Die Polizei drang in die falsche Wohnung ein. Foto: imago images (Symbolbild)

Zu einem brisanten Einsatz wurde die Polizei am Donnerstagabend nach Lichtenrade gerufen. Mehrere Zeugen hatten berichtet, dass aus einer Wohnung geschossen worden war. Gegen 21.30 Uhr hatten Anwohner der John-Locke-Straße die Polizei verständigt und mitgeteilt, dass aus einer Wohnung im siebten Stock mehrere Schüsse vom Balkon abgefeuert worden waren.

Aufgrund von Zeugenaussagen lokalisierten die Polizeikräfte dann die Wohnung, aus der die Schüsse abgefeuert sein sollten - und traten die  Tür ein. Als sie sich dann jedoch in der Wohnung befanden, hörten die Polizistinnen und Polizisten erneut Schüsse. Sofort war klar: Diese wurden aus einer anderen Wohnung abgefeuert, die Beamten waren in die falsche Wohnung eingedrungen.

Nun waren sie sicher, vor der richtigen Tür zu stehen: Die Beamten postierten sich vor der Wohnungstür - doch bevor sie auch diese Tür eintraten, öffnete sie sich. Die Polizeikräfte nutzten die Situation und drangen in die Wohnung ein. Neben dem 39 Jahre alten Wohnungsmieter befanden sich noch zwei 38 und 41 Jahre alte Männer sowie eine 30-jährige Frau in der Wohnung.

Bei einer staatsanwaltschaftlich angeordneten Durchsuchung wurden insgesamt vier Schreckschusswaffen, Munition und eine Dose mit einer betäubungsmittelsuspekten Substanz gefunden. Alle Gegenstände wurden beschlagnahmt. Der Wohnungsmieter wurde für eine erkennungsdienstliche Behandlung in ein Polizeigewahrsam gebracht und anschließend entlassen. Die 30-Jährige wurde aufgrund eines bestehenden Haftbefehls ebenfalls in ein Polizeigewahrsam gebracht und dort eingeliefert. Die Ermittlungen dauern an.

Die fälschlicherweise eingetretene Tür konnte ein Bekannter des Mieters provisorisch reparieren, sodass sie sich schließen ließ. Der Mieter selbst klagte infolge des Polizeieinsatzes über Kreislaufprobleme und wurde erst von einem Sanitäter der Polizei und dann von alarmierten Rettungskräften der Feuerwehr in seiner Wohnung versorgt.