Ein Nikolaus-Darsteller in einer Kirche. Foto: dpa/Sven Hoppe

Es ist immer wieder ein Super-GAU, wenn es das neuartige Coronavirus in ein Pflegeheim schafft und dort von einem Risikopatienten auf den anderen überspringt. Nun hat es eine belgische Einrichtung erwischt: 14 Mitarbeiter und mindestens 61 von 169 Bewohnern wurden in den letzten Tagen positiv auf das Sars-CoV-2 getestet. Schuld ist offenbar ein Superspreader-Nikolaus!

Denn die Mitarbeiter des Hemelrijck-Pflegeheims in der Region Antwerpen hatten einen Nikolaus-Darsteller eingeladen, um die Weihnachtsstimmung bei den Bewohnern zu wecken. Wie örtliche Medien berichten, hatte der Darsteller auch keinerlei Symptome. Doch zwei Tage nach seinem Besuch wurde er auf Corona getestet - und war positiv.

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„Er hat sich in den Gemeinschaftsbereichen aufgehalten, immer mit Abstand zu den Bewohnern und ist nirgends länger als ein paar Minuten geblieben“, hieß es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung der Stadt Mol. „Er hielt Abstand zu den Bewohnern und trug einen Mund-Nasenschutz. Auch die Bewohner trugen Masken.“ Doch Fotos von Angehörigen, die dem Radiosender VRT vorliegen, sollen zeigen: Die Darstellung entspricht nicht der Wahrheit. Viele Bewohner tragen keine Masken.

„Das Pflegeheim sagt, die Regeln seien befolgt worden, doch wir haben Fotos der Familien, die eindeutig zeigen, dass dies nicht der Fall gewesen ist“, räumte Bürgermeister Wim Caeyers ein. Auch die Stadtverwaltung korrigierte ihre Pressemitteilung im Anschluss. Die Organisation des Nikolausbesuchs sei völlig unverantwortlich und eine „Fehleinschätzung“ der Heimleitung gewesen. Caeyers sagte VRT, der Besuch sei „mit den besten Absichten gemacht worden, aber schief gegangen. Dies ist ein schwarzer Tag für das Pflegeheim“.

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Für die Mitarbeiter des Pflegeheims - und den Mann, der den Nikolaus spielte - sei die aktuelle Situation eine große psychische Belastung. Sie alle würden mit sich hadern die Bewohner in Gefahr gebracht zu haben. Immerhin: Alle infizierten Bewohner und Mitarbeiter haben derzeit nur leichte bis mittelschwere Symptome - und alle Beteiligten hoffen, dass es dabei bleibt.