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Auswanderer-Drama: Lebte der Killer mehrere Tage mit der Leiche?

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In diesem schmucken Haus in der spanischen Gemeinde Llucmajor spielte sich eine furchtbare Tragödie ab.  

Foto:

Privat, Bosch

Berlin/Palma -

Es begann als traumhafte Romanze unter der warmen Sonne Mallorcas. Und endete in einer Tragödie mit zwei Toten (KURIER berichtete). Bislang war nur bekannt, dass Udo V. (✝55) vergangene Woche erst seine Lebenspartnerin Stefanie D. (✝59) und dann sich selbst tötete. Jetzt hat die spanische Polizei neue Grusel-Details über das Auswanderer-Drama, das in Berlin begann, mitgeteilt.

Rückblick: Vor rund einem Jahr lernte Stefanie D. den Speditionsunternehmer Udo V. in der Hauptstadt kennen. Der Mann hat hier Familie, war aus diesem Grund des Öfteren an der Spree. Zudem plante er hier neue Geschäfte im Handel mit digitalen Währungen wie Bitcoins. Bei einem dieser Besuche lernte er Stefanie kennen, es funkte sofort zwischen den beiden. Bereits wenig später zog Udo V. zu Stefanie D. – in ein schmuckes Häuschen in der Gemeinde Llucmajor vor den Toren der mallorquinischen Hauptstadt Palma. Hier hatte sie viele Jahre mit ihrem Ex-Mann und dem gemeinsamen Sohn gelebt. Hier wurden am späten Montagabend die Leichen des Pärchens gefunden.

Freunde von Stefanie D. alarmierten die Polizei

Wie am Donnerstag bekannt wurde, hatte Stefanie Freunde in Deutschland besuchen wollen. Nachdem sie aber nicht wie vereinbart erschien und auch telefonisch nicht erreichbar war, informierten die besorgten Freunde gemeinsame Bekannte auf Mallorca. Diese gingen daraufhin mit einem Zweitschlüssel zum Anwesen von Stefanie D. – konnten die Tür aber nicht öffnen, da sie mit einem von innen steckenden Schlüssel abgesperrt war. Daraufhin alarmierten die Freunde die Polizei. Die Einsatzkräfte der Guardia Civil besorgten sich sofort einen richterlichen Beschluss und brachen die Tür schließlich auf.

Gruselig: Nach Informationen der spanischen Behörden lag die Leiche von Stefanie D. bekleidet auf einem Bett im Schlafzimmer, in der Hand hielt sie eine Blume. Ermittler vor Ort hätten sich „an eine Art Bestattung“ erinnert gefühlt, hieß es am Donnerstag aus Ermittlerkreisen. Zudem seien an dem Leichnam „keine Verletzungen“ erkennbar gewesen, hieß es weiter.

Lebte Udo V. mehrere Tage mit seiner toten Frau unter einem Dach

Im Rahmen der Obduktion wurde die Todesursache noch nicht ermittelt. Allerdings, hieß es am Donnerstag, werde der „Leichnam der Frau weiterhin auf mögliche Drogen- oder Giftrückstände untersucht“. Was die Ermittler inzwischen wissen, ist der ungefähre Todeszeitpunkt. Laut der spanischen Gerichtsmedizin soll Stefanie D. zwischen dem 8. und dem 11. Januar gestorben sein, ihr Partner und mutmaßlicher Killer Udo V. hingegen zwischen dem 10. und 12. Januar. Möglicherweise lebte Udo V. also noch mehrere Tage mit seiner toten Frau unter einem Dach, bis er sich schließlich in einem Flur des Hauses erhängte.

Zudem fanden die Ermittler im Haus zwei handgeschriebene Briefe. Während einer davon laut Polizei völlig unleserlich gewesen sein soll, sei der andere eine Art Entschuldigungsschreiben von Udo V. an seine Partnerin gewesen.

So habe darin gestanden, er wisse, dass er „geschickt darin sei, Menschen zu verärgern“. In diesem Zusammenhang habe er Stefanie D. in dem ominösen Brief „um Vergebung für sein Verhalten“ gebeten, hieß es. Weiterhin habe er sie aufgefordert, Kommentare über ihn zu löschen, die sie kürzlich in sozialen Netzwerken verfasst habe.

Für die Ermittler sind die Briefe nebst übereinstimmenden Aussagen von Nachbarn ein weiterer Hinweis darauf, dass es in der Beziehung von Udo V. und Stefanie zuletzt eine schwere Krise gegeben hatte. Eine Krise, die nach derzeitigem Ermittlungsstand dazu führte, dass eine lebenslustige Frau ihr Leben lassen musste.