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Brandenburg: AfD ist zweitstärkste Kraft

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Brandenburgs Ministerpräsident Dietrmar Woidke (SPD) und seine Frau Susanne wählten in einer Grundschule in Forst.

Foto:

dpa

Potsdam -

Der AfD ist es im rot-rot-regierten Brandenburg gelungen, einen überraschend deutlichen Wahlsieg einzufahren: Sie steigerte sich von sechs Prozent bei der Bundestagswahl 2013 auf nun 22,2 Prozent der Zweitstimmen. Damit steht die AfD in Brandenburg auf Platz 2 hinter der CDU (26,7%), die im Landesparlament auf der Oppositionsbank sitzt. Die im Land regierenden Parteien SPD (17,6 %) und Linke (17,1%) rutschten jeweils unter 20 Prozent und damit auf die Plätze 3 und 4.

Mit großer Spannung wurde am Wahlabend der Kampf um die Direktmandate beobachtet. Auch hier war die AfD in einigen Gegenden überraschend stark – besonders in Ost- und in Teilen Südbrandenburgs, wo seit Jahren viele Bürger über den Anstieg der Grenzkriminalität klagen. Der Süden ist im roten Brandenburg eher sächsisch geprägt und verfügt damit nicht nur über eine starke regionale CDU, sondern hatte in der Vergangenheit oft auch die landesweit höchsten Ergebnisse für die rechtsextreme NPD.

Patzelt siegt dann doch gegen Gauland

Nun lieferte sich die AfD gleich in drei Wahlkreisen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU. Der Abstand zwischen den Kandidaten beider Parteien lag teilweise bei nur drei Prozent.
Doch die AfD unterlag am Ende doch. Auch einer der ganz großen Stars der Partei, der bundesweite AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland, gewann den Wahlkreis rund um die AfD-Hochburg Frankfurt (Oder) nicht.

Gauland hatte sich im Wahlkampf dem radikalen Flügel seiner Partei zugewandt und trat nun gegen den CDU-Mann Martin Patzelt an, der für eine völlig anderen Konservatismus steht: Denn der beliebte ehemalige Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), hatte bereits 2014 zwei Ausländer bei sich aufgenommen und die Bundesbürger dazu aufgerufen, ebenfalls Flüchtlinge bei sich zubeherbergen. Das machte er zu einer Zeit, als Kanzlerin Angela Merkel sich noch nicht zu ihrer Flüchtlingspolitik entschlossen hatte.

Patzelt siegte dann doch am Ende recht klar mit fünf Prozentpunkten vor Gauland.

Der SPD, die seit 1990 das Land Brandenburg regiert und alle Ministerpräsidenten stellte, konnte bei den Direktmandaten auch dieses Mal nicht mal ansatzweise zu alter Stärke zurückfinden. Vor zwölf Jahren war die politische Landkarte noch knallrot, denn die SPD gewann alle Wahlkreise. Bei der Wahl 2009 musste sie bereits vier Kreise an die Linke abgeben und einen an die CDU. Bei der letzten Wahl 2013 gewann die SPD nur noch ein Direktmandat. So wie dieses Mal auch. Auch bei der aktuellen Wahl gewann die CDU gleich neun von zehn Direktmandaten.