Volker Bartl (parteilos), Bürgermeister, hatte vor drei Jahren die Idee zum Anheben des Findlings, steht vor dem „Großen Stein“.  dpa/Bernd Wüstneck

Der Norden Deutschlands hat eine neue touristische Attraktion: den größten vollständig freigelegten Granit-Findling. „Es handelt sich um den ‚Großen Stein‘ in Altentreptow“, sagte Karsten Schütze vom Geologischen Landesdienst Mecklenburg-Vorpommern der Deutschen Presse-Agentur. Der steinerne Riese, der vor 25.000 Jahren bei einer Eiszeit aus Schweden kam, war im Mai in einer technisch anspruchsvollen Aktion um fast drei Meter angehoben worden.

Inzwischen ist der Bauzaun verschwunden. „Das Umfeld ist fertig gestaltet und es kommen schon reichlich Neugierige“, erklärte Altentreptows Bürgermeister Volker Bartl (parteilos). Er war Initiator der Hebung des acht Meter langen und sechs Meter breiten Findlings, der bis dahin nur zur Hälfte sichtbar war.

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Nachdem der riesige Findling in einer aufwendigen Aktion fast drei Meter angehoben wurde, ist er nun ganz sichtbar. 

„Großer Stein“ ist so schwer wie ein ganzer ICE-Zug

Letzte Vermessungen und Berechnungen haben ergeben, dass der „Große Stein“ rund 165 Kubikmeter Volumen hat, wie Geologe Schütze sagte. Die Hebung ergab, dass er etwa 450 Tonnen schwer ist - soviel wie ein ganzer ICE-Zug. Solche Granitsteine bestehen aus drei Mineralen: Feldspat, Quarz und Glimmer.

Der Riesenstein in Altentreptow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte soll nun Kern eines Ausflugsparks mit einem Badeteich werden, für den mehr als 1,5 Millionen Euro veranschlagt werden. Davon entfielen rund 260.000 Euro auf die Hebung, was der Stadt viel Kritik vom Bund der Steuerzahler einbrachte. „Aber auch die negativen Schlagzeilen haben uns mehr Bekanntheit eingebracht“, sagte Bartl.

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Als etwas größer wird mit rund 180 Kubikmetern und 470 Tonnen Gewicht nur der „Kleine Markgrafenstein“ bei Rauen südlich von Berlin eingeschätzt, erklärte Experte Schütze. Allerdings liege dieser noch mehrere Meter in der Erde, so dass man dessen Daten und Form nach einem kleinen Stück Freilegung per Spaten nur schätzen kann. Auf Rang drei auf dem Festland kommt der „Alte Schwede“ in Hamburg, der 1999 aus der Elbe geborgen wurde und 217 Tonnen wiegt.