Der Angeklagte vor Gericht. Foto:  Wagner

Vater, Mutter, Kind und elf Kilo Cannabis: Sein Sohn (2) war bei ihm in der Küche, als die Polizei kam und einen Batzen Drogen vom Tisch räumte. Als Dealer landete Jurij K. (27) aus Lichtenberg nun vor dem Richter. Durch ein Verfahren in Kiel waren ihm die Fahnder auf die Schliche gekommen. Am 16. Februar hoben sie den Drogen-Bunker dann aus.

Cannabis in einer blauen Tasche auf dem Balkon. Gut sortiert nach Sorten wie „Lemon Tree“ oder „Moby Dick“. Haschisch in einer Einkaufstüte hinter einer Kommode im Schlafzimmer. Rund drei Kilo Cannabis waren in der Küche „aufgetischt“.

Ein Beamter: „Als wir mit einem Durchsuchungsbeschluss kamen, saß der Angeklagte am Küchentisch. Ein Bekannter hatte das Kind auf dem Schoß.“ In einer Tasche habe man etliche Utensilien zum Portionieren von Drogen gefunden und im Schlafzimmer 1750 Euro.

Zwei Jahre und acht Monate Gefängnis für den reuigen Sünder

Weil Jurij K. auch noch ein ausgeklapptes Einhandmesser griffbereit in der Nähe von Cannabis aufbewahrt hatte, ging es um bewaffneten Drogenhandel. Der Vater wanderte hinter Gittern – und zeigte sich bald geläutert. Er sagte aus, wurde nach zweieinhalb Monaten von weiterer U-Haft verschont.

Ab fünf Jahre Knast drohen für bewaffneten Drogenhandel. K. hoffte nun auf einen „Deal“ mit dem Gericht: Milde Strafe gegen ein Geständnis. Er habe seine Lektion gelernt, sich einen festen Job gesucht: „Ich bin jetzt Bürosachbearbeiter bei einem Taxiunternehmen.“ Der Anwalt präsentierte einen weiteren Pluspunkt: „Er will die sichergestellten 1750 Euro nicht zurück.“

Der Richter: „Was der Angeklagte nach der Tat gezeigt hat, spricht für ihn.“ Zugunsten von K. auch: Er ist ohne Vorstrafen. Juristisch ein minderschwerer Fall, so das Gericht. Zwei Jahre und acht Monate Gefängnis erhielt K. und bleibt bis zur Ladung zum Strafantritt auf freiem Fuß. KE.