Ion P. versteckt im Gerichtssaal sein Gesicht hinter einer Akte.
Ion P. versteckt im Gerichtssaal sein Gesicht hinter einer Akte. Pressefoto Wagner

Der Albtraum jeder Frau – allein, und plötzlich ist da ein Sextäter. Einer wie Ion P. (47). Er verfolgte eine Passantin, fiel dann in ihrem Treppenhaus brutal über sie her.

Ion P. (47) war knapp fünf Monate nach dem Sex-Überfall in Wittenau festgenommen worden. Nun jammerte der gelernte Maler aus Rumänien vor der Richterin: „Meine damalige Einsamkeit ist keine Rechtfertigung für die Tat.“

Es war 8 Uhr morgens, als Claudia A. (Name geändert) am 8. August vorigen Jahres vor ihrem Wohnhaus in Wittenau stand. Ein sonniger Sonntagmorgen. Nichts deutete auf eine Gefahr. Doch sie hatte gerade die Haustür und eine weitere Tür im Flur geöffnet, als sie plötzlich von hinten attackiert wurde.

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Eine Hand des Verbrechers an ihrem Hals. Der ihr fremde Mann drückte zu, brachte sie zu Boden. Sie wollte schreien. Er hielt ihr den Mund zu. Sie wehrte sich mit aller Kraft, versuchte seine Arme wegzudrücken, biss dem Gewalttäter in den Arm. Doch die Frau, die an einer chronischen Krankheit leidet, konnte sich nicht befreien.

Nach der Vergewaltigung soll er die Geldbörse der Frau geplündert haben

Der Vergewaltiger plünderte noch das Portemonnaie seines Opfers: Mit 25 Euro und dem Handy der Frau entkam P. zunächst unerkannt.

Der geschiedene Mann lebt seit etwa zwei Jahren in Deutschland. P.: „Ich habe zuerst gearbeitet, war in einem Schlachtbetrieb, der machte nach sechs Monaten aber dicht.“

Danach zog er umher, nächtigte mal bei Bekannten, lebte immer wieder auf der Straße. Und fiel kriminell auf. In Osnabrück wurde er verurteilt. Dann hielt er sich in Berlin auf. Häufig soll er geklaut haben – Bier, Likör oder Schnaps in Supermärkten, mal Badehose und Sonnenbrille im Kaufhaus, mal ein abgestelltes Fahrrad.

Er stand unter Bewährung, als er Claudia A. angriff. Nun ließ er seinen Verteidiger ein Geständnis verlesen: „Ich schäme mich zutiefst. Es ist unverzeihlich, was ich der Frau angetan habe.“ Ja, er habe die ihm fremde Frau verfolgt. Bis in einen Hausflur.

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Ion P.: „Ich habe sie dann am Hals gepackt.“ Bis sie auf dem Boden lag. „Dann habe ich sie vergewaltigt. Hinterher habe ich ein schlechtes Gewissen bekommen.“ Nun wolle er mit seiner Aussage seinem Opfer wenigstens eine Befragung im Prozess ersparen. Sichergestellte DNA-Spuren überführten ihn.

Dem Jammer-Geständnis war eine Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwältin und Verteidiger vorausgegangen. Der „Deal“: Im Fall eines umfassenden Geständnisses eine Strafe von mindestens vier Jahren und zehn Monaten Haft und maximal fünfeinhalb Jahren.

Claudia A. ist Zeugin und Nebenklägerin im Prozess. Sie soll am 21. Juli vernommen werden.