Ein Boot der Küstenwache treibt neben dem Kadaver eines Riesenwals im Hafenbecken von Neapel.  Foto:  Küstenwache/dpa

Ein riesiger, tot im Wasser treibender Wal gibt den Experten in Italien Rätsel auf. Es könnte sich um die Mutter eines vermissten, jüngeren Tieres handeln, hieß es. Ein Schiff der Küstenwache schleppte den über 20 Meter langen, leblosen Walkörper am Mittwoch in den Hafen im süditalienischen Neapel. Dort sollte der Kadaver untersucht werden, um die Todesursache zu finden. Ein Sprecher der Küstenwache sagte im Fernsehen Rai1, der Gigant habe ein Gewicht um die 70 Tonnen. Zur Autopsie gab es am Donnerstag zunächst keine Neuigkeiten.

Die Küstenwache hatte den toten Meeressäuger bei ihrer Suche nach einem anderen, kleineren Exemplar entdeckt. Dieses Tier war nach Medienberichten vor einiger Zeit hilflos und verwirrt im Hafen von Sorrent, in der Bucht von Neapel, aufgetaucht. Der kleinere Wal schwamm danach mehrfach mit voller Wucht gegen eine Mauer. Auch weil er sich verletzt haben dürfte, schickte die Küstenwache Helfer los. Bei der Suche fanden sie zwar nach Berichten von Mitte des Monats den toten Riesen, aber nicht das kleine Tier. Das ließ die Sorge um den vermissten zweiten Wal bei Tierschützern wachsen.

Lesen Sie auch: Schon fast 400 Tiere verendet: Das Drama um die gestrandeten Wale von Tasmanien - mit Video >>

Nach der Massenstrandung von mehr als 400 Grindwalen an der australischen Insel Tasmanien kämpfen Helfer um das Überleben der letzten verbleibenden Tiere. Rund 20 Meeressäugern soll dabei nach einer Einschätzung vom Donnerstagmorgen Vorrang gegeben werden, teilten die Einsatzkräfte mit. „Wir erwarten, dass die Zahl noch steigt“, sagte Nic Deka von der zuständigen Behörde. Von den geschätzt 470 Walen seien bisher 88 zurück in tiefere Gewässer gebracht worden. Die Grindwale waren in dieser Woche an mehreren Stellen der Macquarie-Bucht im Westen der Insel gestrandet. Die meisten seien bereits verendet, hieß es.

Helfer hatten die Zahl der toten Wale am Mittwoch auf 380 beziffert. Die Lage vor Ort gestalte sich schwierig, sagte Deka. „Viele der Wale befinden sich unter der Wasseroberfläche, und deshalb haben wir uns nach Kräften bemüht, Zählungen durchzuführen, während wir prüfen, welche Tiere leben und welche tot sind.“ Bei den Zahlen handele es sich um Schätzungen, die sich ändern könnten.

Medienberichten zufolge schwimmen junge Wale neben ihren gestrandeten Eltern im seichten Gewässer her. „Das ist echt ein Grauen“, zitierte der Sender ABC einen Helfer vom australischen Sender ABC. Die letzten Rettungsversuche sollen innerhalb der nächsten 24 Stunden abgeschlossen werden. Danach seien die Wale kaum noch lebensfähig, sagte Deka dem Sender. Vier Wale sollen nach einer Beurteilung durch einen Tierarzt eingeschläfert werden. „Das sind Tiere, denen wir eine Chance gegeben haben. Wir haben versucht, sie freizulassen, und das haben sie nicht gut überstanden“, sagte der Biologe Kris Carlyon.

Anschließend werden sich die Einsatzkräfte auf die Kadaver konzentrieren. Diese sollen voraussichtlich von einem Lastschiff auf hoher See entsorgt werden. Die Arbeiten werden Behörden zufolge mehrere Tage dauern.

Am Montag waren weit über 200 gestrandete Grindwale in der abgelegenen Macquarie-Bucht entdeckt worden, von denen rund ein Drittel bereits verendet waren. Zwei Tage später wurde nur wenige Kilometer entfernt eine zweite Gruppe von rund 200 gestrandeten Tieren gefunden. Carlyon sprach von der größten bisher vor Tasmanien verzeichneten Strandung.

In Tasmanien stranden Wale recht häufig, meist sind aber weit weniger Tiere betroffen. Zuletzt war in der Gegend eine kleinere Gruppe von Pottwalen an die Küste geraten.

Im Mittelmeer sind mehrere Arten der größten Säugetiere der Welt zu Hause. Doch das jetzt tot gefundene Tier sei von seinen Ausmaßen her ein echte Ausnahmeerscheinung.