Einem Mann wurden 187 Münzen aus dem Magen entfernt.
Einem Mann wurden 187 Münzen aus dem Magen entfernt. Action Press/Newslions Media

Es ist ein skurriles Röntgenbild, hinter dem aber eine traurige Geschichte steckt: Ein ganzer Berg Münzen scheint dort im Bauch eines Menschen zu liegen – und tatsächlich ist genau das der Fall. Ein 59 Jahre alter Mann aus dem westindischen Bagalkot hatte in den vergangenen Monaten ganze 187 Münzen verschlungen und damit sein Leben aufs Spiel gesetzt, bis Ärzte ihn retten konnten. Nun ist er auf dem Weg der Besserung.

Indien: Mann verschluckt 187 Münzen

Der 59-Jährige wurde von Bekannten ins Hangal Sri Kumareshwar-Krankenhaus gebracht. Dort klagte er über Erbrechen und starke Bauchschmerzen, die er sich nicht erklären konnte. Bei einer Röntgenuntersuchung und einer Endoskopie wurden dann die Münzen im Magen des Mannes festgestellt. 187 Stück waren es laut dem behandelnden Arzt Dr. Eswhwar Kalaburgi gewesen, vor allem kleine Münzen zu einem Wert fünf, zwei und ein Rupien. Zusammen hätten sie ein Gewicht von 1,5 Kilogramm und einen Wert von 462 Rupien gehabt. Das entspricht laut aktuellem Kurs etwa 5,50 Euro.

Das Ärzte-Team des Hangal Sri Kumareshwar-Krankenhauses mit dem Patienten im Bett.
Das Ärzte-Team des Hangal Sri Kumareshwar-Krankenhauses mit dem Patienten im Bett. Action Press/Newslions Media

187 Münzen verschluckt: Magen stark geweitet

Durch die schiere Masse der Münzen sei der Magen des 59-Jährigen stark geweitet gewesen, ein schnelles Handeln war unbedingt nötig. Einfach war es jedoch nicht, erklärte Arzt Kalaburgi der englischsprachigen indischen Zeitung „The Tribune“. Die Münzen hätten an verschiedenen Stellen des Magens festgesteckt. Fast zwei Stunden habe es gedauert, alle Münzen operativ aus dem Magen des Mannes zu holen. Inzwischen sei der Patient, der unmittelbar nach der Operation noch an Dehydrierung als Folge des mehrmaligen Erbrechens litt, auf dem Weg der Besserung und sogar ansprechbar.

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Doch wie kamen die Münzen nun in den Magen des 59-Jährigen? Hier wird die skurrile Geschichte tragisch: Denn laut Dr. Kalaburgi litt der Patient an Schizophrenie. Aufgrund seiner psychiatrischen Störung habe er die Münzen im Laufe der vergangenen zwei bis drei Monaten gegessen und seither nicht ausgeschieden. Menschen in diesem Zustand seien sich nicht immer bewusst, was sie tun, sagte erfahrene Mediziner für den dieser Einsatz auch Neuland war. „Für mich ist das der erste Fall in meiner 40-jährigen Dienstzeit.“

Diese Münzen steckten alle im Magen des Patienten.
Diese Münzen steckten alle im Magen des Patienten. Action Press/Newslions Media