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Halle-Attentat: AKK äußert sich und sagt ein Wort, das viele auf die Palme bringt

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Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)

Foto:

Getty Images

Halle/Berlin -

Ein schwerbewaffneter Täter hat versucht, in einer Synagoge in Halle/Saale ein schreckliches Blutbad unter Dutzenden Gläubigen anzurichten. Die jüdische Gemeinde entging an ihrem höchsten Feiertag Jom Kippur nur knapp einer Katastrophe.

Der mutmaßliche Rechtsextremist Stephan B. aus Sachsen-Anhalt wollte nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Mittwochmittag die Synagoge mit Waffengewalt stürmen, scheiterte jedoch.

Der 27-jährige Deutsche soll vor der Synagoge und danach in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben. Er floh vom Tatort und wurde am Nachmittag festgenommen.

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Eine Leserin hat den Täter von Halle fotografiert.

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Leserfoto mz.de

Halle: Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) spricht von „Alarmzeichen“

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat die tödlichen Schüsse von Halle scharf verurteilt und den Angehörigen ihr Mitgefühl ausgesprochen.

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„Sollten sich die bisherigen Informationen bestätigen, dann galt der Angriff der jüdischen Synagoge“, sagte Kramp-Karrenbauer dem „Tagesspiegel“. „Ein solcher Angriff am höchsten jüdischen Feiertag ist ein Alarmzeichen, das niemanden in Deutschland unberührt lassen kann.“

Halle-Attentat macht Annegret Kramp-Karrenbauer „Traurig und wütend“

Die Tat von Halle und alles was bisher bekannt sei, mache sie traurig und wütend. „Traurig und wütend, weil zwei Menschen sinnlos getötet worden sind und ihnen und ihren Familien gilt unser tiefes Mitgefühl.“

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Bevor über politische Maßnahmen gesprochen werden könne, müssten die Tat und die Hintergründe zu möglichen Hintermännern aufgeklärt werden.

Das Wort „Alarmzeichen“ kam allerdings nicht bei allen gut an. Vor allem auf Twitter bekam Annegret Kramp-Karrenbauer ordentlich Gegenwind.

Nach Halle: Viel Kritik an Annegret Kramp-Karrenbauers „Alarmzeichen“

So schreibt beispielsweise der ARD-Reporter Georg Restle:

Der Grünen-Politiker und Bundestagsabgeordneter Konstantin v. Notz kommentiert: „Halle ist kein #ALARMZEICHEN für, sondern Ergebnis des neurechten #Antisemitsmus in unserer Gesellschaft.“

Auch der frühere Abgeordnete und Grünen-Politiker Volker Beck empört sich:

Und der Comedian und Moderator Florian Schröder schreibt:

Insgesamt gibt es inzwischen weit über 7000 Tweets zu dem Thema #Alarmzeichen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer spricht von einem „schwarzen Tag“

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sprach am Mittwochabend von einem antisemitischen Motiv: „Der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur ist heute ein schwarzer Tag. Ein schwer bewaffneter Täter hat versucht, in eine Synagoge einzudringen, in der sich rund 80 Menschen aufhielten.“

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sagte: „Die Brutalität des Angriffs übersteigt alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock.“

Zugleich erhob er schwere Vorwürfe gegen die Polizei. „Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös.“ Er fügte hinzu: „Wie durch ein Wunder ist nicht noch mehr Unheil geschehen.“

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu äußert sich zu Attentat in Halle

Die israelische Botschaft in Berlin bezeichnete die Angriffe als „brutale Terroranschläge“. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu nannte die Attacken „am heiligsten Tag für unser Volk“ einen „weiteren Ausdruck für Antisemitismus in Europa“. Er fügte hinzu: „Ich fordere die Behörden in Deutschland auf, weiterhin entschlossen gegen das Phänomen des Antisemitismus vorzugehen.“ Zuvor berichtete auch die „Mitteldeutsche Zeitung“.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) übermittelte den Angehörigen der Opfer ihr tiefes Beileid. Die Solidarität gelte allen Jüdinnen und Juden am Feiertag Jom Kippur, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. Am Mittwochabend nahm Merkel an einer Solidaritätsveranstaltung an der Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin teil. (mt/dpa)