Der Parkplatz des Kfz-Sicherstellungsgeländes ist von einem Zaun umgeben. Foto: Berliner Kurier/Eric Richard

Unbekannte sind erneut auf das Kfz-Sichergestellungsgelände der Polizei in Biesdorf eingebrochen, um gezielt einen beschlagnahmten BMW anzuzünden. Ein Wachmann eines privaten Sicherheitsdienstes konnte am Mittwochabend durch schnelles Eingreifen Schlimmeres verhindern. Immer wieder versuchen unbekannte Brandstifter, auf dem Polizeigelände an der Cecilienstraße Autos in Brand zu setzen, um vermutlich Spuren zu beseitigen. Erst Ende Oktober wurde ein BMW angezündet, woraufhin das Feuer auf zehn weitere Autos übergriff. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin kritisiert seit Jahren, dass die Liegenschaften der Polizei nicht ausreichend geschützt seien.

Bei den letzten Brandstiftungen hatten sich die Täter mitten in der Nacht auf das Kfz-Sichergestellungsgelände der Polizei in Biesdorf geschlichen. Diesmal agierten sie besonders dreist. Sie brachen bereits am Abend ein, während auf der Dienststelle der Polizei, die sich direkt neben dem eingezäunten Parkplatz befindet, noch viel Bewegung war. Dennoch bemerkte niemand den oder die Einbrecher. Erst als gegen 20.15 Uhr Flammen auf einem Autodach loderten, wurde die Tat bemerkt.

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Der oder die Täter hatten Papier und Pappe angezündet, erklärt ein Polizeisprecher. Ein Wachmann löschte den Brand noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr. Der BMW wurde dabei leicht beschädigt. Wie und wo der oder die Brandstifter auf das eingezäunte Gelände gelangten, sei bisher unklar. An der Cecilienstraße stehen Autos, die aus verschiedenen Gründen sichergestellt oder beschlagnahmt wurden. Fast alle sind Träger von Spuren, die in Strafverfahren eine Rolle spielen.

GdP-Landeschef Norbert Cioma wies am Donnerstag erneut auf die ungenügenden Sicherheitsmaßnahmen an den Polizeiliegenschaften hin. „Der Schutz von Polizeidienststellen gehört in staatliche Hand. Bei allem Verständnis für die aktuelle Pandemie, aber es ist nicht zu verstehen, dass die Polizei Impfzentren schützen soll, aber sich Kriminelle auf Polizeigelände immer wieder austoben können“, erklärte Cioma. Es ginge nicht nur um Fahrzeuge, sondern vor allem auch um die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen.