Beim Aufprall spießte der Mazda den kleinen Roller auf. Der 53-jährige Roller-Fahrer wurde dabei schwer verletzt. Foto: Pudwell

Mit einem regelrecht aufgespießten Motorroller im Kühlergrill hat sich ein völlig durchgeknallter Wüterich in der Nacht zu Montag eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Erst nach knapp zehn Kilometern konnte der Mann gestoppt und festgenommen werden. Dabei kam heraus: Es war nicht seine einzige Straftat. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll der 43-Jährige gegen 21.45 Uhr zunächst in der Borussiastraße in Tempelhof vor der Wohnungstür seiner Nachbarn gestanden und diese durch die Tür mit einem Messer in der Hand bedroht haben“, so ein Polizeisprecher.

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Alarmierte Einsatzkräfte begaben sich daraufhin zu einer Wohnung im selben Haus, wo sich der Mann aufhalten sollte, trafen ihn dort jedoch nicht an. Etwa eine halbe Stunde später soll der 43-Jährige dann mit seinem Mazda an der Felix- Ecke Götzstraße mittig der Fahrbahn auf das Auto einer Frau zugefahren sein, die nur knapp ausweichen konnte. Plötzlich soll er seinen Wagen gestoppt, nach einer Machete gegriffen und auf die weiter im Auto sitzende 32-Jährige zugestürmt sein. Die Frau legte daraufhin geistesgegenwärtig den Rückwärtsgang ein und flüchtete aus der bedrohlichen Situation in Richtung Götzstraße. Der Mann stieg laut Polizei wieder in seinen Wagen und soll mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Colditzstraße davongerast sein.

An Händen und Kleidung mit Blut besudelt

Nur wenige Minuten später fuhr der 43-Jährige dann an der Großbeerenstraße Ecke Daimlerstraße einen Rollerfahrer um, der ahnungslos an einer roten Ampel wartete. Die Wucht des Aufpralls war so heftig, dass der kleine Roller von dem Fahrzeug des 43-Jährigen aufgespießt wurde und sich im Frontbereich verhakte. Den Amok-Fahrer kümmerte das nicht: Er gab erneut Vollgas und raste samt Roller im Kühlergrill davon. Der 53-jährige Piaggio-Fahrer wurde bei dem Unfall schwer verletzt und erlitt unter anderem mehrere Knochenbrüche. Er blieb nach dem Unfall regungslos auf dem Asphalt liegen. Beherzte Zeugen stellten ihre Fahrzeuge quer über die Straße und sperrten so den Unfallort ab, bis die alarmierten Einsatzkräfte eintrafen. Der Rollerfahrer wurde wenig später mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Der Unfallverursacher setzte seine Fahrt weiter bis ins Land Brandenburg fort und raste in Richtung A10.

Erst auf der Bundesstraße 101 konnte die Polizei den 43-jährigen Mann schließlich stoppen und festnehmen. Dabei fiel den Beamten auf, dass der stark Betrunkene (1,8 Promille) an Händen und Kleidung mit Blut besudelt war. Woher und von wem das Blut stammt, war zunächst nicht bekannt. Weitere Ermittlungen der Berliner Polizei Berlin ergaben jedoch, dass am Sonntagabend in der Borussia-, Felix-, Colditz- und Götzstraße die Scheiben mehrerer Fahrzeuge eingeschlagen wurden. Auch ein Hausbriefkasten der Volkmarstraße wurde stark beschädigt wurde. „Im Rahmen der weiteren, noch andauernden Ermittlungen wird nun geprüft, ob zwischen den Taten Zusammenhänge bestehen“, so die Polizei. Weshalb der Mann so austickte ist nicht bekannt. Aufgrund seines psychischen Zustandes wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Hier ordnete ein Arzt die Unterbringung in der psychiatrischen Abteilung der Klinik an.