Abdullah H. flüchtete aus Syrien nach Berlin. Jetzt steht er vor Gericht. Foto: Pressefoto Wagner

Wie ein Terror- Crash-Kurs klingt das, was der Syrer Abdullah H. (27) von seinem Zimmer in Schöneberg aus in die virtuelle Welt geschickt haben soll. Vor Gericht hat es ihm die Sprache verschlagen.

Ein unscheinbarer Mann, der erst im Bode-Museum, dann in einer Grundschule als Reinigungskraft arbeitete. Im April 2014 war er aus Syrien nach Berlin gekommen. Beantragte Asyl, ist anerkannter Flüchtling.

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„Basteltipps“ zum Bau von Sprengstoffen

Doch vor einem Jahr soll er sich als Ratgeber in Sachen Bombenbau in die Islamistenszene eingebracht haben – aus der Ferne. Über einen Messenger-Dienst soll er in einer dem Islamischen Staat (IS) nahestehenden Chat-Gruppe Anleitungen verbreitet haben.  Bis zu 89 Personen sollen in der Gruppe gewesen sein. Der Staatsanwalt: „Er machte die Dokumente gleichgesinnten Gruppenmitgliedern zugänglich, um sie in die Lage zu versetzen, Anschläge zu begehen.“ Die Anklage geht von einer Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat aus.

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Die „Basteltipps“ bezogen sich laut Anklage auf den Bau von Sprengstoffen, Paket- und Magnetbomben, auf Sturmgewehre des Typs AK 47. Neun Fälle angeklagt. In einem Fall seien es 345 Seiten gewesen. Hauptziel des Pamphlets: Einsatz von Sprengstoffen gegen „Ungläubige“ und Juden.

Festnahme mit großem Aufgebot

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Agenten eines ausländischen Geheimdienstes stießen auf Abdullah H. Ermittlungen liefen Anfang 2019 an. Monatelang wurde H. observiert. Schließlich kam es zu verdächtigen Einkäufen – Chemikalien, die möglicherweise zum Bombenbau dienen könnten.

Mit großem Aufgebot seine Festnahme am 19. November. H. gab sich ahnungslos. Die Chemikalien habe er doch nur wegen seines „Reinigungsbedürfnisses“ erworben.