Zwei Goldene Hennen fürs Lebenswerk: Preisträger Herbert Köfer zeigt kein Verständnis für den RBB-Ausstieg beim ostdeutschen Medienpreis..  Foto:  Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Nicht nur Fernsehzuschauer und KURIER-Leser wurmt es, dass der RBB aus Geldmangel bei der Goldenen Henne ausstieg und die Show nicht mehr überträgt. Auch Stars sind darüber verärgert. Wie Herbert Köfer (99), der am Freitag in Leipzig die zweite Henne für sein Lebenswerk bekommt. Er schlägt vor, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen, damit der RBB wieder bei der Verleihung des Publikumspreises dabei sein kann.

Leipzig: Schauspieler Herbert Köfer kommt mit Maske zur Fernsehgala "Goldene Henne" 2020.  
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„Die Goldene Henne ist ein ostdeutscher Medienpreis“, sagt Köfer. „Für mich ist es einfach unverständlich, warum der RBB sie nicht mehr für die Berliner und Brandenburger zeigt. Dass kann man doch nicht allein dem MDR überlassen. Wer wie ich in der Hauptstadtregion lebt, schaltet doch seinen Regionalsender ein. Ich sehe doch auch die Abendschau beim RBB und nicht die Lokalnachrichten beim MDR.“ Ähnlich verhalte es sich bei der Goldenen-Henne-Show. „Wenn der RBB nun die Fans zum Umschalten zwingt, braucht er sich nicht zu wundern, dass er immer weniger Zuschauer hat.“

Die begehrte Goldene-Henne-Trophäe.




Foto: MDR

Der RBB hatte dem KURIER bestätigt, sich von der Goldenen Henne zurückzuziehen, die er seit 1997 (damals noch als ORB) übertrug, ab 2003 sogar Mitveranstalter war. Es sind finanzielle Gründe, die den Sender zum Rückzug bewegten. Der RBB muss 2021 fast 30 Millionen Euro einsparen. An der Produktion der Henne-Show war der Sender mit einem „mittleren sechsstelligen Betrag“ beteiligt. Köfers Idee: „Vielleicht sollte man einen kleinen Spendenaufruf starten, um dem RBB wieder eine Teilnahme an der Gala zu ermöglichen.“

Dieter Birr und Peter Meyer mit der Goldenen Henne, die die Puhdys 2009 bei der Gala im Friedrichstadt-Palast bekamen. Foto: dpa

Wie Köfer bekamen auch die Puhdys zwei Mal die Goldene Henne (1999 und 2009) verliehen. „Es ist schade, dass der RBB die Gala nicht mehr zeigt“, sagt Ex-Frontmann Dieter „Maschine“ Birr (76). „Aber die Henne-Fans können sie  ja zum Glück noch im MDR sehen.“ Maschines Ex-Kollege Peter „Eingehängt“ Meyer (80) hat dazu nun überhaupt keine Lust. „Als Berliner möchte ich schon die Henne weiter bei meinem Regionalsender RBB und nicht beim MDR sehen.“ Der Ausstieg des Senders bei der Show zeige, „dass der Kulturbetrieb nicht nur unter Corona, sondern auch unter dem allgemeinen Geldmangel der Institutionen und der Fernsehanstalten leidet“.

Schlager-Star Uwe Jensen: „Leider ist es so, dass der RBB wenig Geld für große Shows hat.“ Foto: Wächter

Wenn nun einmal das Geld fehle, könne ein Sender es auch nicht für eine beliebte Show ausgegeben, gibt Schlager-Star Uwe Jensen (72) zu bedenken. „Obwohl mich der Rückzug des RBB von der Goldenen Henne traurig stimmt, ist er für mich nachvollziehbar“, sagt der Sänger. „Es ist ja bekannt, dass der Sender nicht sehr viel Geld hat, schon lange keine eigenen großen Shows mehr auf den Bildschirm bringt. Schön wäre es, wenn der RBB künftig als Henne-Ersatz wenigstens eine eigene kleinere Sendung produziert, in der auch wieder Künstler aus dem Osten auftreten.“