Zu vollen Rodelhügeln wie hier in München wird es die nächste Woche im Landkreis Holzminden nicht kommen. Foto: imago images/Sammy Minkhoff

Was waren das für Bilder, die am ersten Wochenende des Jahres von den verschneiden Hügeln der Republik durch das Land gingen? Trotz Corona-Pandemie fuhren zahlreiche Menschen in die Ski- und Rodelgebiete – und ignorierten das Flehen von Politikern und Polizisten, das doch bitte sein zu lassen. Parkplätze und auch die Hügel waren für eine Pandemie erschrecken voll. Der niedersächsische Landkreis Holzminden im Grenzgebiet zu Nordrhein-Westfalen hat nun die Reißleine gezogen und droht mit hohen Geldstrafen.

Wer künftig noch in diesem Landkreis Rodelwiesen betritt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro rechnen. So steht es in der ab Freitag geltenden Allgemeinverfügung, die rechtlich auf dem Infektionsschutzgesetz fußt. Ausgenommen von diesem Verbot sind lediglich die Grundstückseigentümer. Zunächst soll das Verbot bis einschließlich zum 13. Januar gelten. 

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Der Landkreis, der damit Vorreiter in Deutschland ist, bezeichnete das Verbot „als notwendige Maßnahme zur Abwendung der dem Einzelnen oder der Allgemeinheit aus dem Auftreten der Coronavirus-Erkrankung drohenden Gefahren“ und gelte ab sofort. Die schneereichen Tage hätten „Tagestouristen in übergroßer Zahl“ angelockt, heißt es. 

Der Kreis Holminden stehe vor dem Problem, dass die Infektionslage „diffuser Art und keinem einzelnen Ausbruchsgeschehen zuzuordnen“ sei. Somit sehe sich der Landkreis zu diesem drastischen Schritt gezwungen. Es habe eine gründliche Abwägung gegeben, ob die Maßnahme verhältnismäßig sei und man habe sich dafür entschieden, da es dem Schutz der Bevölkerung diene. Ob andere Landkreise nachziehen, ist nicht bekannt.