Bushido sitzt als Nebenkläger im Gerichtssaal (Archivbild). Foto: imago images/Olaf Wagner

Rapper Bushido umringt von Personenschützern, der angeklagte Clan-Boss dagegen locker wie beim Gang ins Fitnessstudio: Arafat Abou-Chaker (44) schien gut gelaunt.

Zweiter Tag im Prozess gegen den Ex-Manager von Bushido. Neben Arafat Abou-Chaker müssen sich als Helfer drei seiner Brüder verantworten: Yasser (39), Nasser (49) und Rommel (42).

Bushido sitzt ihnen als Nebenkläger gegenüber. Diesmal im schwarzen Shirt. Arafat Abou-Chaker im blütenweißen Shirt – umgekehrt war es am ersten Tag. Geblieben ist: Angespannt wirkt der Rapper. Dagegen gibt sich das Oberhaupt einer berühmt-berüchtigten arabischen Großfamilie völlig gelassen.

Als sich Bushido aus den Fängen des Clans lösen wollte und 2017 das Ende der geschäftlichen Beziehungen verkündete, soll es zu üblen Szenen gekommen sein. Die beiden Männer, die einst in Gewinner-Pose in Kameras lachten, wurden erbitterte Feinde.

Der Clan-Boss soll den Rapper in sein Büro bestellt haben. Bushido sei beleidigt, bedroht, mit Hartplastik-Flasche und Stuhl beworfen worden. Schließlich soll er laut Anklage bereit gewesen sein, 2,5 Millionen Euro als Ablöse zu zahlen. Dem Clan-Boss habe das nicht gereicht.

Bushido will ab Montag aussagen

Vorgeplänkel nun im Prozess: Verteidiger sehen sich durch Trennscheiben (Corona-Schutz) beengt. Es wird gebaut: Plexiglas weg, auch das zwischen den Brüdern. Dann geht es um den Schutz für Bushido. „Völlig übertrieben“, so ein Anwalt. Er werde sich deshalb „an den Polizeipräsidenten wenden“.

Die erste Zeugin (32) machte es kurz: Keine Aussage. Als Ehefrau von Yasser Abou-Chaker hat sie ein Schweigerecht.

Mit Spannung wird der nächste Zeuge erwartet: Bushido, mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi, soll am Montag vor Gericht auspacken – über seine Karriere, wie es zur Partnerschaft und zu Firmen mit dem Clan-Boss kam, über den Zoff um Geld.