Der Protest vor der Liebigstraße 34 geht weiter. Am Sonntag wurde eine Kundgebung angemeldet. Foto: Imago Images/Jannis Grosse

Die Anwohner der Liebigstraße kommen einfach nicht zur Ruhe. Knapp eine Woche nach der Räumung des linksextremistischen Hausprojekts „Liebig 34“ haben Linksautonome dazu aufgerufen, die Wachleute des Eigentümers aus dem Kiez zu treiben. Anhänger der ehemaligen Bewohnerinnen des Gebäudes haben auf einem Twitter-Kanal zu einer Kundgebung eingeladen, die am Sonntag direkt vor den beiden symbolträchtigen Häusern Liebigstraße 34 und Rigaer Straße 94 stattfinden soll. Der geplante Protest könnte erneut zu Spannungen in dem Friedrichshainer Kiez führen.

Die Polizei bestätigte auf Anfrage der Berliner Zeitung, dass in der Zeit von 13 bis 22 Uhr eine Veranstaltung unter dem Motto „Gegen Gentrifizierung und Verdrängung im Kiez. Gegen die Ausräumung der L34“ mit 100 Personen angemeldet ist. Es soll Musik und Redebeiträge geben.

„Liebig 34“: Polizei ist auf Randale vorbereitet

Die Polizei hat angekündigt, auf mögliche Randale und Ausschreitungen vorbereitet zu sein. Vor allem am Abend sei damit zu rechnen, dass es zu Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma kommt. Im Internet rufen Linksautonome dazu auf, dass sie es allen zeigen wollen, dass der sogenannte Dorfplatz vor den beiden Häusern weiterhin ihr Platz ist und der Widerstand ungebrochen sei. Ihre Wut richtet sich vor allem gegen die Wachmänner des Eigentümers. In dem Aufruf heißt es weiter: „Padovicz-Schläger und Bullen in die Schranken weisen!“

Am Montagabend war es vor dem geräumten Haus Liebigstraße 34 zu einer Auseinandersetzung zwischen Wachleuten und Vermummten gekommen. Gegen vier der Wachleute wurde nach Angaben der Polizei ein Strafverfahren wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung eingeleitet. Außerdem wurde eine Anzeige wegen schweren Landfriedensbruchs und versuchter gefährlicher Körperverletzung gegen die unbekannten Vermummten gefertigt.

Mehrere Sicherheitsleute bewachen seit vergangenen Freitag das geräumte Haus, damit Bauarbeiter in Ruhe die Liebigstraße 34 entrümpeln können. Vor dem Gebäude sei es seitdem mehrmals zu Beschimpfungen und kleineren Auseinandersetzungen gekommen.