Feuerwehrleute mit einer Rettungstrage
Feuerwehrleute mit einer Rettungstrage imago/Marc Schüler (Symbolbild)

Sie kamen, um Menschenleben zu retten, doch ausgerechnet bei ihrem Rettungseinsatz kam eine Frau zu Tode. Nun geht die Staatsanwaltschaft gegen mehrere beteiligte Feuerwehrleute vor: Sie sollen die Seniorin falsch herum ohne Gurte auf eine Trage gelegt und deren Tod verursacht haben.

Gut fünf Monate nach dem tödlichen Sturz einer 75-Jährigen aus einer Rettungstrage bei einem Feuerwehreinsatz im bayerischen Sinzing ist die Staatsanwaltschaft Regensburg mit einer Durchsuchung gegen acht Feuerwehrleute vorgegangen. Gegen die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren Lappersdorf und Kleinprüfening bestehe der Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung, teilte die Ermittlungsbehörde am Dienstag mit. Polizisten durchsuchten demnach Gebäude und Fahrzeuge der Feuerwehren sowie Räume von zwei der Beschuldigten, um Beweismittel zu sichern.

Die 75-Jährige sollte am 29. Juli vergangenen Jahres aus medizinischen Gründen über eine Seilrettung aus dem zweiten Obergeschoss ihres Hauses in der Gemeinde Sinzing gerettet werden. Die Frau sei dazu von Feuerwehrleuten und Notfallsanitätern in eine sogenannte Schleifkorbtrage gelegt worden. Als die Trage per Drehleiter aus dem Dachfenster des Hauses gezogen wurde, kippte sie um. Die Frau glitt heraus, stürzte fünf Meter zu Boden und erlitt tödliche Verletzungen.

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Feuerwehrleute hatten Frau verkehrt herum auf Trage gelegt und Gurte nicht angelegt 

Einem inzwischen vorliegenden Sachverständigengutachten zufolge hatten die Retter die Frau falsch herum auf die Trage gelegt, so dass sich ihr Kopf am Fußteil befand. Dadurch habe sich der Schwerpunkt verlagert, weshalb die Seniorin aus der Trage geglitten sei. Außerdem seien vier vorhandene Sicherungsgurte nicht angelegt worden.

Mit der Durchsuchung wollte die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben Beweise zu dem Einsatz und zur Ausbildung der beteiligten Feuerwehrleute sowie ihrer Kommandostrukturen sichern. Es solle festgestellt werden, ob den Beteiligten fahrlässiges Handeln zur Last gelegt werden könne, hieß es.