Danny H. (38) wollte mehr Geld vom Chef und landete vor Gericht. Olaf Wagner

Nach der Lohnzahlung packte ihn die Wut: Maurer Danny H. (38) schnappte sich einen Schlagstock und eine Machete, um dem Ex-Chef einen Denkzettel zu verpassen. Nun landete er im Knast.

Ein Mann, der als ruhig und freundlich gilt. Als einer, der eigentlich keiner Fliege etwas zu Leide tut. Er hatte schon gekündigt, als er am 7. September zu seinem Ex-Boss nach Marzahn fuhr – mit Machete. Danny H.: „Ich hatte Probleme, meine Miete zu zahlen.“ Er habe den Ex-Chef angerufen: „Ich sagte, dass zu wenig Lohn gezahlt wurde, meine Lage angespannt sei. Er sagte, es interessierte ihn nicht.“ Er wollte dem Unternehmer zeigen: „Ich lasse mich nicht zum Narren halten.“ Richter: „Und die Machete?“ Danny H.: „Hatte ich zu meinem Schutz. Ich wollte doch nicht töten, wollte nur meinen Forderungen Nachdruck verleihen.“

Urteil: zwei Jahre und zehn Monate Knast

Der Chef (45) blieb bei seiner Meinung, als sie sich auf dem Firmengelände gegenüberstanden: „Es gibt kein Geld.“ Der Maurer: „Ich schlug ihm mit dem Schlagstock gegen die Beine – zweimal.“ Der Unternehmer aber konnte ihm den Prügel abnehmen. Auch ein Bauleiter griff ein – und holte mit einer Schaufel aus. Im Gerangel warf H. die Machete. Sie zischte vorbei, prallte gegen ein Auto, blieb in einer Wand stecken.

Für das Gericht ein versuchter Totschlag, allerdings sei der Wurf eine Augenblicksentscheidung gewesen. Relativ milde deshalb das Urteil: zwei Jahre und zehn Monate Knast.