Der Prozess beginnt - Blick in den Verhandlungssaal in Moabit.  Foto: Pressefoto Wagner

Wochenlang verbreitete er Angst und Schrecken: Sinisa K. (30) lauerte jungen Frauen auf, fiel brutal über sie her. Monströse Taten eines Serien-Vergewaltigers.

Der Serbe nun auf der Anklagebank hinter Panzerglas. Ledig, gelernter Elektromechaniker. War vermutlich seit Sommer 2019 in Deutschland - wohl auf der Suche nach Arbeit. K. soll in Serbien wegen Vergewaltigung fünf Jahre und drei Monate im Knast gesessen haben. 2018 sei er entlassen worden.

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Die brutale Serie im Sommer 2020. Er lauerte im Forst Grunewald, in Wannsee, im brandenburgischen Kleinmachnow und in Bernau. Sechs Vergewaltigungen, eine versuchte Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung, versuchte räuberische Erpressung werden K. zur Last gelegt.

Er sprach die Frauen höflich an

Am 12. Juni der erste Überfall. Gegen 17.45 Uhr überholte eine 14-Jährige mit ihrem Fahrrad in Grunewald einen ihr fremden Mann - laut Anklage S., ebenfalls per Rad unterwegs. Er habe das Mädchen auf Englisch angesprochen: „Kommst du aus Berlin?“ Sie verneinte, fuhr weiter. Er holte sie ein, griff an.

Seine perfide Masche: Erst sprach er junge Frauen höflich und freundlich an, dann packte er von hinten brutal zu, danach gab er sich wieder als netter Typ.

Anwalt Roland Weber, der im Prozess eine der Nebenklägerinnen vertritt: „Es sind monströse Taten von ungeheuerlicher Brutalität.“ Er halte K. für einen hochgefährlichen Serientäter. Alle Opfer seien auch seelisch schwer verletzt.

Sex-Gangster würgte das Opfer

In kurzer Folge schlug der Sex-Gangster zu – zumeist auf entlegenen Wegen in Waldgebieten. Seine Opfer waren zu Fuß unterwegs oder mit dem Fahrrad.

Drei Tage nach dem Sex-Überfall auf die 14-Jährige verfolgte der Serientäter in Bernau eine 20 Jahre alte Frau. Er würgte sie massiv. Sie wehrte sich nach Kräften. Er drohte ihr mit dem Tode, vergewaltigte sie.

Am 22. Juni verging er sich an einer 23-Jährigen, am 28. Juni fiel er über eine Joggerin (27) her, am 30. Juni über eine 20-Jährige. Eine 18-Jährige entkam nach heftiger Gegenwehr - ihre Hilferufe und die Anwesenheit eines Campers störten den Täter.

So kam die Polizei ihm auf die Spur

Seine letzte Tat am 14. Juli brachte die Polizei auf seine Fährte. Am Vormittag hatte er auf einem Potsdamer Waldweg eine Joggerin (20) nach dem Weg gefragt, dann von hinten überwältigt, in ein Gebüsch gezerrt, vergewaltigt. Eine Spaziergängerin fand das Opfer. Eine Großfahndung lief an - die Polizei setzte auch einen Hubschrauber, eine Drohne, Spürhunden, Pferde ein. Am Abend wurde K. in einer Villengegend in Zehlendorf gefasst.

Jetzt ein dürres Geständnis über seinen Anwalt: „Er räumt die Taten ein, bereut aufrichtig.“ Es geht im Prozess um mehr als Haft. Nebenklage-Anwalt Weber: „Das Ergebnis sollte nicht nur eine Haftstrafe sein, hier erscheint mir Sicherungsverwahrung angezeigt.“ Fortsetzung: 1. März.