Die Witwe des Berliner Rappers Denis Cuspert alias Deso Dogg sitzt im Gerichtssaal.
Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Hamburg/Berlin - Das Hamburger Oberlandesgericht hat die Witwe des Berliner Gangster-Rappers und IS-Kämpfers Denis Cuspert („Deso Dogg“) zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die 36-Jährige sei der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland schuldig, sagte der Vorsitzende des Strafsenats, Norbert Sakuth.

Die Deutsch-Tunesierin habe zudem ihre Erziehungs- und Fürsorgepflicht für ihre Kinder verletzt, durch den Besitz eines Kalaschnikow-Sturmgewehrs gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen und Beihilfe zur Versklavung eines jesidischen Mädchens geleistet.

Mit Kindern in Rakka gelebt

Die gebürtige Hamburgerin Omaima A. war Anfang 2015 ihrem damaligen Mann ins Gebiet des Islamischen Staats (IS) nach Syrien gefolgt. Mit ihren drei Kindern lebte sie in der Hochburg der Terrororganisation in Rakka. Nach dem Tod ihres Mannes im Frühjahr 2015 heiratete sie dessen Freund Cuspert alias „Deso Dogg“. Der Berliner Gangsterrapper hatte sich 2014 dem IS angeschlossen und stand in den USA auf der Terrorliste. Medienberichten zufolge wurde er 2018 in Syrien bei einem Luftangriff getötet.

Der frühere Berliner Rapper und Radikalislamist Denis Cuspert (alias Deso Dogg bzw. Abu Talha al-Almani) wurde 2018 getötet. 
Foto:  Twitter/dpa

Die Bundesanwaltschaft hatte vier Jahre und zehn Monate Haft für die Angeklagte gefordert. Der Verteidiger hatte sich für eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung ausgesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.