Viele Kerzen brennen vor auf einem Gehweg vor einem Einfamilienhaus. dpa/Patrick Pleul

Im Fall der Familienkatastrophe, bei der Familienvater Devid R. (40) in Senzig bei Königs Wusterhausen seine drei Töchter Rubi (4), Janni (8) und Leni (10) sowie seine Frau Linda (40) umgebracht und sich dann selbst getötet hatte, hat Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon jetzt das Motiv bekannt gemacht.  Laut seinem Abschiedsbrief habe er Angst vor einer Verhaftung gehabt. Hinzu kam die Befürchtung, dass man ihm und seiner Frau die Kinder wegnehmen werde.

Der Lehrer hatte dem Brief zufolge ein Impfzertifikat für seine Frau fälschen lassen. Ihr Arbeitgeber, die TH Wildau, habe dies erfahren. Nun hatte er Angst vor der Verhaftung und dem Verlust der Kinder. Den Brief fanden die Ermittler im Haus der Familie.

Die Umstände der Tat hatten schnell darauf hingewiesen, dass es keinen Täter außerhalb der Familie gegeben hatte. So fanden sich keine Anzeichen für ein gewaltsames Eindringen, für Kampfspuren oder für die Anwesenheit Dritter zur Tatzeit.  

Polizei findet Schusswaffe

Die Leichen waren am Samstagnachmittag in dem Haus entdeckt worden. Anwohner hatten die Polizei alarmiert. Bei der Spurensuche sei dann eine Schusswaffe entdeckt worden, die als Tatwaffe in Betracht kommen könnte, hieß es. Über einen Waffenschein verfügten nach den Erkenntnissen weder der Mann noch seine Ehefrau. Meldungen, dass einige der Opfer erstochen worden seien, haben sich so als falsch herausgestellt.

Devid R. auf einem alten Foto, als er Veranstaltungen in Wildau organisierte.  BK

„Diese Tragödie lässt mich fassungslos zurück“, sagte die Bürgermeisterin von Königs Wusterhausen, Michaela Wiezorek. Ihr tiefstes Mitgefühl gehöre zuallererst den Angehörigen, Freunden und Bekannten. Sie denke aber auch an alle Einsatzkräfte, die vor Ort ihre Aufgaben erfüllt hätten und nun dieses Geschehen verarbeiten müssten, sagte sie.

Ein Seelsorgezentrum sei eingerichtet worden. „Wir werden mit den Einrichtungen, die die drei Kinder besuchten, sprechen“, kündigte Wiezorek an. Sowohl den Kindern dort als auch Betreuerinnen und Betreuern werde professionelle Hilfe angeboten, um diesen furchtbaren Verlust verarbeiten zu können.

HILFE BEI SUIZID-GEDANKEN

Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote: Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“ richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Samstag nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch. mutes.de Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de