Fahrzeugteile liegen in der Tauentzienstraße in Berlin nach einem illegalen Autorennen. Bei dem illegalen Autorennen ist ein Fahrer ums Leben gekommen.  Foto: Britta Pedersen/dpa

Nach einem illegalen Autorennen mit tödlicher Folge auf dem Berliner Kurfürstendamm steht ab Dienstag (13.00 Uhr) der 28-jährige Marvin N. zum vierten Mal vor dem Landgericht der Hauptstadt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte in dem Fall zuletzt im Juni entschieden. Die Verurteilung wegen Mordes gegen einen der beiden Angeklagten bestätigte der BGH, der Schuldspruch des 28-Jährigen wurde aufgehoben und zurückverwiesen.

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Hamdi H. hatte sich in der Nacht zum 1. Februar 2016 zusammen mit Marvin N. ein illegales Autorennen durch die West-Berliner City geliefert. Bei dem an einer Ampel verabredeten Stechen der damals 26 und 24 Jahre alten autoaffinen jungen Männer peitschten sie ihre hochmotorisierten Autos auf dem Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße auf das Dreifache der erlaubten Geschwindigkeit.

Die rasante Fahrt ging über mehrere Kilometer, auch rote Ampeln stoppten sie nicht. An der Ecke Tauentzien-/Nürnberger Straße endete das Rennen. Hamdi H. krachte mit seinem Audi mit etwa 160 Kilometer pro Stunde in das Auto eines 69 Jahre alten Arztes im Ruhestand, der Grün hatte und auf die Tauentzienstraße abbiegen wollte.

In einem ersten Prozess vor dem Berliner Landgericht wurden die beiden Raser wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt - erstmals in der bundesdeutschen Rechtsgeschichte. Doch das Urteil hatte keinen Bestand, der Bundesgerichtshof hob die Entscheidung auf und verwies den Fall an das Landgericht zurück.

Eine zweite Schwurgerichtskammer verurteilte Hamdi H. und Marvin N. erneut zur Höchststrafe. Wieder gingen die Angeklagten in Revision. Im Fall von Hamdi H. bestätigte der Bundesgerichtshof Mitte Juni dieses Jahres das Urteil - damit ist der 30-Jährige ein Mörder.