Der Angeklagte Ömer K. (24). 


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Wenn er sein Geld verzockt hatte, legte sich Ömer K. (24) an Geldautomaten auf die Lauer: Bewaffnet mit Messer und Pfefferspray raubte er Bankkunden aus. Nach der fiesen Serie in Oberschöneweide nun der Prozess.

K. überraschte mit besonderem Wunsch: „Ich möchte als Frau angesprochen werden.“ Auch wenn er laut Ausweis ein Mann ist. Die Richterin: „Also Frau Angeklagte.“ Um sechs Taten geht es. Immer in seinem Kiez. Obwohl der Mann mit langen Haaren dort wohl bekannt war wie ein bunter Hund. 

Er war maskiert und ließ das Messer aufblitzen

Bei einer Bankfiliale schlug er gleich zweimal hintereinander zu. Es war 7.20 Uhr, als er am 25. Juli einen Mann am Geldautomaten beobachtete. Ömer K. schlich sich an. Er war maskiert, ließ sein Messer aufblitzen, forderte: „Heb den Maximal-Betrag ab!“ Mit 400 Euro Beute entkam er. K. zur Richterin: „Ich steckte alles in Spielautomaten und Drogen.“

Fünf Tage später der zweite Überfall am Geldautomaten. Es traf eine Frau, die morgens um 4.15 Uhr 500 Euro abheben wollte. Bei der dritten Tat zwei Wochen später raubte er 1000 Euro. Opfer eine Rentnerin. Ömer K. nun: „Mögliche Opfer beobachtete ich von einer Kneipe oder einer Spielhalle aus. Es mussten Personen sein, die ich beherrsche.“

Zuletzt bezog er 300 Euro Stütze

Er schreckte im vierten Fall nicht davor zurück, eine Seniorin bis in den Hausflur zu verfolgen und mit dem Messer zu bedrohen. K: „Noch ein Überall an einer Bank schien mir zu heikel.“ Er entriss der Rentnerin mit einem Rollator die Handtasche mit 220 Euro. Ein Zeuge hörte die Hilferufe der Frau, verfolgte den Täter. Der aber sprühte Pfefferspray und entkam.

Der Mann, der mit „Frau“ angesprochen werden möchte, bezog 300 Euro Stütze und bot „nebenbei“ Sex-Dienste für 100 Euro pro Stunde an. K.: „Aber durch die Corona-Krise kam keiner mehr.“ Nun drohen mehr als fünf Jahre Knast. Fortsetzung: Montag.