Rund 80 Feyenoord-Ultras werden das Spiel am Donnerstag-Abend im Olympiastadion nun wohl nicht mehr erleben. Morris Pudwell

1. FC Union gegen Feyenoord Rotterdam in der UEFA Conference League: Dass es diese Partie in sich haben wird, war spätestens seit dem Hinspiel klar. Und dass es dabei weniger um die Leistung von 22 Fußballern auf dem Platz gehen wird, leider auch. Schon 24 Stunden vor dem Anpfiff ging es in Berlin richtig rund. Mehr als 130 Hooligans der Gäste drehen durch. Es gibt 80 Festnahmen. Die Polizei hat alle Hände voll zu tun.

Glück für die Berliner Beamten: Sie bekamen Unterstützung. Szenekundige Beamte aus den Niederlanden, die eng mit der Berliner Polizei zusammenarbeiten, konnten an der Gneisenaustraße / Mehringdamm sogenannte „Ultras“ feststellen. Die knapp 130 Personen wurden durch Kräfte von Berliner- und Einsatzhundertschaften aus Sachsen-Anhalt versucht zu stellen. Mindestens 20 Personen flüchteten, konnten im Bereich der Blücherstraße aber festgehalten werden.

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Union gegen Feyenoord Rotterdam werden Festgenommene nicht sehen

Nahezu alle festgestellten Personen kamen in Gewahrsam. Das Fußballspiel am Donnerstag-Abend im Olympiastadion, um das es eigentlich gehen sollte, werden die Personen vermutlich also nicht sehen. Denn nach Angaben von vor Ort wurden sie „zur Gefahrenabwehr“ festgenommen.

Schon in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde die berühmte und unter denkmalschutzstehende Berliner East Side Gallery mit dem Schriftzug „Feyenoord“ versehen. imago images/Matthias Koch

Grundsätzlich wird der Polizeigewahrsam durch die Vorführungsfrist des § 128 Absatz 1 StPO zeitlich begrenzt, das heißt, die betroffene Person muss spätestens am nächsten Tag (nach 24 Stunden) freigelassen oder – etwa bei Verdacht auf Straftaten – einem Richter vorgeführt werden. Soll die betroffene Person länger festgehalten werden, ist stets eine richterliche Anordnung erforderlich (sog. Langzeitgewahrsam).

Zeichen stehen auf Krawall vor dem Spiel von Union gegen Feyenoord Rotterdam

Schon zuvor war es zu wirklich unschönen Bildern gekommen. Am Mittwoch wurde auf der denkmalgeschützten East Side Gallery ein Gemälde übermalt – das Kunstwerk „Der müde Tod“ von Hans-Peter Dürhager und Ralf Jesse wurden vermutlich vollkommen zerstört – und mit dem Schriftzug Feyenoord beschmiert. Wenige Stunden später übersprühten Unioner diese Straftat mit der Straftat: „Ultras Union“ und hinterließen deren Schriftzug in komplett Silber. Der Spuk hielt nicht lange, dann hatten Union-Ultras das Ganze mit weißer Farbe übertüncht.

Nach den Vorfällen beim Hinspiel mit dem Angriff auf eine Union-Delegation und wild um sich prügelnden niederländischen Polizisten stehen die Zeichen also schon wieder auf Sturm. Union setzt für den Kick mit maximal 30.000 zugelassenen Zuschauern auf rund 800 Ordner. Selbst bei einem ausverkauften Haus wären für gewöhnlich nur rund 400 Ordner im Einsatz.