Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze Big Maple Leaf am 08.12.2010 im Bode-Museum in Berlin. Foto: dpa/Marcel Mettelsiefen

Die zwei Zentner schwere Goldmünze „Big Maple Leaf“ ist wohl längst eingeschmolzen worden. Knapp drei Jahre nach dem spektakulären Diebstahl aus dem Bode-Museum aber gab es Knast für drei Männer.

Zwei Cousins des arabischstämmigen Clans R. und ein damaliger Wachmann kassierten Jugendstrafen: Ahmad R. (21) und Wissam R. (23) erhielten je vier Jahre und sechs Monate Haft. Denis W. bekam drei Jahre und vier Monate. Wayci R. (25), der vierte Angeklagte wurde freigesprochen.

Richterin Dorothee Prüfer: „Wir wissen, dass die Münze in den Bereich der Familie R. gelangt ist.“ Ein Einbruch, wie er „kaum noch gravierender sein kann – eine Dreistigkeit und Risikobereitschaft ganz besonderer Güte“. Mit einer Beute, die schwer zu verwerten ist. „Da braucht man Kontakte.“

Der filmreife Coup am 27. März 2017. Gegen 3 Uhr nachts trafen am S-Bahnhof Hackescher Markt drei Männer ein. Schwarz gekleidet, vermummt. eine Ausziehleiter, Rollbrett, Schubkarre hatten sie dabei. Außerdem Insider-Wissen.
Die Diebe gingen über die Trasse der S-Bahn, stiegen über ein Fenster im 2. Stock ein. Richterin: „Die Achillesferse im Museum.“ Es war das einzige Fenster, das nicht an das Alarmsystem angeschlossen war.

Wachmann ein enger Freund von Ahmad R.

Richterin Prüfer: „Man fragt sich, wie kommen Mitglieder der Familie R. auf die Idee, in ein Museum einzusteigen?“ Und sich ausgerechnet am 27. März 2017 an dem Schatz zu vergreifen. Er schlummerte bis dahin sieben Jahre im Museum, sollte am nächsten Tag einen Umzug antreten.

Denis W., der gerade einen Job als Wachmann im Museum angetreten hatte, war aus Sicht des Gerichts mehr als ein Tippgeber. Er sei seit Jahren ein enger Freund von Ahmad R. „Diese Beziehung ist das Bindeglied, die Achse der Tat“.

Die kanadische Münze – groß wie ein Wagenrad. Sie wurde mit einem Roll-Brett zum Fenster bugsiert, auf die Gleise gekippt, weggekarrt. Seitdem ist „Big Maple Leaf“ weg.

Goldsplitter an Kleidung und in Autos, DNA an einem Seil, Videos aus Überwachungskameras fügten sich aus Sicht der Richter zur Beweiskette. Die beiden R.s wurde zudem zu 3,3 Millionen Euro als Wertersatz verurteilt. 100.000 Euro soll Denis W. zahlen – „das war aus unserer Sicht sein Anteil“. Der Ankläger hatte auf fünf bis sieben Jahre plädiert, die Verteidiger auf Freispruch. Mit Revision wir gerechnet. (KE.)