Ein Polizeibeamter und ein Passant sind um ein Haar von einem Mercedes überfahren worden. Der Raser wurde festgenommen. Foto: Morris Pudwell

Eine handfeste Auseinandersetzung auf der Karl-Marx-Straße ist offenbar eskaliert: Ein Mann, der persönliche Beziehungen zu Beteiligten der Schlägerei gepflegt haben will, kam mit seinem Fahrzeug laut Augenzeugenberichten an das Geschehen herangerast. Dabei sei er den eingetroffenen Polizeibeamten bedrohlich nahe gekommen.

Gegen 21 Uhr war der Fahrer eines Kleintransporters auf der Karl-Marx-Straße in Neukölln in ein Streitgespräch mit Insassen eines Kleinwagens geraten. Mindestens drei Insassen aus dem Kleinwagen sollen ausgestiegen sein und den Fahrer des Kleintransporters mit Messern und aus der eigenen Hose herausgezogenen Gürteln bedroht haben.

Dabei kam es offenbar zu einer Schlägerei mit einer unbekannten Zahl an Teilnehmern. Kurze Zeit später eilten alarmierte Beamte samt einer Einsatzhundertschaft hinzu. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt.

Plötzlich raste ein Mercedes CLS 350d heran. Der Fahrer soll Einsatzfahrzeuge, die ebenfalls zur Schlägerei alarmiert worden waren, überholt haben. Am Ort angekommen, sei der Mann an jeder Polizeisperre vorbeigefahren und habe dabei fast einen Polizisten und Passanten erwischt, heißt es.

Nur durch einen Sprung zur Seite konnten sich die beiden Personen sich schützen. Augenzeugen berichteten weiter, dass der Mercedes geschätzte 130 Km/h auf der schmalen Karl-Marx-Straße erreicht haben könnte. Mehrere Beamte wollten diese Geschwindigkeit nicht bestätigen, „unterschreiben“ aber eine wahnsinnig hohe Geschwindigkeit.

Familienmitglieder protestieren

Beamte einer Einsatzhundertschaft konnten den Fahrer überwältigen und auf dem Boden der Karl-Marx-Straße fixieren.

Der Mann soll später angegeben haben, sein Bruder wäre in der Schlägerei involviert und er müsse ihm beistehen. Diese Information soll falsch gewesen sein - der Bruder war offenbar nicht beteiligt. Der Fahrer soll festgenommen worden sein, der Mercedes unter Protest von Familienmitgliedern sichergestellt.

Mindestens zwei weitere Personen sollen ebenfalls festgenommen worden sein. Sie sollen den Fahrer des Kleintransporters angegriffen haben.