Mehr als 100 Katzen wurden aus einer 60-Quadratmeter-Wohnung gerettet. Tierheim Hersbruck

Immer wieder werden solche Fälle bekannt. Menschen schaffen sich immer mehr Tiere an und leben mit ihnen auf engstem Raum zusammen. Für die Tiere ist das oft eine Qual, auch weil die Menschen längst nicht mehr hinterherkommen, sich um die Bedürfnisse der Tiere zu kümmern. Animal Hoarding nennt sich dieses Phänomen, das immer mal wieder auftritt - so wie jüngst im fränkischen Diepersdorf. Dort mussten zuletzt 116 Katzen in einer 60 Quadratmeter-Wohnung leben.

116 Katze gerettet: Tiere waren völlig durchnässt

Der Bericht des Tierheims in Hersbruck ließt sich dramatisch. Das habe zusammen mit dem zuständigen Veterinäramt Nürnberger Land, der Feuerwehr und dem Tierheim in Feucht die Katzen aus der Wohnung gesichert. „Auf dem Boden schwamm ein Gemisch aus Kot und Urin“, heißt es in dem Bericht. Das Tierheim in Feucht ergänzte: „Teilweise waren die armen Tiere völlig durchnässt und alle stanken fürchterlich. Bei uns werden sie nun gewärmt, gefüttert und tierärztlich versorgt.“

Die Entdeckung war demnach ein reines Zufallsprodukt. Denn ursprünglich war am Sonntag die Polizei zu dem Haus gerufen, weil Wasser durch die Decke des Mieters unterhalb der Katzenwohnung tropfte. Die Polizei vermutete, dass der 60-Jährigen etwas zugestoßen sei. So wurden die Katzen entdeckt. Laut einem Polizeisprecher sei der Zustand der Wohnung und der Katzen „erschreckend“ gewesen. Der Wasserschaden war durch einen offenen Wasserhahn entstanden auf dem Boden entstand so ein Gemisch aus Katzenurin und Katzenkot, sowie Katzenfutter.

116 Katzen gerettet: Wieso fielen sie nicht auf?

Aus der Sicht der Tierretter, sei völlig unerklärlich, wie die Frau so lange mit den über 100 Tieren unbemerkt in der Wohnung leben konnte. In den Tierheimen ist man noch mit der Bestandsaufnahme und der Untersuchung der Katzen – unter denen auch fünf Jungtiere waren – beschäftigt. Gegen die Halterin wird nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

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Bei Animal Hoarding, handelt es sich laut dem Deutschen Tierschutzbund um ein „Krankheitsbild, bei dem Menschen Tiere in einer großen Anzahl halten, sie aber nicht mehr angemessen versorgen“. Dabei fehle es an Wasser, Futter, Hygiene, aber auch einer ausreichenden tierärztlichen Versorgung. Zum Krankheitsbild gehöre aber auch, dass die Halter nicht erkennen, dass es den Tieren in ihrer Obhut schlecht gehe, schreiben die Tierschützer.