Rapper Fler sitzt als Angeklagter vor Gericht. Foto: dpa/Zinken

Gibt es Knast für Rüpel-Rapper Fler? Dort möchte ihn die Anklägerin sehen. Der Verteidiger plädierte auf Bewährung.

Der Platz von Musiker Fler, mit bürgerlichem Namen Patrick Losensky (38), blieb leer am vierten Prozesstag. Im Internet hatte er zuvor von einer „Hetzjagd“ gesprochen, der er sich „nicht mehr aussetzen“ wolle. Bereits am 3. Tag hatte er die Tür wütend hinter sich zugeworfen – mitten in der Verhandlung.

Es geht um Fahren ohne Führerschein, diverse Beleidigungen, versuchte Nötigung, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, verbotene Mitteilungen aus Gerichtsverfahren.

Fler pocht auf Kunstfreiheit, Grundrechte der anderen sind ihm egal

Die Staatsanwältin: „Der Angeklagte ist nicht bereit, sich an Regeln zu halten.“ Geld- und Bewährungsstrafen hätten ihn nicht davon abgehalten, Menschen in seinem Umkreis zu beleidigen. Die Anklägerin: „Er pocht auf Kunstfreiheit. Grundrechte der anderen sind ihm egal.“

Ihr Antrag dürfte zu Wut beim Rapper führen: ein Jahr und zehn Monate Gefängnis. Die Staatsanwältin: „Ich sehe keine positive Prognose. Deshalb keine Bewährung aus meiner Sicht.“ Bereits 15 Eintragungen im Bundeszentralregister habe der Musiker. Oft wegen Beleidigung. Sie beantragte außerdem eine Führerscheinsperre von zweieinhalb Jahren für Fler.

Eine Nachbarin soll er im Juli 2018 mies beschimpft haben - „fette Kuh“ und schlimmer. Einen Rechtsanwalt und einen Influencer habe er im Internet diffamiert. Und mehrfach traf es Polizisten. Verbale Wutausbrüche. So am 22. September 2019 in Zehlendorf. Kontrolliert wurde der Rapper wegen Verdachts auf Fahren ohne Pappe. In einem weißen Mercedes der Nobelklasse war er unterwegs.

Lesen Sie dazu auch: Rapper Fler rüpelt vor Gericht

Ein Beamter (32): „Er brüllte mich sofort an. Unglaublich, wie der immer wieder in Rage geriet.“ Ein böser Schwall: „Hampelmann“, „Zwerg“, „Stück Scheiße“, „Nuttenbengel“. Zur Sicherheit hätten sie Fler während der Kontrolle gefesselt.

Auf sieben Monate Haft auf Bewährung plädierte der Verteidiger. Keine Beleidigung sei ohne Anlass gewesen, Überreaktionen habe es aber wohl gegeben. „Er ist auch eine Kunstfigur.“ Künftig werde Fler seine „vielleicht etwas rüpelhafte Ausdrucksweise auf den künstlerischen Bereich beschränken“.

Einige Anklagen – auch im Zusammenhang mit angeblichen Beleidigungen gegen Rapper Bushido – hatte das Gericht abgetrennt. Das Urteil wird Mittwoch verkündet.