In der Finsterwalder Straße im Märkischen Viertel in Reinickendorf brannten fünf nebeneinander geparkte Fahrzeuge. Vier davon sind jetzt nur noch Schrott. Foto: Pudwell

Der 1. Mai ist vorbei. So richtig ruhig wie erhofft verlief er aber nicht. 18 Polizisten wurden  verletzt. Mehr als 350 Personen wurden festgenommen.  25 sollen einem Haftrichter vorgeführt werden. Ihnen wird Körperverletzung, Landfriedensbruch sowie Widerstand vorgeworfen. Nachts brannten dann noch Autos.

Trotz des Verbots hatten sich einige tausend Menschen auf   Straßen in Friedrichshain-Kreuzberg getroffen und gemeinsam gefeiert. Viele von ihnen waren Schaulustige, Gaffer und feierfreudige Menschen und am Abend betrunkene Randalierer. Spätis und Bars verkauften ununterbrochen Getränke. Von korrektem Abstandhalten war nichts mehr zu sehen. Aufforderungen der Polizei, die Straßen zu verlassen wurden nicht befolgt.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) sprach von schlichter und geballter Unvernunft. Zum Abschluss brannten dann mehrere Autos. Ein Feuer-Finale: Sieben Fahrzeuge gingen in Flammen auf und wurden stark beschädigt. Dabei entstand ein Sachschaden von mehr als hunderttausend Euro, schätzt die Polizei. Sie geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Fest steht, dass auf einem Mieterparkplatz in der Lindenstraße in Kreuzberg ein Renault Feuer fing. Ein Zeuge bemerkte die Flammen und informierte die Feuerwehr. Kurz darauf ging in der Plantagenstraße in Mitte ein geparkter Mercedes-Benz in Flammen auf. Durch die Hitze wurde der Geländewagen stark beschädigt. Zwei Stunden später musste die Feuerwehr in die Finsterwalder Straße im Märkischen Viertel in Reinickendorf ausrücken. Dort brannten fünf nebeneinander geparkte Fahrzeuge. Vier davon sind jetzt nur noch Schrott.

Größere Ansammlungen wegen der Pandemie derzeit verboten

Die Feuerwehrleute mussten auch an diesem Kampftag der Arbeit besondere Herausforderungen und kritische Situationen bewältigen. So wurden bei einem Notfall in der Ossietzkystraße in Pankow die Besatzung eines Rettungswagens von 20, vornehmlich Männern umringt. Die Situation drohte zu eskalieren. Deshalb flüchtete die Besatzung zusammen mit dem Patienten in den Transporter. Die Crew eines weiteren Rettungswagens der Feuerwehr musste sich bei der Versorgung eines betrunkenen Verletzten in einer Straßenbahn massiv beschimpfen lassen. Polizisten übernahmen letztendlich den Transport des Patienten in ein Krankenhaus.

Angegriffen wurden Sanitäter auch in der Muskauer Straße, als sie nach Rangeleien mit der Polizei einen Verletzten behandeln wollten. Das gelang letztendlich nur mit Unterstützung der Polizei. Größere Ansammlungen sind wegen der Pandemie derzeit verboten, die Teilnahme ist eine Straftat.