Die Sporthalle in Nauen, von Schneider und zwei Mittätern angezündet, brannte im August 2015 ab. dpa/Julian Stähle

Der wegen Brandstiftung verurteilte ehemalige NPD-Kommunalpolitiker Maik Schneider hat seine Haft angetreten. Er sei am Donnerstag in die Justizvollzugsanstalt Luckau-Duben aufgenommen worden, teilte das  Brandenburger Justizministerium mit. Er soll mit dem Fahrrad erschienen sein. Zuvor hatte die Märkische Allgemeine berichtet.  Schneider war zu seinem eigentlichen Haftantritt am 14. Juli nicht erschienen.

Sein Anwalt hatte daraufhin einen Aufschub der Haft beantragt. Das lehnte das Gericht seinen Angaben zufolge ab.

Turnhalle brannte völlig nieder

Schneider, früheres Mitglied des Kreistages Havelland und der Stadtverordnetenversammlung Nauen, hatte mit zwei Komplizen am 24. August 2015 eine Turnhalle in Nauen (Havelland) in Brand gesetzt, die als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen war. Sie brannte komplett nieder.  Dafür und für weitere Taten wurden sie zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.  

Maik Schneider werden bei einem der Prozesse in Potsdam die Handschellen abgenommen. Jetzt sitzt er. dpa/Bernd Settnik 

Im Falle Schneiders hatte der Bundesgerichtshof (BGH) im Februar die Gesamtfreiheitsstrafe von neun Jahren und einem Monat für den Mittdreißiger aufgehoben, die höchste Einzelstrafe von sieben Jahren und vier Monaten aber bestätigt. Dafür muss Schneider jetzt die Haft antreten.

Gleichzeitig hatte der BGH den Fall zurück an das Landgericht Potsdam verwiesen, weil er Fehler bei der Bildung der Gesamtstrafe sah. Darüber muss nun neu entschieden werden. Die Hauptverhandlung vor dem Landgericht beginnt am 16. August in einem dritten Prozess.

Schneider, gelernter Erzieher, hatte als führender Kopf der rechtsextremen Szene in Nauen schon vor der Brandstiftung für Angst und Schrecken gesorgt. Im ebruar 2015 hatte er mit mindestens 50 Gleichgesinnten die Unterbrechung einer Stadtverordneten-Versammlung erzwungen. Die Gruppe hatte gegen eine Fensterfront des Versammlungsraums geschlagen und Parolen gebrüllt. Außerdem soll Schneider mit Komplizen das Auto eines Mannes aus Polen demoliert und angezündet haben, über den es Gerüchte wegen angeblichen Kindesmissbrauchs gab.

Versicherer will Millionen von den Nazi-Zündlern

Zuletzt hatte das Landgericht Potsdam am Dienstag in einem Schadensersatzprozess gegen Schneider und seine Mittäter wegen der Brandstiftung verhandelt. Der klagende Gebäudeversicherer hatte einen Vergleich abgelehnt. Für den Wiederaufbau fordert die Ostdeutsche Kommunalversicherung Schadenersatz in Höhe von insgesamt rund 2,9 Millionen Euro.

Einer der Mittäter hatte der Versicherung angeboten, 10.000 Euro in monatlichen Raten von 50 Euro zu zahlen. Die Versicherung sei nicht auf das Angebot eingegangen. Das Gericht will am 24. August eine Entscheidung treffen, wie es weitergeht.