dpa-Zentralbild/dpa
Einen Tag vor der Eröffnung sind die Kabinen für eine Corona-Ambulanz in der Messe Chemnitz zu sehen. Foto: dpa/Hendrik Schmidt

383 bestätigte Corona-Fälle in Berlin

Steigende Quarantäne-Fälle bei der Berliner Polizei. Foto:  imago images / imagebroker
Ein Graffiti bestehend aus dem Text "Stay Home" und einer symbolischen Virusdarstellung ist in der Fußgängerzone auf den Boden gesprüht worden.  Foto:  Sven Hoppe/dpa