In den USA hat ein 10-Jähriger seine Mutter erschossen. Jetzt drohen ihm 60 Jahre Knast.
In den USA hat ein 10-Jähriger seine Mutter erschossen. Jetzt drohen ihm 60 Jahre Knast. imago/Sabine Gudath

Dass Kinder ihre Eltern erschießen, ist in den USA leider keine Seltenheit. Meist passiert das allerdings aus Versehen, etwa, weil Kleinkinder mit der Waffe von Mama oder Papa spielen und sich dabei ein Schuss löst. Umso fassungsloser macht der Fall eines 10-Jährigen aus Wisconsin. Der hat seine Mutter absichtlich gekillt – wegen einer VR-Brille von Amazon. Jetzt drohen ihm 60 Jahre Knast.

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Es war der 21. November dieses Jahres, 6.50 Uhr, als der Junge ohne Vorwarnung abgedrückt haben soll. Seine eigene Mutter (44) habe er aus nächster Nähe erschossen. Die Kugel sei in ihr rechtes Auge eingedrungen und habe ihren Hinterkopf durch ihren Schädel verlassen, hieß es in der Strafanzeige.

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Junge erschießt Mutter wegen einer VR-Brille

Nicht, dass die Tat an sich schlimm genug sein würde. Der Grund, den der Junge schließlich angab, macht endgültig sprachlos. Er sagte der Polizei, er sei verärgert, dass sie ihm nicht erlaubte, ein Virtual-Reality-Headset bei Amazon zu kaufen.

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Diese kaufte der Junge einen Tag später dann tatsächlich – über das Konto seiner toten Mutter. Laut Strafanzeige fragte er kurz darauf sogar seine Großmutter, ob sein Paket angekommen sei – im selben Atemzug, in dem er sich auch für den Mord entschuldigt haben soll.

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Der Junge erzählte den Ermittlern zunächst, dass seine Mutter ihn um 6 Uhr morgens geweckt habe und dass er ihre Waffe aus ihrem Schlafzimmer geholt habe und in den Keller gegangen sei, wo sie Wäsche gewaschen habe. Als er die Waffe um seinen Finger wirbelte, ging sie „aus Versehen los“, hieß es in der Anzeige.

Nachdem er seine Mutter getötet hatte, ging er in das Schlafzimmer im zweiten Stock, um seine 26-jährige Schwester zu wecken. Die entdeckte, dass ihre Mutter tot war, und wählte den Notruf.

10-Jähriger war verhaltensauffällig

Später gab der Junge jedoch zu, dass er die Waffe nicht herumgewirbelt hatte. Er erklärte, dass „seine Mutter ihm nicht erlauben würde, etwas von Amazon zu haben, das er haben wollte“, hieß es. Und er gab zu, dass er die Waffe geholt hatte, weil er sauer auf sie war. Schließlich hatte ihn seine Mutter nicht nur mit dem Verbot der VR-Brille verärgert, sondern auch, weil sie ihn um 6 Uhr morgens geweckt hatte, obwohl er normalerweise bis 6.30 Uhr schläft.

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Seine Schwester sagte später aus, dass der Junge sein ganzes Leben lang „Wutprobleme“ hatte. Ein Therapeut soll ihm bereits eine „besorgniserregende Diagnose“ gestellt haben, sagte die Schwester. Weitere Einzelheiten zur Diagnose wurden nicht genannt. Die Polizei befragte auch andere Familienmitglieder, darunter eine Tante des Jungen. Die gab an, der Junge habe „nie geweint und keine Reue gezeigt“ über den Tod seiner Mutter.

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Der Junge sitzt derzeit im Jugendknast. Wegen der besonderen Schwere der Tat soll er nach dem Erwachsenenrecht verurteilt werden. Ihm drohen bis zu 60 Jahre Haft.