Die damals zwölfjährige Bahia kirz nach dem Absturz im Krankenhaus. AFP

Zehn Stunden trieb die zwölfjährige Bahia Bakari im Wasser, bevor sie gerettet wurde. Das Mädchen klammerte sich an ein Wrackteil, hörte noch die Schreie der anderen Passagiere. Sie ist die einzige Überlebende des Flugzeugabsturzes mit 152 Toten vor den afrikanischen Komoren am 30. Juni 2009. Gestern startete der Prozess wegen fahrlässiger Tötung gegen die Fluglinie Yemenia. Bahia Bakai, deren Nam übersetzt „Hoffnung“ heißt, sagte als einzige Überlebende aus.

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Das Flugzeug sei bereits im Landeanflug gewesen und die Passagiere angeschnallt, sagte die damals zwölfjährige Französin Bahia Bakari. „Ich spürte Turbulenzen, ich dachte, das ist normal“, meinte die Studentin. „Plötzlich spürte ich einen elektrischen Schlag, der meinen ganzen Körper lähmte und nach oben zog, ich hatte keine Möglichkeit zu reagieren.“ Danach sei sie erst im Wasser wieder zu sich gekommen und habe sich an ein Wrackstück geklammert. „Ich hörte Hilferufe im Wasser, aber ich war ganz alleine.“ Nach zehn Stunden wurde sie gerettet.

Rettungskräfte an der Absturzstelle am Strand von Galawa im Einsatz, 35 Kilometer von der Hauptstadt der Komoren Moroni entfernt. Sayyid Azim/AP/dpa

Bahia Bakari verlor ihre Mutter bei dem Absturz

Kurz vor der Landung in der Hauptstadt Moroni stürzte der Airbus bei schlechtem Wetter in den Indischen Ozean. 65 der Opfer waren Franzosen, die zumeist von den Komoren stammten. Sie waren von Paris und Marseille aus in die jemenitische Hauptstadt Sanaa geflogen und dort in die Unglücksmaschine zu dem ostafrikanischen Inselstaat Komoren umgestiegen. Vor dem Strafgericht in Paris muss sich die Gesellschaft Yemenia Airways nun wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Bakari beklagte, dass kein Vertreter der Airline vor Gericht erschien. „Ich hätte gewollt dass sie uns zuhören, mir zuhören, dass ich mich respektiert fühle.“

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Die französisch-komorische Bahia Bakari, einzige Überlebende des Yemenia-Flugs 626, eines Airbus A310, im Gericht in Paris. AP/dpa

Im Wasser habe sie alle Hoffnung gehabt, dass ihre Mutter, mit der sie unterwegs war, das Unglück überlebt hat. Erst später im Krankenhaus erfuhr sie von ihrem Tod. Das Leben danach mit ihrem Vater und den drei jüngeren Geschwistern sei nicht einfach gewesen. „Ich wusste, die Geschwister brauchten die Mutter, aber ich konnte sie nicht ersetzen.“ Von Emotionen übermannt verließen etliche der Angehörigen den Gerichtssaal. In dem Prozess gibt es 560 Nebenkläger.

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Der Moderator Johannes B. Kerner unterhält sich in der Sendung „2009 - Der große Jahresrückblick“ mit Bahia Carsten Rehder dpa/lno

Die französische Zivilluftfahrtbehörde BEA sah später Hinweise auf Fehler der Piloten als Ursache. Eine Frage ist auch, ob die Ausbildung ausreichend war und ob Defekte an der Landebahnbeleuchtung eine Rolle spielten. Wenn der Airline Versäumnisse nachgewiesen werden, droht ihr eine Strafe von bis zu 225.000 Euro.