Der Eingang zum Landgericht Berlin
Foto: Sonja Wurtscheid/dpa

Ein Team des ZDF ist nach Angaben des Senders am Rande eines Prozesses in Berlin bedrängt worden. Die Kollegen seien bei Dreharbeiten bedroht und angepöbelt worden, teilte ZDF am Donnerstag der dpa mit. Das Team bestand demnach aus einem Journalisten und einem Kameramann. Dieser wurde den Angaben zufolge auch gestoßen, verletzt wurde laut ZDF aber niemand. Die Täter sollen laut «taz» aus der rechten Szene stammen.

Die Polizei erklärte am Abend auf Anfrage, ihr lägen bisher keine Informationen zu dem Zwischenfall vor. Ein Gerichtssprecher sagte, dass es vor dem Gerichtsgebäude zu «Unruhe» gekommen sei. Wachtmeister hätten vorsorglich die Polizei gerufen. Im Gerichtsgebäude selbst sei es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Zuschauern und Journalisten gekommen.

Bei dem Zivilverfahren ging es nach Angaben des Gerichts um einen Widerspruch gegen eine einstweilige Verfügung. Laut „Tagesspiegel“ war Hintergrund der Verhandlung ein zivilrechtlicher Streit zwischen dem Rechtsextremisten Sven Liebich und Anetta Kahane, der Leiterin der Amadeu-Antonio-Stiftung. Liebich unterlag in dem Prozess. Der Angriff soll übereinstimmenden Informationen mehrerer Zeitungen zufolge von Unterstützern Liebichs ausgegangen sein.

In den vergangenen Wochen hat es wiederholt Angriffe auf Journalisten bei ihrer Arbeit gegeben. Bereits am 1. Mai war ein ZDF-Kamerateam in Berlin attackiert worden. In Dortmund wurde ein WDR-Team bei einer Demonstration gegen Corona-Einschränkungen angegriffen, in Berlin ein Kamerateam des ARD-Hauptstadtstudios.