Einer der Angeklagten mit seiner Anwältin Prozessfoto Wagner

Für die Drecksarbeit wurden laut Anklage zwei 15- und 16-Jährige vorgeschickt: Mit Knarre sollen sie einen Supermarkt überfallen und die Beute zu drei Erwachsenen ins Taxi geworfen haben.

Fünf Männer nun auf der Anklagebank – offiziell maskiert. Das Gericht ließ Corona-Schutzmasken verteilen. Bislang eine eher seltene Maßnahme im Moabiter Kriminalgericht. Auch die Zuhörer im Saal mussten Maske tragen. Richter und Anwälte allerdings verzichteten auf einen Mundschutz und beließen es bei Abstand.

Die drei erwachsenen Angeklagten hinter Panzerglas: Ali B. (24), Hassan C. (24) und Marcel B. (21). Sie sitzen seit vier Monaten in U-Haft. Auf freiem Fuß sind die beiden Schüler. Am 5. Juni sollen alle gemeinsame Sache gemacht haben.

Schüler mit Handy-Fotos ermittelt

Es war 19.30 Uhr, als zwei Räuber in eine Edeka-Filiale in Mariendorf stürmten - bewaffnet mit Schreckschussrevolver und Messer. Zwei Mitarbeiter wurden bedroht. Die Täter erbeuteten rund 3500 Euro aus der Kasse, stopften das Geld in eine Sporttasche, flohen.

In der Nähe sollen die drei erwachsenen Angeklagten in einem Taxi gelauert haben. Die beiden Jugendlichen hätten die Tasche ins Auto geworfen und seien zu Fuß abgehauen.

Ihr Pech: Schnell wurde die Polizei gerufen – mit Hinweis auf das Taxi. Endstation nach kurzer Fahrt. Weil ein Zeuge Handy-Fotos geschossen hatte, wurden auch die beiden Schüler ermittelt. Vorm Richter schwiegen alle zunächst. Fortsetzung: Donnerstag.