Dieser Geldautomat wurde 2019 in einem Berliner U-Bahnhof gesprengt. dpa/Paul Zinken

In Berlin sind in diesem Jahr deutlich mehr Geldautomaten gesprengt worden als in den Vorjahren. Neun Sprengungen und elf Versuche zählten die Beamten vom 1. Januar bis zum 15. Oktober, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte. Nach Angaben der Polizei zählt ein Angriff dann als vollendet, wenn die Täter Bargeld erbeuten. Die bloße Detonation, das Hebeln oder Bohren gelten als Versuchstaten. Zwei Verdächtige wurden in Zusammenhang mit der Sprengung eines Geldautomaten in Mariendorf im Juli festgenommen.

Geldautomaten in Berlin gesprengt: Die Zahl steigt wieder

Erstmals seit 2018 stieg die Zahl der Sprengungen wieder. Im Jahr 2020 hatte die Polizei den Angaben zufolge 4 Sprengversuche registriert. 2019 gab es 8 versuchte und 3 vollendete Sprengungen. Im Jahr 2018 registrierte die Polizei 14 Sprengversuche und 9 vollendete Sprengungen.

Nach Angaben der Polizei stecken hinter den Taten regelmäßig kriminelle Banden. In der Vergangenheit waren für entsprechende Taten sowohl Täter aus Ost- und Westeuropa als auch in Berlin-Brandenburg ansässige Täter verantwortlich, hieß es. In einzelnen Fällen werden Beziehungen zur Organisierten Kriminalität angenommen.

Farbpatronen sollen Geldautomaten sichern

Um Sprengungen zu verhindern, werden beispielsweise Farbpatronen eingesetzt – damit wird das im Bankautomaten befindliche Geld unbrauchbar gemacht, wenn dieser gesprengt wird. Gegen Angriffe mit Gas-Luftgemischen könnte die Ausstattung der Automaten mit Gasneutralisationssystemen helfen, die eine Sprengung verhindern.

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Erst in der vergangenen Woche wurde ein Geldautomat in Hellersdorf gesprengt. Laut Zeugenangaben sollen mehrere Menschen in der Alten Hellersdorfer Straße aus einer Bankfiliale geflüchtet und mit einem Auto stadtauswärts davongerast sein. In Marzahn wurde eine Woche zuvor eine Bank in der Märkischen Allee bei einer Sprengung stark beschädigt.