Ein Kind sitzt während des Online-Unterrichts vor einem Laptop. Foto: dpa/Felix Kästle

Nach mehreren Vorfällen in Deutschland ist es in Hessen erneut zu einem Pornografie-Übergriff während der Videokonferenz einer Grundschulklasse gekommen. Es gehe um den Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern, sagte eine Sprecherin der für solche Fälle zuständigen Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT).

Nach Angaben des hessischen Kultusministeriums hatten die Lehrerinnen mit den Schülerinnen und Schülern der zweiten Klasse aus Florstadt eine Videokonferenz über eine externe Software organisiert. Dabei habe sich ein Teilnehmer mit einem angeblichen Mädchennamen eingewählt, die Lehrerinnen von der Konferenz ausgeschlossen und Pornografie gezeigt. Ein Elternteil habe den Vorfall bemerkt und umgehend gemeldet.

Ermittelt werde in alle Richtungen. Man versuche derzeit, an Daten zu gelangen, um den oder die Täter identifizieren zu können. Es handele sich um schwierige Untersuchungen, sagte die Sprecherin.

Weitere Vorfälle gab es bereits in Berlin und Bayern

Zunächst war wegen des Verdachts des Verbreitens pornografischer Schriften ermittelt worden. Ein Polizeisprecher hatte bereits gesagt, dass sich im Lauf der Untersuchung noch weitere mögliche Straftatbestände ergeben können. Zuletzt hatte es mehrere ähnliche Vorfälle bei Fernunterricht in Deutschland gegeben.

Im niederbayerischen Mainburg bekam jüngst eine Achtjährige während des Online-Unterrichts plötzlich Bilder eines nackten Mannes angezeigt. In Berlin sahen Drittklässler minutenlang einen Porno. Der Polizei sind Fälle von gesprengten Videokonferenzen durchaus bekannt. Ähnliches habe es schon beim ersten Lockdown gegeben.

Das Problem: Gerade bei den Videokonferenz-Tools herrscht in Deutschlands Schulen ein absoluter Flickenteppich. Nicht überall sei nach Angaben der Polizei die Datensicherheit gewährleistet.