Anna-Maria Ferchichi (39, links): Die Frau von Rapper Bushido (42, rechts) kam nicht zum geplanten vierten Auftritt beim Prozess gegen Arafat. dpa/Kappeler

Fragezeichen um Anna-Maria Ferchichi (39): Die Frau von Rapper Bushido (42) kam nicht zum geplanten vierten Auftritt als Zeugin im Prozess gegen Clan-Boss Arafat Abou-Chaker (45).

Sie ist mit Drillingen schwanger. Ihre Anwältin hatte dem Gericht mitgeteilt: „Leider sind bei meiner Mandantin Komplikationen eingetreten.“ Erscheinen unmöglich, ein Attest werde nachgereicht.

Auch ohne Zeugin ging es am 41. Prozesstag immer wieder um Anna-Maria Ferchichi. Richtung der Verteidiger: die wichtige Zeugin demontieren. Sie hatte gegen Arafat Abou-Chaker ausgesagt, er habe „alles kontrolliert, dirigiert, diktiert“ und permanent Geld verlangt – Bushido sei für ihn ein Goldesel gewesen.

Ein Anwalt verlas private Nachrichten, die Anna-Maria Ferchichi im Jahr 2017 an Arafat Abou-Chaker geschickt hatte. Es ging um einen Urlaub in der Türkei. Die Verteidiger-Behauptung: „So schreibt man einem Vertrauten und nicht einem, den man verabscheut und der einem das Leben zur Hölle macht.“

Es geht im Prozess um mutmaßliche Taten gegen Bushido

In den damaligen Chats freundliche Worte und lachende Smileys. Sicht der Verteidiger: Die Nachrichten würden im Widerspruch zu Aussagen der Zeugin stehen, dass der Clan-Chef ihr und Bushido keine Luft zum Atmen gelassen habe. Beantragt wurde, auch ein privates Video aus 2017 abzuspielen, das die Rapper-Ehefrau an den Clan-Chef geschickt haben soll.

Es geht im Prozess um mutmaßliche Taten gegen Bushido. Als der Musiker nach rund 14 Jahren die Auflösung ihrer Geschäftsbeziehungen verlangt habe, soll der Clan-Chef dies nicht akzeptiert und eine Millionen-Summe verlangt haben – Bushido sei bedroht, mit Stuhl und Wasserflasche beworfen worden.

Anna-Maria Ferchichi, Schwester von Pop-Sängerin Sarah Connor, gilt als starke Frau an der Seite des Rappers. Trotz Risikoschwangerschaft saß sie bereits drei Mal als Zeugin im Saal. Sie sprach von „völliger Überwachung“ durch den Clan-Chef. Ihr Mann habe sehr gelitten. Sie sagte auch, dass sie versucht habe, freundlich mit Arafat Abou-Chaker umzugehen und die Wogen zu glätten. Weil sie gedacht habe, es werde für Bushido und sie „kein Leben ohne Arafat Abou-Chaker geben.“ Fortsetzung: 2. August.