Zwei Männer brachen in einen Berliner Tresorraum ein und stahlen hochpreisige Uhren.
Zwei Männer brachen in einen Berliner Tresorraum ein und stahlen hochpreisige Uhren. Polizei Berlin

Es sind Szenen wie aus einem Film: Zwei Männer betreten einen Tresorraum. Ihre Gesichter sind von Schirmmützen und Corona-Masken meist verdeckt, wenn sie sich der Überwachungskamera nähern, halten sie zusätzlich noch eine Hand vor ihre Augen. Dann nehmen sie uns mit einer Spraydose die Sicht. Was in dem Charlottenburger Tresorraum geschehen ist, wird erst klar, als die Tat schon vollzogen ist, die Täter über alle Berge sind: Mehrere Schmuckstücke und sündhaft teure Uhren sind weg. Nun sucht die Polizei nach den Tätern.

Tresorraub in Berlin-Charlottenburg: Uhren, Schmuck, Gold und Geld sind futsch

Die Tat ereignete sich laut den Ermittlern bereits am 19. November. Die beiden Männer hatten sich zunächst als vermeintliche Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma Zutritt zu dem Räumlichkeiten einer privaten Schließfachanlage in der Fasanenstraße verschafft. Offenbar waren sie durch die Tarnung auch an die Zugangscodes gekommen. Im Tresorraum angekommen, besprühten sie die Kameralinse mit Farbe und räumten zahlreiche Tresore aus. 

Die Schließfächer wurden von zahlreichen Privatpersonen, aber auch dem Luxusuhren-Händler Watchmaster genutzt. Die Räuber entwendeten Gold, Geld, Schmuck und rund 1000 der 2000 dort gelagerten Uhren des Internethändlers. Die Firma hat inzwischen einen Insolvenzantrag gestellt. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, habe von den 1000 gestohlenen Uhren nur ein kleiner Teil tatsächlich Watchmaster gehört und ein Großteil Kunden, die ihre Uhren über die Firma verkaufen wollten. Zwar habe die Firma einen Versicherungsschutz, allerdings erhalte sie für die Uhren nur den Einkaufswert zurück. Der Firma sei ein Schaden von 10 Millionen Euro entstanden, teilte sie mit.

Tresorraub in Berlin-Charlottenburg: Die Täter verwischten ihre Spuren

Die Räuber, die mit den Uhren fliehen konnten, legten in dem Tresorraum nach ihrer Tat noch ein Feuer, um Spuren zu verwischen. Laut Polizei spricht viel dafür, dass die Tat von langer Hand geplant worden ist. Die Tarnung als Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma ging auf, zudem hatten die Männer Vorkenntnisse über die Örtlichkeit und die dortigen Sicherheitsvorkehrungen. Die Ermittler gehen davon aus, das an den Planungen des Raubs noch weitere Personen beteiligt waren.

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Mehr als zehn Tage nach der Tat hat die Polizei nun Aufnahmen der Überwachungskamera zur Verfügung gestellt, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Man erhofft sich Hinweise auf die Identität oder den Aufenthaltsort der beiden Personen. Für Hinweise, durch die die Tatverdächtigen überführt werden können, ist sogar eine Belohnung von bis zu 5000 Euro ausgesetzt. Zudem haben Privatpersonen eine weitere Belohnung von 20.000 Euro in Aussicht gestellt.

Hinweise nimmt das LKA am Tempelhofer Damm unter der Rufnummer 030/4664944494 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.