Der Angeklagte verbirgt sein Gesicht. Er sitzt als Randale Lokalgast vor dem Richter. Foto: Wagner

„Hunger!“, brüllte der Gast und lief schnurstracks bis in die Küche des Lokals. Weil dann nicht gleich ein deftiges Essen auf dem Tisch stand, rastete David F. (21) total aus. Der Randale-Lokalgast saß nun auf derAnklagebank hinter Panzerglas.

Seit sechs Monaten ist es für ihn vorbei mit der leckeren afrikanischen Küche oder einer Pizza-Runde mit Freunden: Mit Knast-Menü in der Gefängnis-Psychiatrie muss sich der Hüne begnügen. Es war 17 Uhr, als ihm am 12. September 2019 wohl der Magen knurrte. Er stand laut Ermittlungen vor einer Café-Bar in der Föhrer Straße in Wedding.

„Ich will etwas zu essen!“ Zack, zack!

Es duftete herrlich. In der Küche wirbelte eine Frau (44). Kulinarisches und Köstliches aus Afrika steht bei ihr auf der Speisekarte. David F. ohne Manieren: „Ich will etwas zu essen!“ Zack, zack! Die Köchin bat um Geduld: „Ich brauch noch etwas Zeit.“ Er sollte vor der Küchentür auf die Speisen warten.

Das schmeckte ihm gar nicht. Die Anklage: „Er ergriff ein Küchenmesser mit einer acht Zentimeter langen Klinge und stach damit wuchtig auf die Frau ein.“ Sie schützte reflexartig ihr Gesicht. Die Klinge verletzte ihre Hand. Der nächste Stich an ihren Hinterkopf. Sie hatte großes Glück: „Die Wucht des Messerhiebs wurde durch die nach hinten gebundene Haartracht der Frau weitgehend abgefangen.“

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Der Randale-Gast blieb böse: „Um seiner Forderung nach Essen weiter Nachdruck zu verleihen, schlug er mit seinen Fäusten und dem Messergriff auf die Zeuginein.“Er habe die Frau geschubst und geprügelt. Mehrere starke Männer hatten Mühe, den ungehobelten Gast zu bändigen und dann der Polizei zu übergeben.

Dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie?

David F. kam Anfang 2017 aus Somalia nach Deutschland, lebte zunächst in einem Flüchtlingsheim in Mariendorf. Er ist bei Polizei und Justiz bereits mehrfach aufgefallen. Die Richterin nun: „Wollen Sie aussagen?“ Der Hüne schüttelte den Kopf. Sein Anwalt: „Er kann sich an nichts erinnern.“

War er schuldfähig? Das ist die Kernfrage im Prozess um gefährliche Körperverletzung und versuchte räuberische Erpressung. F. gilt als psychisch krank. Der Ankläger strebt eine dauerhafte Unterbringung in der Gerichtspsychiatrie an. Fortsetzung:11. Juni.