Zollfahnder beschlagnahmen immer wieder einmal große Mengen Rauschgift, präsentieren hier 60 Kilogramm Heroin, die auf der Autobahn Stettin-Berlin in einem polnischen Auto gefunden wurden. Foto: dpa/Ralf Hirschberger

Das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg und das Berliner SEK beendeten am frühen Montagmorgen die Tätigkeit einer Bande von Drogenhändlern. Gegen fünf Tatverdächtige wurden Haftbefehle vollstreckt. Sie sollen mehr als 1,2 Tonnen Betäubungsmittel verschiedenster Art gehandelt haben.

Ausgangspunkt des Auftrags der Staatsanwaltschaft waren EncroChat-Daten, die Frankreich und die Niederlande geliefert hatten. Frankreich war es gelungen, das verschlüsselte Kommunikationssystem zu knacken, das von vielen Kriminellen genutzt worden war, um vermeintlich abhörsicher über speziell umgebaute Handys ihre Geschäfte abzusprechen. 

Im April gab es eine Drogenrazzia von Zoll und Polizei in Lichtenberg, auch hier waren Zoll-Spürhunde im Einsatz. Foto: dpa/Paul Zinken

Im Rahmen der Auswertungen dieser Daten konnten die verdächtigen Männer im Alter zwischen 31 und 41 Jahren identifiziert werden. Sie sind deutsche Staatsbürger und haben nach KURIER-Informationen einen Migrationshintergrund.  

Drogen hätten 11 Millionen Euro gebracht

Sie sollen seit Ende 2019 über 1,2 Tonnen Cannabisprodukte, 11 Kilogramm Kokain sowie 20.000 Ecstasy-Tabletten aus Spanien und den Niederlanden in die Bundesrepublik geschmuggelt und dort an Zwischenhändler verkauft haben. Der Straßenverkaufswert der sichergestellten Betäubungsmittel belief sich auf über 11 Millionen Euro.

Bei den Festnahmen und 15 Durchsuchung von Handyshops und Barbiergeschäften sowie Wohnungen im gesamten Stadtgebiet und in Schildow (Landkreis Oberhavel) konnten Beweismittel gesichert werden. Im Einsatz waren 130 Zollfahnder sowie Berliner Polizisten, eine Festnahme erfolgte durch das Spezialeinsatzkommando (SEK). Weiterhin waren zwei Spürhunde des Hauptzollamtes Potsdam an den Durchsuchungen beteiligt. Die Tatverdächtigen werden heute dem Haftrichter vorgeführt.