Das Amtsgericht in Weinheim. Hier wurde eine Ärztin wegen tausender falscher Maskenatteste verurteilt.
Das Amtsgericht in Weinheim. Hier wurde eine Ärztin wegen tausender falscher Maskenatteste verurteilt. dpa/Str

Es ist einer der bekanntesten Fälle um falsche Masken-Atteste in Deutschland. Einer Ärztin aus Weinheim in Baden-Württemberg wurde vorgeworfen, in 4247 Fällen während der Corona-Pandemie falsche Masken-Atteste ausgestellt zu haben. Nun wurde die 59 Jahre alte Monika J. zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Zudem wurde ein vorläufiges Berufsverbot angeordnet und 28.000 Euro eingezogen. Eine Angestellte der Ärztin wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

Ärztin wegen falscher Maskenattests verurteilt

Das Amtsgericht in Weihnheim sah es laut einer Mittelung als erwiesen an, dass Monika J. Atteste für Menschen in ganz Deutschland ausgestellt hatte, ohne diese zuvor untersucht oder anderweitig Kenntnis über eventuelle Vorerkrankungen erlangt zu haben. Auch Patientenakten seien in der Regel nicht für die Personen angelegt worden. „Der Vorgang erinnert eher an einen Verkauf von Attesten als an eine medizinische Maßnahme“, heißt es in der Mitteilung.

Entsprechend wurden auch die 28.000 Euro eingezogen. Dabei handelt es sich laut Gericht um die Summe, die Monika J. für das Erstellen von Attesten von ihren Empfängern eingenommen hat. Die Allgemeinmedizinerin, die laut ihrer Homepage auf Naturheilverfahren und sogenannte „Selbstheilungskräfte“ setzt, war auch abseits der Falsch-Atteste als Corona-Leugnerin aufgefallen. Monika J. sprach sich auf mehreren einschlägigen Demonstrationen gegen das Tragen eines Mundschutzes und Corona-Maßnahmen im Generellen aus. Dazu habe sie sich auch vor Gericht noch einmal bekannt.

Verteidigerin der Ärztin einschlägig bekannt

Verteidigt wurde Monika J. durch die Rechtsanwältin Beate Bahner, die in der Vergangenheit Falschmeldungen zur Corona-Impfung verbreitete und durch ihr erfolgloses Vorgehen gegen das Infektionsschutzgesetz auf sich aufmerksam machte. Weitere inhaltliche Unterstützer der Angeklagten fanden sich vor dem Gerichtssaal ein. Sie hatten Schilde mitgebracht auf denen sie sich unter anderem gegen Impfungen aussprachen. 

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J.s Mitarbeiterin wurde zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Euro verurteilt. Das Gericht sah von einer Bewährungsstrafe ab, da man davon ausgegangen war, dass die 47-Jährige von ihrer Vorgesetzten zu den Taten angewiesen wurde, und ihrer Rechtspflicht nur hätte nachkommen können, wenn sie ihre Anstellung aufgegeben hätte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.