Zahlreiche Fenster wurden eingeschlagen. Foto: Pudwell

Ein randalierender Mob ist in der Nacht zum Sonnabend durch Neukölln gezogen. Schätzungsweise einhundert Vermummte hinterließen gegen 22 Uhr in der Karl-Marx-Straße eine Spur der Verwüstung.

Nach Angaben der Polizei flogen aus der Menge heraus Steine auf die Schaufenster von insgesamt neun verschiedenen Geschäften, die dadurch teilweise vollkommen zerstört wurden. So wurden die Fenster einer Bank und eines Optikers demoliert. Zudem zogen die vermummten Randalierer Baustellenabsperrungen auf die Fahrbahn. Auch eine Mülltonne wurde in Brand gesetzt und Autos mit Steinen beworfen.

Im Gegensatz zu ersten Meldungen sieht die Polizei nach Angaben der Sprecherin keinen direkten Zusammenhang mit dem von Räumung bedrohten linken Hausprojekt „Liebig 34“.

Die Randalierer wollten gegen die Tötung des schwarzen US-Amerikaners George Floyd demonstrieren.
Foto: Pudwell

Die vermummten Randalierer, die ab 22 Uhr durch Neukölln zogen, wollten vielmehr gegen die Tötung des schwarzen US-Amerikaners George Floyd durch Polizisten protestieren. AAn Häuserwände sprühten sie Parolen wie „I can't breathe“ und „No Justice, No Peace“. Die Polizei nahm 20 Personen vorläufig fest und stellte die Identität von 13 Frauen und sieben Männern fest.

Auf der linksextremen Internetseite Indymedia heißt es, George Floyd sei „von den Bullen ermordet“ worden. Deshalb seien 250 bis 300 Menschen „wütend durch den Neuköllner Richardkiez“ gezogen. Der Staatsschutz beim Landeskriminalamt hält das Schreiben für authentisch.