In diesem abgelegen Bereich am Falkenhagener See kam es am Samstag zu einem Streit, bei dem auch ein Schuss abgegeben wurde. Foto: Eric Richard

Eine ausgelassene Party am See, ein wütender 56-Jähriger, ein Schuss und ein Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. Das sind die Zutaten für einen völlig aus dem Ruder gelaufenen Streit am Wochenende am Falkenhagener See bei Berlin. Eine Mordkommission hat die weiteren Ermittlungen übernommen, auch die Staatsanwaltschaft ist mittlerweile involviert. Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft.

Am Sonnabend ging um 19.58 Uhr ein Notruf bei der Polizei ein: Mehrere Zeugen alarmierten die Einsatzkräfte, da ein Mann kurz zuvor „auf eine Personengruppe am Falkenhagener See geschossen haben soll“, so eine Polizeisprecherin. Zuvor soll es zu Streitigkeiten gekommen sein, da sich der Tatverdächtige durch die laute Musik der Gruppe gestört gefühlt habe. Ein 27-jähriger Mann erlitt bei der Tathandlung eine Handverletzung und wurde im Anschluss von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht.

Polizei schnappte den Tatverdächtigen nur kurze Zeit nach dem Vorfall

Der Schütze flüchtete nach der Tat mit einem Pkw, dessen Kennzeichen von den Zeugen notiert und an die Einsatzkräfte weitergegeben wurde. Bei einer sofort und umfangreich durchgeführten Fahndung nach dem Tatverdächtigen konnte kurze Zeit später in Berlin ein 56-Jähriger durch Polizeibeamte festgenommen werden. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde bei einer Durchsuchung gefunden und für weitere Untersuchungen sichergestellt.

Zur Art der Waffe konnte die Polizeisprecherin auf Nachfrage noch keine Angaben machen. Die Untersuchungen dazu seien noch nicht abgeschlossen. Die Waffe sei aber „durchaus dazu geeignet, einen Menschen schwer zu verletzen“, fügt sie hinzu. Der Sachverhalt wird von der Staatsanwaltschaft derzeit als versuchtes Tötungsdelikt bewertet. Ermittler der Mordkommission und Spezialisten der Kriminaltechnik wurden umgehend mit der Tatortarbeit, den Vernehmungen und der Spurensuche- und Sicherung beauftragt.

Eine Haftrichterin des Amtsgerichts Potsdam erließ noch am Sonntag auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlages gegen den verdächtigen 56-Jährigen. „Der Berliner wird entsprechend zeitnah in eine Justizvollzugsanstalt gebracht, in der er auf den Abschluss der Ermittlungen warten wird“, teilt die Polizei weiter mit.