Schubste Zakaria L. einen Mann vor die U-Bahn? Vor Gerichte jammerte er, er sei kein Mörder. Foto: Pressefoto Wagner

Moabit – Erst ein Streit, dann schubste er einen Mann (30) vor einen Zug: Sechs Monate nach dem tödlichen Stoß auf dem U-Bahnhof Kottbusser Tor steht Zakaria L.(27) vor Gericht – wegen Mordes.

„Ich bin kein Mörder“

Der Marokkaner duckte sich nun, wollte die schrecklichen Bilder aus Überwachungskameras nicht sehen, jammerte: „Ich kann nicht fassen, dass ich einen so schweren Fehler begangen habe.“ Die Gefahr habe er nicht kommen sehen. L.: „Ich wollte den Mann nicht töten. Ich bin kein Mörder.“

Der 29. Oktober. Zakaria L., der in einem Flüchtlingsheim in Wannsee lebte, vertrieb sich mit einem Kumpel am Kotti die Zeit. L.: „Ich hatte Wodka, dann Bier getrunken, Kokain konsumiert.“ An das, was schließlich auf Gleis 1 geschah, habe er keine volle Erinnerung.

Das Opfer wurde von der U8 erfasst

Gegen Mitternacht wollten sie weitere Drogen kaufen. Sie kamen mit einer Gruppe ins Gespräch. Darunter F.-G., ein 30-jähriger Iraner. Bilder belegen: Es gab Zoff, aber wohl kein Drogengeschäft. Dann drehten sich einige Männer um, gingen. Darunter auch der Iraner. Die Anklage: „L. rannte plötzlich hinterher und schubste ihn ohne Vorankündigung bewusst von hinten und mit voller Wucht in das Gleisbett.“

Der Mann wurde von der einfahrenden U8 erfasst. Er hatte keine Chance. „Sein Kopf verkeilte sich zwischen Triebwagen und Bahnsteigkante. Er wurde ca. 30 Meter mitgeschleift.“ Er starb auf Gleis 1. Der Schubser floh. Vier Tage später wurde L. verhaftet. Fortsetzung: Mittwoch.