Ein ähnliches Camp wurde bereits im Berliner Tiergarten organisiert (Archivbild).
Ein ähnliches Camp wurde bereits im Berliner Tiergarten organisiert (Archivbild). Imago/Metodi Popow

Es geschah mitten in der Nacht, während Teilnehmer in einem Zelt nebenan saßen. Unbekannte sollen in Berlin zu einer Dauerkundgebung gehörende Zelte aufgeschnitten und angezündet haben. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, soll sich der Angriff Zeuginnen und Zeugen zufolge am Montagabend im Stadtteil Mitte in der Nähe des Berliner Doms ereignet haben.

Eine Gruppe von bis zu zehn Menschen habe laut der Angaben mehrere Zelte des sogenannten „Friedenscamps“ aufgeschnitten sowie dort angebrachte Schilder mit Farbe beschmiert haben. Das Camp wird von einem „Friedenskollektiv“ organisiert und hat den Protest in Mitte von 20. Oktober bis 2. Februar angemeldet. Die Veranstalter zählen zum sogenannter Querdenkermilieu. 

Protestcamp nach Angriff gefilmt

Auf Videos und Fotos, die die Veranstalter in einem dazugehörigen Telegram-Kanal sind ein zum Teil abgebranntes Zelt zu sehen. Auf andere Zelte sollen von den mutmaßlichen Angreifern Anarchie-Zeichen gesprüht worden sein. 

Eine 59-Jährige, die sich in einem der Zelte aufhielt, bemerkte Flammen an einem als Materiallager dienenden Zelt und löschte zwei in unmittelbarer Nähe liegende Fackeln. Bei diesen könnte es sich laut Polizei um bengalische Feuer gehandelt haben. Das Materiallager wurde durch den Brand erheblich beschädigt.

„Friedenscamp“ wird von Querdenken veranstaltet

Die 59-Jährige sowie zwei 60 und 33 Jahre alte Männer, die sich während des Angriffs in einem der benachbarten Zelte befanden, blieben unverletzt. Die verständigen Beamten suchten in der Nähe nach den Tatverdächtigen, jedoch ohne Erfolg. Die Ermittlungen übernahm nun der Staatsschutz.

Das „Friedenscamp“ wird von Mitgliedern aus der verschwörungsideologischen Szene betrieben. Vor Ort wird gegen die Ukraine gehetzt und Desinformation rund um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verbreitet.