Polizisten haben im Juli diesen Jahres den Serienvergewaltiger in der Neuen Kreisstraße in Wannsee festgenommen. Foto: Morris Pudwell

Der 30-jährige Sinisa K. soll im Sommer im Berliner Südwesten und in Brandenburg mehrere Frauen sexuell missbraucht haben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Berlin gegen den Serienvergewaltiger Anklage wegen sechs vollendeter Vergewaltigungen, einer versuchten Vergewaltigung, räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung erhoben.

Der Triebtäter war Mitte Juli nach kurzer Flucht auf einem Privatgrundstück in Wannsee von Polizisten festgenommen worden. Er soll kurz zuvor in einem Waldstück bei Potsdam eine Frau nach dem Weg gefragt haben. Als sie abgelenkt war, soll er sich an ihr vergangen haben. Eine Spaziergängerin hatte das Opfer entdeckt und den Notruf gewählt.

Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, wird dem Angeschuldigten zur Last gelegt, im Juni und Juli 2020 in Berlin und im Berliner Umland zu unterschiedlichen Tageszeiten Frauen angesprochen, in seine Gewalt gebracht und anschließend an unbeobachteten Orten im Wald vergewaltigt zu haben. „Die Frauen waren zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, als sich der Angeschuldigte ihnen genähert und sie später entweder mit einem Messer oder anderen spitzen Gegenstand bedroht und gewürgt haben soll“, erklärte Mona Lorenz, Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Nach den Vergewaltigungen wollte er sich mit den Frauen verabreden

Sein erstes Opfer ist nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft minderjährig. Norma Schürmann vom Landeskriminalamt sagte, der Täter sei mit massiver Gewalt gegen die Frauen vorgegangen. Er habe die Opfer zunächst ganz freundlich angesprochen, immer zu belebter Zeit. Danach habe er sie mit Gewalt gepackt und gewürgt. Die Frauen seien dann vom Weg weggezerrt worden. Nach der Vergewaltigung habe er eine andere Seite gezeigt und sich um sie gekümmert. Er habe versucht, sich mit ihnen für den nächsten Tag zu verabreden, hieß es.

In einem Fall konnte eines der Opfer eine Vergewaltigung verhindern, in dem es laut um Hilfe rief und ein Camper auf die Tat aufmerksam machte. Sinisa K. soll fünf Taten im Bereich des Grunewalds begangen und eine unweit davon im brandenburgischen Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) begangen haben. Dort soll er eine Joggerin drei Stunden lang in seiner Gewalt gehabt und sie mehrfach vergewaltigt haben. Die 27-Jährige konnte mit dem Fahrrad des Täters flüchten. Hinzu kommt ein Übergriff auf eine 20-jährige Frau in Bernau nordöstlich von Berlin.

Der Angeschuldigte konnte nach einer Öffentlichkeitsfahndung mehrere Stunden nach der letzten Tat am Abend des 14. Juli 2020 nach polizeilicher Verfolgung in Berlin-Zehlendorf verhaftet werden. Aufnahmen aus einer Überwachungskamera zeigten den 30-Jährigen auf einem Bahnsteig in Bernau (Barnim). Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.