Der Angeklagte tischte auch vor Gericht eine rührende Geschichte auf. Foto: Pressefoto Wagner

Als Pechvogel klingelte er an fremden Türen: Evangelos D. (34) tischte eine rührende Geschichte auf, „borgte“ sich Geld – und verschwand auf Nimmerwiedersehen.

Der Betrüger setzte auf den Schlüsseldienst-Trick: „Ich habe mich ausgesperrt.“ Er jammerte: „Bin in einer Notlage, brauche Geld für den Schlüsseldienst.“ Bei 30 Taten schnorrte er jeweils bis zu 80 Euro. 

Er drückte immer auf die Tränendrüse

Händeringend stand er auch vor der Tür einer Lehrerin (59). Die Frau nun im Prozess gegen D.: „Er fragte freundlich, ob ich helfen könnte, er sei gerade in das Haus gegenüber gezogen, habe sich ausgesperrt.“ Schlüssel in der Wohnung, die Tür aber zu – man selbst draußen. Ein Schock! Und D. drückte auf die Tränendrüse: „Meine Frau in der Klinik, die Geburt unseres Kindes steht bevor, mein Geld in der Wohnung.“

Sie gab 70 Euro, D. wollte umgehend zurückzahlen. Er zeigte seinen Ausweis, gab eine Handy-Nummer. Die Frau: „Er war aber nicht erreichbar.“ Grieche D. – vorbestraft wegen ähnlicher Taten – zur Richterin: „Ich habe es getan, weil ich keine Arbeit hatte. Ich muss zwei Kinder ernähren.“ Jetzt habe er einen Mini-Job als Putzmann und erhalte Unterstützung vom Jobcenter. Richterin: „Sie haben die Menschen angeschwindelt, deren Hilfsbereitschaft ausgenutzt.“ Urteil: Ein Jahr und zwei Monate Haft auf Bewährung sowie Einziehung von 1380 Euro.