Ali K. (44) bei Prozessauftakt im vergangenen Jahr. Foto: Paul Zinken/dpa

Moabit - Sie wollte Schauspielerin werden, sang und tanzte gern. Georgine Krüger war 14, als sie spurlos verschwand. Dreizehneinhalb Jahre später das Urteil gegen einen Nachbarn: Wegen Mordes und Vergewaltigung lebenslange Haft.

Ali K. (44) hinter Panzerglas. Der 46. Tag im Prozess um einen der spektakulärsten Berliner Kriminalfälle. Äußerlich blieb der Deutsche mit türkischen Wurzeln regungslos. Ihm gegenüber wie versteinert Vesna Krüger (55), die Mutter von Georgine. Der Richter: „Die gesamte Indizienlage verdichtet sich zu einem Bild, das keine Zweifel lässt.“

Georgine kam nach der Schule nie wieder nach Hause

Georgine war am 25. September 2006 wie üblich nach der Schule in Moabit aus dem Bus gestiegen. 200 Meter waren es bis zur Wohnung. Georgine kam nie an. Um 14.06 Uhr wurde ihr Handy ausgeschaltet. Objektive Spuren wurden nie gefunden. Keine Leiche, keine DNA, keine Fasern.

„Ali K. war auf sie aufmerksam geworden, lockte sie unter dem Vorwand, er benötige Hilfe beim Tütentragen, in seinem Keller“, so der Richter nach fast achtmonatigem Prozess. Georgine, die hilfsbereit und auch naiv war, habe nicht gezögert. „Der Angeklagte schlug sie bewusstlos.“ Er habe sie vergewaltigt, dann zur Verdeckung dieser Tat erwürgt, die Leiche später im Hausmüll „entsorgt“.

Jahrelang tappten Ermittler im Dunkeln. K. geriet erst 2016 unter Verdacht – ein Verfahren gegen ihn wegen sexueller Nötigung einer Jugendlichen war der Auslöser. Ab Juni 2017 wurden verdeckte Ermittler auf ihn angesetzt. Im Oktober 2018 gestand er gegenüber einem der verdeckten Ermittler. Mit grausigen Details. Seine Anwälte sprachen von einem falschen Geständnis – erreicht durch Tricks. Der Richter aber: „Die Angaben sind klar verwertbar und glaubhaft.“